Donnerstag, 20.11.2014 – noch dreTage bis zum Start

Oh weh, die Arabische Nacht war lang. Wir hatten eine Menge Spaß gestern und sahen auch einigermaßen arabisch aus. Hagen hatte seine Mühe damit Josephine und mich zum Nachhause-Gehen zu überreden.

Leanne schickt mir ein paar Fotos per Email. Sobald ich diese habe werde ich euch zeigen wie hübsch wir alle gestern waren.

Aber „wer feiern kann“ … so klingelte dann um 7 Uhr mein Wecker und weitere Punkte wollten heute von unserer Liste gestrichen werden.

Für heute war u.a. unser Großeinkauf geplant. Zwischen 8 und halb neun wurde das Fleisch geliefert und danach sind Berthold und ich zum Hiperdino und danach zum Carrefour um alles nicht verderbliche einzukaufen. Das meiste haben wir im Hiperdino gekauft, die praktischer Weise einen Lieferservice bis ans Schiff haben. Und noch während wir auf dem Weg zum Carrefour waren, wurde schon angeliefert und Hagen und Josephine konnten alles verstauen. Die beiden Kisten, die wir dann noch mitgebracht haben, waren dann auch schnell aus- und eingeräumt.

Morgen früh wollen wir auf dem Markt dann frisches Obst und Gemüse kaufen. Und für die ersten drei Tage vorkochen.

Nadel und Faden müssen wir noch in der Apotheke besorgen. Wurde uns dringend im First Aid Seminar empfohlen. 🙂 Wie man näht hat man uns nicht gezeigt. Ich werde mal schauen, welch schöne Muster wir im Falle eines Falles zustande bekommen.

Jetzt geht es zum Seminar: Crossing on a catamaran.

Da gehts zu viert hin. Mal schauen, war wir heute lernen.

 

Veröffentlicht unter 07/2014 bis 05/2015, Uncategorized | 5 Kommentare

Mittwoch, 19.11.2014 – noch vier Tage bis zum Start

Hatte ich am 8.11. geschrieben, dass unsere To-do-Liste soweit abgearbeitet ist, so war das nur die Liste, die wir bis dahin kannten. Interessanter Weise ist die Liste dann mit jedem abgearbeiteten Teil wieder um ein/zwei neue To-do’s gewachsen.

Soll heißen, wir sind eifrig mit Vorbereitungen beschäftigt und hatten, nachdem wir den von der ARC vorgeschriebenen Sicherheitscheck an Bord hatten, auch noch einiges zu tun um unser, wie wir fanden schon sehr üppiges Sicherheitsequipment aufzurüsten und weiter zu ergänzen.

Nun sieht es so aus, dass falls jemand über Bord fällt, er aufpassen muss, dass er nicht von all dem erschlagen wird, was wir ihm hinterher werfen 🙂 Aber es wird auf jeden Fall alles irgendwie leuchten und er kann wählen, welche Trillerpfeife er benutzt.

Nein – ist schon klar – Sicherheit steht ganz oben!! Ich will mich auch nicht lustig machen, aber ein bißchen Humor gehört ja dazu – nicht wahr? Im Hinblick auf Sicherheitsequipment brauchen wir uns jetzt erst einmal keine Gedanken mehr zu machen.

In der Zwischenzeit haben wir diverse Seminare besucht:

– Wetter und Route

– Verproviantierung

– Satelliten-Kommunikation

– Erste Hilfe an Bord

– Management von Notfällen, usw.

Alles in Englisch!! Da muss man sich ordentlich konzentrieren, um die unterschiedlichsten Dialekte zu verstehen.

Wir haben unsere Einkaufsliste für die Überfahrt weitestgehend komplett. Aufbackbrot ist schon gekauft und wir haben das Fleisch beim Schlachter bestellt. Es wird uns vakuumverpackt und tiefgekühlt morgen früh geliefert. Obst und Gemüse wollen wir am Freitag frisch auf dem Markt kaufen. Man staunt ja, wie viel da für, wie wir glauben, großzügig gerechnete 21 Tage herangeschafft werden muss. Wir hoffen, dass wir die Überfahrt in 18-19 Tagen schaffen.

Leider regnet es heute den ganzen Tag schon in Strömen, so dass wir den für heute geplanten Einkauf von nicht verderblicher Ware auf morgen verschoben haben.

Hagen und Berthold sind gerade auf dem Weg zum zweiten Route und Wetter-Seminar mit genauerer Vorschau auf den Sonntag,  unseren geplanten Starttag. Leider sieht die Wettervorschau für Sonntag im Moment nicht so rosig aus. Evtl. viel Wind und von  vorne. Das wäre richtig blöd und Berthold überlegt schon, ob wir dann evtl. später starten, wenn es zu übel aussieht.

Also braucht ihr euch keine Gedanken zu machen. Unser Skipper möchte uns in erster Linie gut über den Atlantik bringen. Uns geht es nicht darum irgendeine Rally zu gewinnen. Savety first. Aber – bis Sonntag ist es noch ein bißchen hin und das Wetter kann sich noch komplett ändern bis dahin. Wir alle wären froh, wenn es jetzt los ginge.

Was sonst noch in der Zwischenzeit passiert ist: Wir haben nach dem Start der ARC+ noch einmal den Liegeplatz gewechselt. Das heißt, raus aus dem „Abstellbahnhof für Katamarane“, sondern wir liegen jetzt in der Marina Puerto de Las Palmas und fühlen uns sehr wohl an unserem neuen Platz. Direkt neben uns liegt der Katamaran OOROO, eine Lagun 450, aus Australien. Die OOROO war das erste ARC-Schiff, das wir noch auf Mallorca in unserer kleinen Marina de Bonaire getroffen haben. Mike und Leanne haben mittlerweile für die Überfahrt noch ein befreundetes Ehepaar mit an Bord (Shayne und Tess). Die vier sind wirklich sehr sympathisch und wir haben immer viel zu lachen mit ihnen. Lernen einiges übers Angeln und über Australien. Es ist eine wirklich schöne Nachbarschaft. Shayne hat deutsche Eltern und kann daher einiges auf Deutsch sagen, was sich immer lustig anhört und ansonsten sagt er oft einfach nur das englische Wort und macht ein „-hausen“ hintendran. Keine Ahnung warum, aber …-hausen gehört für ihn zu Deutschland.

Was wir wirklich sehr genossen haben, waren die letzten Tage in denen Michaela, Nicolas und Maria zu Besuch in Las Palmas waren. Sie haben uns jeden Tag an Bord besucht, sie haben tapfer unser Gasgrill-Experiment mitgemacht. (Wir haben uns einen Gasgrill gekauft, den man außen an der Reling befestigt. Und unser erster Versuch war nicht gerade von Erfolg gekrönt. Aber wir haben ihn tapfer noch einmal ausprobiert am nächsten Tag und jetzt funktioniert er gut.) Außerdem waren Hagen und Josephine mit ihnen einen Tag im Palmitos-Park unterwegs und wir hatten ein schönes gemeinsames Abendessen in ihrem Hotel. Danke noch einmal dafür! Und danke, dass ihr euch auf den Weg zu uns gemacht habt!!!

Regen, Regen nichts als Regen …

Hagen und Berthold kommen gerade vom Seminar zurück. Ich bin gespannt was sie zu berichten haben.

Ach, da fällt mir noch ein: wir haben die Startnummer 144. Und der Tracker wurde gestern an unserem Schiff montiert, so dass man uns nach dem Start auf der Seite http://www.worldcruising.com/ARC über den Atlantik verfolgen kann.

Veröffentlicht unter 07/2014 bis 05/2015, Uncategorized | 2 Kommentare

Die Crew der Sempre due ist komplett

08. 11.2014 – Seit Montag sind nun Hagen und Josephine an Bord. Wir genießen die gemeinsame Zeit und haben mittlerweile auch schon vieles erledigt.

Nachdem die beiden sich eingerichtet und sich etwas an die anderen Temperaturen gewöhnt haben, sind wir einen Tag lang über die Insel gefahren. Serpentinenstraßen rauf und runter. Durch unglaublich schöne Landschaften. Am frühen Vormittag sind wir dann in einem schönen Fischerört chen gelandet, in dem wir köstlich gegrillten Fisch in einem romantischen kleinen, sehr schlichten Restaurant gegessen haben.

image

Danach sind wir noch nach Puerto Mogan gefahren. Dort war ich schon einmal vor 21 Jahren mit Hagen und hatte den Ort als idyllischen kleinen Fischerort mit schönem kleinen Yachthafen in Erinnerung. Da hat sich dann doch einiges geändert in der Zwischenzeit. Aber es ist dennoch schön dort. Eben einfach anders und voller Touristen.

Das war bisher der einzige Tag an dem wir nicht mit irgendeiner Besorgung oder Erledigung für die Rally beschäftigt waren. Wir haben etliche Zeit damit verbracht die von der Rally-Organisation geforderten Sicherheitsstandards zu überprüfen, durchzugehen und die Gribbag zu packen. Das ist eine Tasche in der sich alles befindet was man im Notfall mit in die Rettungsinsel nehmen müßte. In unserer Rettungsinsel befinden sich ja bereits diverse wichtige Dinge, aber die Rally-Organisation hat gerade was Sicherheit betrifft doch sehr genaue Vorstellungen und ich finde es auch gut, dass wir jetzt alle wissen was wo ist und wie es funktioniert. Nächste Woche Montag kommt dann ein Mitarbeiter der Rally-Organisation hier an Bord und schaut, ob wir auch wirklich alles vorbereitet haben.

Weiterhin haben wir 2 x 22 l Diesel in Kanistern besorgt, Benzin für den Dinghy-Motor, Ersatzfilter für die Motoren etc., Plastikboxen in denen wir das alles gut verstauen können, Segelhandschuhe für Josephine und erste Lebensmittel, die sich länger halten.

Wir hatten eine ziemlich lange Liste, die wir aber mittlerweile schon ganz gut abgearbeitet haben.

Gestern Abend war dann die erste offizielle Veranstaltung. Eine Farewell-Party für die ARC+ Teilnehmer, die ja schon am 09.11. starten und gleichzeitig eine Welcome-Party für die ARC Teilnehmer (wie wir) die am 23.11. starten. Die ARC+ nimmt den Umweg über die Kapverden.

Heute hatten Berthold und Hagen einen ganz besonderen Tag. Sie hatten sich auf ein Sportfischerboot eingemietet und sind mit dem Sportfischer und dessen Bruder im Süden der Insel zum Angeln gefahren. Haben unsere neu erstandene Angel nebst Equipment mitgenommen, um sie mit den Profis gemeinsam zusammenzubauen und auszuprobieren. Und – wie es nicht anders zu erwarten war: Die Männer kehrten erfolgreich nach Hause zurück: ein großer Thunfisch (ca. 70 cm) und drei kleinere Fische (ca. 30 cm) waren die Beute nach drei Stunden. Die Thunfischfilets haben wir schon im Tiefkühler und die drei Fische werden wir uns heute Abend braten. Oder, was mir lieber wäre, wir fragen in einem der Restaurants in der Marina, ob sie uns die drei Fische grillen.

image

 

image

Morgen werden wir dann noch den Radar-Reflektor oben am Mast befestigen. Hagen wird sich in den sogenannten Bootsmannstuhl setzen und nach oben ziehen lassen (20,5 m) und den Reflektor befestigen.

Außerdem werden wir uns ansehen, wie die ARC+ startet und dann müssen wir mal wieder das Boot schrubben. Es hat in den letzten Tagen immer mal wieder geregnet und der Regen hat uns eine Menge roten Sand an Bord gebracht.

Veröffentlicht unter 07/2014 bis 05/2015, Uncategorized | 13 Kommentare

Fuerteventura – Las Palmas, Gran Canaria (27.10.2014 – 01.11.2014)

Jetzt muss ich aber wirklich ein paar Tage zurückdenken, weil ich euch ja auch nichts vorenthalten möchte 😉

Wir haben am 27.10.2014 so gegen 8 Uhr morgens den Anker gelichtet und uns auf den Weg nach Fuerteventura begeben. Es lag eine ca. 6 stündige sehr schöne Segelfahrt vor uns. Wir haben uns ein köstliches Müsli zubereitet und eine Tasse Kaffee mit Milch für jeden und gefrühstückt, nachdem die Segel und der Autopilot richtig eingestellt waren.

In Fuerteventura haben wir uns die Marina in Gran Tarajal ausgesucht, weil diese doch schon recht weit im Süden von Fuerteventura liegt und weil wir gehört hatten, dass es dort ganz schön ist. Wir sind so gegen 14/15 Uhr bei relativ viel Wind angekommen, was das Anlegen im Hafen etwas ungemütlich gemacht hat. Der Marinero war nur bereit uns den Liegeplatz zu zeigen, ansonsten stand er da und schaute, dass wir mit dem hinten am Schiff aufgehängten Dinghy nicht den Wasser- und Stromkasten ummöllern.

Aber zum Glück kamen mir zwei Franzosen von einem anderen Segelschiff zur Hilfe und nahmen die Leinen an und befestigten sie am Steg. So ganz ohne Hilfe ist es doch eine ziemliche Flitzerei. Wir hatten eine Box aus Schwimmstegen zugewiesen bekommen. D.h., hinten legt man zum Steg hin an und an den schmaleren Stegen rechts und links fixiert man das Schiff. Leider waren die Stege rechts und links etwas zu kurz für unsere Sempre due, So dass wir doch eine ganze Weile und einige Leinen benötigten, um das Schiff gut fest zu machen. Hat aber alles gut geklappt und es war auch kein Problem, dauerte halt nur.

Danach ist Berthold mit den Papieren zur Capitanerie um uns anzumelden. Auf dem Rückweg traf er einen Italiener, der mit seiner Orana (das Vorgängermodell unserer Helia 44) einen  Steg weiter lag. Der erzählte ihm, dass man in der Cofradia de Pescadores (Bruderschaft der Fischer) ganz toll lecker und relativ preiswert Fisch essen könnte. Das Restaurant der Cofradia war direkt neben der Marina und grenzte an eine Lagerhalle der Pescadores direkt vor einem großen Parkplatz. Wir sind also erst einmal ein paar Schritte in die Stadt gegangen und auf dem Rückweg haben wir dort wirklich hervorragend Fisch gegessen. Er war köstlich zubereitet und der Preis stimmte auch. Alles sehr basic mit Papiertischdecken, die nach dem Essen in einer interessanten Falttechnikt zusammengefaltet werden, damit auch nichts auf dem Boden fällt und dann im Müll landen, neben Lagerhallen- und Parkplatzatmosphäre. Aber uns hat es sehr gut dort gefallen. Die Kellnerin war sehr nett und am Ende zählt ja, was auf dem Teller liegt.

Wir hatten ja vor uns ein paar Tage Fuerteventura anzusehen. Also habe ich am nächsten Tag die Waschmaschine eingeschaltet und mich auf  Schiff sauber machen, Auto mieten, Gegend anschauen, eingestellt, als Berthold mir sagte, dass er auf der Wetterkarte gesehen hat, dass für die übernächsten Tage starker Wind angesagt sei und dass es deshalb vielleicht besser ist, dass wir und ganz früh am nächsten Morgen auf den Weg nach Gran Canaria begeben.

Denn auch hier zwischen Inseln kann starker Wind, zumal die Richtung nicht so richtig gut für uns war, sehr unangenehm sein. Und das bei einem 12 Stunden Törn. Also sind wir am Nachmittag noch einmal in die Cofradia um köstlichen Fisch zu essen, haben im Hiperdino alles eingekauft, was wir für die nächsten Tage benötigen und sind früh ins Bett.

Um halb fünf waren wir dann wach und haben uns so leise wie möglich auf den Weg nach Gran Canaria begeben. Am Abend vorher hatten wir unsere Vertäuung schon so vorbereitet, dass wir die Leinen nur noch durchziehen mußten. Die komplette Strecke haben mit dem Motor zurück gelegt. Was einfach immer ein bißchen anstrengend ist, weil laut. Aber das Wetter war gut und die Wellen schräg von der Seite nicht allzu unangenehm. Wobei der Katamaran doch immer ganz schön stark vom Kurs abweicht, wenn der Wind von der Seite kommt. Dadurch, dass wir nur einen kurzen Kiel haben, ist das Schiff doch sehr seitenwindanfällig. Darauf muss man immer mal achten und den Kurs entsprechend korrigieren.

Nach ca. 10 Stunden ging plötzlich bei unserem Motor die Drehzahl ganz stark nach unten, wir dachten schon er fällt aus und Berthold hat schnell den zweiten Motor gestartet. Dann fing der Motor sich wieder, um kurz darauf noch einmal einzusacken. Das hat uns doch ganz schön Sorge gemacht, weil wir ja nicht so weit weg vom Hafen waren und weil man im Hafen zum sicher manövrieren schon beide Motoren braucht. Mit einem Motor geht es auch, aber es ist ungleich komplizierter. Also haben wir Herrn Krützkamp angerufen, der ja gerade in Lanzarote die Motoren gewartet hat. Vermutung: Wasser im Diesel oder Luft im System.

Berthold hing also über Kopf im Motorraum und kontrollierte ob evtl. Wasser im Diesel sein könnte. War aber nicht der Fall. Also haben wir den Motor wieder gestartet und siehe da, auf einmal lief er wieder rund. Mit etwas mulmigem Gefühl sind wir dann zwei Stunden später in der Marina in Las Palmas angekommen. Aber der Fehler ist nicht noch einmal aufgetreten und wir konnten tanken und zu unserem Liegeplatz fahren, auf dem wir bleiben, bis wir in die Karibik starten.

Die Katamarane werden in einem extra Hafenbecken direkt angrenzend an die Marina untergebracht. Und so wurden wir vor einer Betonmauer untergebracht. Nicht sooo schön, dieses extra Hafenbecken.

Als wir uns gerade mit aufräumen beschäftigt waren, klopfte es ans unser Boot und vier Männer standen vor dem Schiff. Ein Engländer der sehr gut deutsch konnte, stellte die Herren der Reihe nach vor. Ich bin Andy, der Skipper der anderen Helia hier schräg gegenüber, das ich Juck, der Eigner des Schiffes und die beiden jungen Männer heißen beide Victor, einer ist Crew und einer ist ein Freund den wir mit hierher genommen haben. Die vier waren wirklich eine witzige Zusammenstellung: Andy ist Engländer der in Frankreich wohnt und für Fountaine Pajot als Profiskipper arbeitet, Juck ist Amerikaner, der sich die Helia gekauft hat, alle Inneneinrichtung wie Polster, Lazybag etc per Container in die Karibik geschickt hat und jetzt mit Andy und einem der beiden Victors das Schiff zu den British Virgin Islands überführt, Victor, das Crewmitglied, der glaube ich alles auf der Welt nur positiv empfinden kann und Victor, der von Frankreich aus als zahlender Gast mit hierher nach Gran Canaria gesegelt, weil er hier bei der ARC-Organisation arbeitet.

Und wenn wir dann alle in Saint Lucia angekommen sind und die Feierlichkeiten und die Rally dort abgeschlossen sind, Victors Job also erst einmal beendet ist, fährt er 16 Monate auf einem Segelschiff mit bei der ARC World. Die ARC World Rally geht dann einmal rund um die Welt. Und nach 18 Monaten ist er dann wieder in Frankreich. Victor ist 24 Jahre alt und ein wirklich unglaublich netter und sympathischer junger Mann, der, wie uns seine drei Helia-Freunde erzählten, auf dem Weg von Frankreich nach Gran Canaria in jedem Hafen ein nettes Mädchen kennengelernt hat.

Juck der Eigner des Schiffes war ein eher ruhiger aber auch sehr sympathischer Typ. Berthold und ich haben uns gewundert, wie er mit der unglaublichen Power und zum Teil doch sehr derben Art des Supermachos Andy auf Wochen hinweg zurecht kommt. Bitte nicht falsch verstehen: Wir fanden Andy super witzig und sehr sympathisch. Aber er konnte einem immer mal dermaßen auf die Schulter hauen. Und weil er wohl seit Wochen nur mit den Jungs unterwegs war, hat er wohl ganz übersehen, dass ich kein kräftiger Mann bin und hat mir auch einmal ordentlich auf die Schulter gehauen. Victor (Crew) hat es die Sprache verschlagen.

Naja, wir haben die vier auf ein Glas Wein an Bord eingeladen, darüber haben sie sich sehr gefreut und es war wirklich lustig. So dass wir uns dann noch mit den Herren in einem Restaurant getroffen haben und wirklich Spaß hatten. Irgendwann war Andy in die Stadt verschwunden, so mir nichts dir nichts, aber die anderen kannten das schon. Und so kam es dann zu wirklich interessanten Gesprächen mit Juck und auch mit Victor (von der ARC).

Mein Schock kam als wir zurück zum Schiff kamen und ich sah, dass es ca. 2 m tiefer hinter der Mauer liegt und unsere Gangway eine steile Rampe geworden ist in der Zwischenzeit. Ich dachte, da komme ich nie und nimmer runter, ohne im Hafenwasser zu landen. Nach einigem Hin und Her und ernsthafen Überlegungen meinerseits einfach in ein Hotel zu gehen, habe ich mich dann auf allen Vieren auf die Schräge gewagt und es ja auch geschafft.

Nein – ihr braucht nicht zu lachen – es war NICHT lustig.

Am nächsten Tag ist Berthold mein Retter und Held dann zum Hafenmeister und hat gefragt, ob wir nicht den Platz noch wechseln können. Wir wissen ja, dass er Hafen schon ziemlich voll ist. Aber tatsächlich haben wir in dem gleichen Hafenbecken, aber an einem Schwimmsteg einen viel schöneren Liegeplatz bekommen.

Jetzt ist alles gut und wir können mit den Vorbereitungen für die Überfahrt beginnen. Es müssen noch ein paar Dinge erledigt werden. Der Kühlschrank – ihr erinnert euch – muß repariert werden, wir benötigen noch eine neue Leine für den Gennaker, die gelieferte ist zu kurz. Wir wollen durchgescheuerte Festmacherleinen ersetzen und so ergibt sich immer noch dies und das, das noch unbedingt vor der langen Fahrt gemacht werden muss. Die Liste wird irgendwie nicht kürzer. Und den Motor wollen wir auch noch einmal hier im Hafen länger laufen lassen um zu schauen, ob wieder alles gut ist und evtl doch nur Luft irgendwie in den Motor kam. Ansonsten muss die Volvo-Vertretung hier im Hafen danach sehen. Zum Glück ist das ja alles noch in der Garantiezeit.

Nachdem wir den Liegeplatz gewechselt hatten, haben wir das Meersalz vom Schiff gespült, und auch Wäsche waschen war mal wieder dran.

Später sind wir durch die Stadt und haben geschaut, wo sich das Hotel befindet in dem Michaela, Nicolas und Baby-Maria wohnen, wenn sie uns am 12. November besuchen kommen. Wir freuen und schon sehr auf die drei.

Aber jetzt am Montag kommen ja erst einmal Hagen und Josephine. Ich kann es kaum mehr abwarten und habe heute schon das Zimmer der beiden vorbereitet.

Neben allen Vorbereitungen für die Rally werden wir bestimmt auch Zeit haben und mit dem Auto ein bißchen die Insel erkunden können.

Veröffentlicht unter 07/2014 bis 05/2015, Uncategorized | 4 Kommentare

Isla de Lobos (24.10.2014)

Gestern lieferte Herr Krützkamp uns die neue Aufhängung für das Schlauchboot. Das funktioniert super. Leider hat es ein bißchen länger gedauert, aber er benötigte so dies und das dafür, wofür er erst einmal durch die Gegend fahren mußte. So ist das halt auf Lanzarote. Aber jetzt haben wir eine wirklich gute Lösung um das Schlauchboot (Dinghy) zusammen mit dem Motor an den Davits aufhängen zu können. Und für die Überfahrt werden wir den Motor dann wieder vorne in die große Backskiste legen. Dort ist er geschützt und falls wir doch mal etwas mehr Wind und Wellen haben sollten ist die Last für die Davits nicht zu schwer.

In der Karibik braucht man das Dinghy ja fast täglich um vom Ankerplatz an Land zu kommen. Und mit dieser tollen Lösung die wir jetzt haben, brauchen wir es dann immer einfach ins Wasser abzulassen und schon können wir los fahren. (Foto folgt)

Sobald das Dinghy also mit seiner neuen Aufhängung verstaut war, haben wir die Leinen gelöst und sind weiter gefahren. So langsam nähern wir uns Gran Canaria.

Naja, um genau zu sein, waren wir von Puerto Calero nur ca. 2 1/2 Stunden unterwegs. Bei fast Windstille mussten wir die komplette Strecke mit dem Motor zurück legen. Aber wir sind ganz gemütlich an der Küste von Lanzarote entlang gefahren und sind in der wunderschönen Ankerbucht vor der Kanareninsel Isla de Lobos angekommen.

Isla de Lobos ist eine sehr kleine Insel die sich zwischen Lanzarote und Fuerteventura befindet. Von unserem Ankerplatz aus sehe ich direkt gegenüber gerade auf die Lichter von Corralejo, nicht ganz 3 km entfernt. Corralejo ist die nördlichste Stadt von Fuerteventura. Wir haben großes Glück, dass zur Zeit fast Windstille herrscht, denn durch diese doch relativ eng beieinander liegenden Inseln werden Winde oft bis auf die doppelte Windstärke verstärkt. Aber für die nächsten Tage ist weiterhin fast Windstille gemeldet.

Wir liegen vor Anker auf 7m Tiefe. Das Wasser ist hier strahlend blau und auf unserem sandigen Ankergrund wimmelt es nur so von weißen Plattfischen.

Heute haben wir dann das Dinghy ins Wasser gelassen und sind näher an das Riff gefahren. Dort haben wir es an einer Boje festgebunden und sind inmitten von vielen bunten Fischen geschnorchelt. Fühlten uns wie ein Teil der Schwarmfische oder beobachteten die schönen großen und kleinen Fische in allen Farben. Das hat wirklich viel Spaß gemacht. Und mit unserer tollen Einstiegsleiter für unser Dinghy ist es auch kein Problem für mich vom Wasser ins Boot zu kommen. Puh.

Nach den vielen Tagen im Hafen genießen wir es vor Anker zu liegen. Man steht morgens auf und springt erst einmal ins blaue Wasser. Verbringt den Tag mit Lesen und Schwimmen, oder bastelt irgendetwas am Schiff herum. Macht ein wenig Sport auf dem Vordeck, ganz zum Vergnügen von irgendwelchen Touristen, die dann zwischendurch mit Booten zur Insel gekarrt werden. – Also wirklich –

Berthold sagt es soll mir egal sein. Also werde ich morgen wieder meinen Flexibar zum Einsatz bringen.

Gerade lassen wir den Tag ausklingen. Wir haben uns ein leckeres Essen gekocht: Spaghetti mit Garnelen, Cocktailtomaten und Lauchzwiebeln. Und jetzt genießen wir ein Glas Weißwein und Berthold raucht eine Zigarre, während ich euch schreibe.

Veröffentlicht unter 07/2014 bis 05/2015, Uncategorized | 3 Kommentare

Ausflüge auf Lanzarote

In den letzten beiden Tagen sind wir mit unserem Mietauto über die Insel gefahren.

Zuerst waren wir im Süden der Insel unterwegs. Wir haben uns die Marina Rubicon angesehen, die ja der älteste Yachthafen der Insel ist. Diese Marina ist ganz schön, größer, jedoch auch viel trubeliger als „unsere“ Marina Calero. Es gibt dort viele Restaurants und Shops und sogar einen Schiffsausrüster. Interessanter Weise ist es wirklich unglaublich schwierig bis unmöglich hier auf Lanzarote Ersatzteile oder wie in unserem Fall die richtigen Seile zu finden. Wir werden es auf Gran Canaria noch mal probieren, dort gibt es wahrscheinlich eine Auswahl und hoffentlich finden wir dort was wir brauchen.

Dann haben wir uns auf den Weg zur Saline gemacht. Früher hat man hier auf Lanzarote viel mehr Salz hergestellt, da der geangelte Fisch mt Salz haltbar gemacht wurde. Heute gibt es nur noch ein zwei Betriebe. Wir haben uns die beeindruckenden Salzfelder ansehen und für die Bordküche direkt zwei Dosen Flor de Sal (so heißt das hier) gekauft.

Vor dort aus sind wir nach El Golfo gefahren. Vorbei an einer unglaublichen Vulkanlandschaft. Es ist so beeindruckend welche schwarzen Steinmassen hier bewegt wurden. Auf der einen Seite der Straße die riesige schwarze gezackte Lavawüste und auf der anderen Straßenseite geht es steil hinab zum Meer. Das Meer ist an diesem Teil der Küste sehr wild und tost mit großen Wellen und weißem Schaum an die schwarzen Felsen. An manchen Stellen spritzt die weiße Meergischt bis hoch über die Felsen. Wir haben öfter angehalten um uns das anzusehen. Es war überwältigend.

image

In El Golfo angekommen, haben wir einen köstlichen gegrillten Fisch mit Kartoffeln und etwas Salat gegessen, ein Gläschen Wein dazu getrunken und zum Abschluss gab es noch einen Espresso, bevor es weiter ging zum höchsten Vulkan der Insel, dem Timanfaya.

Kurz bevor wir den Vulkan erreicht hatten, sahen wir am Straßenrand Kamele liegen und eine zweite Karawane war gerade mit Touristen auf dem Rücken auf dem Weg durch den Vulkansand. Ich konnte Berthold mit einiger Mühe überreden, mit mir eine Runde auf einem Kamel zu reiten. Ich habe unseren Ausritt sehr genossen. Unser Kamel war so nett und so kuschelig weich 🙂

 

image

Dafür habe ich am Timanfaya angekommen, auch die Bustour auf den Vulkan mitgemacht. Ich bin ja nicht so sehr begeistert von Busfahrten und das auch noch durch diese schmalen Wege. Es gibt zwei Busse, die die Touristen über das Timanfaya-Gelände fahren. Mit Informationen zum Ausbruch und zum Vulkan. Das dauerte ca. 30 Minuten. Welch eine Kraft und Gewalt.

Auf dem Weg zurück zu unserer Marina ist uns erst aufgefallen, wie sehr unsere Augen gerne endlich wieder Farbe sehen wollten. Fast den ganzen Tag sahen wir nur die schwarzen schroffen Steine und die dunklen Erdtöne. Man freut sich richtig darüber wieder grüne Pflanzen und farbige Blüten und weiße Häuser zu sehen.

Bei einem kleinen Zwischenstopp im Weingut El Grifo haben wir noch 6 Flaschen von dem leckeren Weißwein gekauft, den wir im Restaurant Amura getrunken hatten.

Gestern dann haben wir uns den Norden der Insel vorgenommen. Wir haben uns die Foundation von Cesare Manrique angesehen und wollten uns dann auch noch sein Wohnhaus in Haria ansehen. Das hat aber leider nur vormittags geöffnet. Also sind wir weiter gefahren und haben uns einen schönen Ausgangspunkt für unsere Wanderung gesucht, die wir gestern unbedingt unternehmen wollten.

Und wir haben wirklich einen wunderschönen Rundweg entdeckt. Wir konnten bis zu den Klippen gehen, von denen es mehrere hundert Meter steil abfiel. Vor uns das Meer und gegenüber La Graciosa. Unsere Ankerbucht von ganz weit oben betrachtet. Herrlich. Auf der anderen Seite konnten wir auch schon Fuerteventura sehen. Das war ein wirklich schöner Weg der uns viel Spaß gemacht hat.

image

 

image

Von dort aus sind wir dann die Küstenstraße entlang gefahren und haben uns über den schönen Tag und die schöne Wanderung gefreut.

 

Veröffentlicht unter 07/2014 bis 05/2015, Uncategorized | 2 Kommentare

Lanzarote

Seit Sonntagnachmittag sind wir nun in Lanzarote in der Marina Puerto Calero. Wir hatten eine schöne ca. 6 stündige Überfahrt von La Graciosa bis hierher. Wir konnten die komplette Strecke wieder nur mit dem Vorsegel zurücklegen.  Das macht Spaß.

Den Montag haben wir mit dem notwendigen Großputz verbracht. Außen musste das Salz gründlich abgespült, die Fenster gereinigt und der Chrom poliert werden und der feine rote Sand musste weg, den man ja längst glaubte abgespült zu haben. Und innen war auch großer Wohnungsputz und Wäsche waschen angesagt. Das kann man in den Ankerbuchten nicht erledigen, weil mit Süßwasser aus dem Wassertank gespart werden muss. Da geht nur der berühmte „kölsche Wisch“.Zur Belohnung waren wir am Montagabend dann in dem wunderschönen Restaurant Amura, direkt hier in der Marina essen. Das war sehr köstlich. Und der Weißwein aus Lanzarote El Grifo Coleccion hat uns auch sehr gut geschmeckt. Liebe Julia, vielen Dank für den Restaurant-Tipp!!!!!

Da unsere Motoren eine Inspektion benötigen und es hier in der Marina ganz schön ist, haben wir uns entschieden bis nächste Woche Dienstag hier zu bleiben. Am Dienstag wollen wir dann nach Fuerteventura aufbrechen.

Gestern haben wir uns ein Autochen gemietet und sind ein wenig über die Insel gefahren. Die Insel ist sehr karg und das dunkle Vulkangestein überall zaubert eine ganz besonderes Stimmung. Dazwischen immer wieder die weißen Würfelhäuser.

Wir haben uns Arrecife angesehen. Hm – was soll ich sagen – nicht schön. Also uns hat es gar nicht gefallen. Wir dachten, dass wir in der Hauptstadt doch ein paar nette Geschäfte finden und wollten für Berthold ein Paar Wanderschuhe kaufen. Aber abgesehen davon, dass die Geschäfte erst wieder um 17 Uhr öffneten und wir viel zu früh da waren, gab es auch wirklich in der Innenstadt keine lohnende Auswahl an Geschäften. Komisch. Naja, wir werden heute noch mal in den Außenbezirken gucken, da gab es Malls. Zumindest sah es im Vorbeifahren so aus.

Was wir aber gefunden haben war ein Frisörgeschäft, in dem es aussah als wäre es ein Überbleibsel aus vergangenen Zeiten. An den Wänden hingen alte Fotografien und die Stühle und Möbel waren sicher aus den 50er Jahren unverändert. Der Frisör schlief friedlich in dem Stuhl vor dem Waschtisch, den Kopf an das Waschbecken gelehnt, bis Berthold ihn weckte und fragte, ob er ihm die Haare schneiden möchte. „Si si si“ und schon nahm er den blauen Umhang und platzierte Berthold auf einem der drei Sessel und ging geübt ans Werk. Man hatte das Gefühl, dass er sein ganzes Leben in diesem Geschäft verbracht hat.

IMG_0327

Danach sind wir noch nach Teguise gefahren. Das Städtchen hat uns sehr gut gefallen. Bis auf die Tatsache, dass dort die meisten Geschäfte UM 17 Uhr schließen. Aber es war egal, wir sind durch die Gassen geschlendert und die Ruhe genossen, die schönen Gebäude bewundert und haben dort zu Abend gegessen, bevor wir zurück zum Schiff gefahren sind.

IMG_0331

 

IMG_0328

 

Veröffentlicht unter 07/2014 bis 05/2015, Uncategorized | 2 Kommentare

La Graciosa – Landausflug

Zu dieser wunderbaren kleinen Vulkaninsel muss ich einfach noch etwas schreiben, bevor wir morgen früh weiter fahren nach Lanzarote. Dort werden wir dann ca. 7 Tage in einer Marina namens Puerto Calero verbringen. Wir haben ja noch ein bisschen Zeit, bis wir am 31. Oktober dann in Gran Canaria sein wollen.

Gestern (10.Oktober) haben wir unser Schlauchboot zu Wasser gelassen, die Paddel eingehängt und sind an Land gefahren. Das erste Mal übrigens, seit wir in Gibraltar gestartet sind. Die Tage zuvor waren wir mit ausruhen, aufräumen, umräumen, schwimmen und schnorcheln beschäftigt.

Wir haben uns auf den ca. 45 minütigen Weg zum einzigen Dorf der Insel gemacht, erst am Meer entlang, es war gerade Ebbe und später querfeld ein geradewegs in Richtung Dorf. Meine „Wüsten- und Entdeckerstiefel“ haben sich wieder einmal als sehr sinnvolle Anschaffung erwiesen und da hier alles nur Sandpisten sind, waren sie genau das richtige Schuhwerk. Der Weg hat wirklich viel Spaß gemacht.

image

image

Direkt am Dorfrand befindet sich ein Zeltplatz auf dem ca. 15 Zelte weit auseinander verstreut standen. Direkt vor dem Zeltplatz liegt ein wunderschöner Sandstrand und nirgends ist es überlaufen. Zu dem Zeltplatz gehört ein kleines ovales Gebäude in dem Duschen und WCs untergebracht sind. Das habe ich mir natürlich gleich angesehen und – picobello sauber. Also: Mein Tipp an Hagen und Freunde und andere Menschen die gerne Zelten: Ab in den Flieger nach Lanzarote und mit der Fähre nach La Graciosa mit Zelt und Schlafsack.

Berthold und ich sind weiter ins Dorf gegangen und hielten uns in Richtung Hafen. Ich weiß gar nicht wie ich diese wunderschönen weißen Würfelhäuser mit ihren blauen Fensterläden und Türen beschreiben soll. Deshalb gibt es gleich noch ein paar Fotos. Wie gesagt, es gibt keine Straßen nur Sandpisten. Hier findet man Ruhe und Erholung. Für alle die nicht gerade zur Campingfraktion gehören gibt es hier auch ein paar exklusive Apartments, die sich optisch überhaupt nicht von den Wohnhäusern der 450 Einwohner des Dorfes unterscheiden.

image

Außerdem gibt es zwei kleine Supermärkte, einen Bäcker, ein paar Bars und Restaurants, den Anleger für die Fähren und einen kleinen Yachthafen. Also – es ist alles da was man für schöne erholsame Ferien braucht. Wer Ruhe sucht und weg vom Massentourismus möchte – hier ist er richtig.

Wir haben uns für ein Restaurant in der Nähe des Fähranlegers entschieden. Er war sehr klein und wirkte auf uns sehr gemütlich und was besonders schön war, direkt am Tisch hinter uns saßen 6 spanische Männer, ich schätze sie waren so ungefähr Ende 60, die von einer Gitarre begleitet spanische Volkslieder sangen. Das war so berührend.

So saßen Berthold und ich vor einer Platte mit köstlichen gegrillten Fischen, dazu die typisch kanarischen Kartoffeln und einem Salat   und genossen den Moment. Es war ein wirklich ganz besonderes Erlebnis.

Später sind wir zu einem der beiden Supermärkte gegangen und haben noch etwas Gemüse und Obst geholt, denn davon hatten wir mittlerweile nichts mehr an Bord. Beim Bäcker haben wir zwei Brote geholt und danach sind wir wieder querfeldein in Richtung Ankerbucht gegangen. Diesmal mussten wir zum Teil die Auto-Sandpiste gehen, weil das Wasser gestiegen war und der Weg am Strand entlang nicht mehr begehbar.

Ca eine Stunde später waren wir wieder in unserer Bucht angekommen. Wir zogen unser Schlauchboot ins Wasser und paddelten zurück zur Sempre due. Naja, das hört sich jetzt so locker flockig an. Aber die Wahrheit ist, dass Berthold ganz schön schuften musste, weil wir ordentlich Gegenströmung hatten.

Die drei jungen Norweger auf unserem Nachbarschiff konnten sich das Lachen gar nicht verkneifen, als sie uns haben herbei rudern sehen. Das muss wohl auch ein lustiges Bild gewesen sein. Ich sitze wie Frau Königin auf dem Rand des Schlauchboots mit Sonnenhut auf dem Kopf und Berthold schuftet und rudert was das Zeug hält.

Aber da die Jungs uns immer an Hagen und seine Freunde erinnert haben, wir sie aus der Ferne als „unsere Wikinger“ bezeichnet und wir sie schon ins Herz geschlossen hatten und wir  ziemlich knapp an deren Boot vorbei kamen und sie sich echt Mühe gaben, das Lachen höflicher Weise zu unterdrücken, haben wir Ihnen eines der beiden Brote, die wir gekauft haben angeboten. Da haben sie sich wirklich sehr gefreut. Und einer der Jungs, sprach sogar ganz gut deutsch, konnte sich nicht verkneifen uns noch ein schönes Rudern zu wünschen.

image

Das war wirklich ein schöner Ausflug.

Veröffentlicht unter 07/2014 bis 05/2015, Uncategorized | 1 Kommentar

608,96 sm auf dem Atlantik – Ziel: La Graciosa

La Graciosa bedeutet „die Anmutige“, sie ist die nördlichste bewohnte kanarische Insel.

Wir sind angekommen! Vor 5 Tagen sind wir in Gibraltar morgens um 9 Uhr gestartet. Antonio und Christian haben uns die Leinen gelöst und uns von der Kaimauer abgestoßen, weil es schon ziemlich eng war in dem Hafen. Es war ein herzlicher Abschied. Als nächstes sind wir zur Tankstelle gefahren und haben zollfreien Diesel getankt. Das hat sich wirklich gelohnt. Ca. 50 Cent kostete der Liter Diesel.

1.127,79 km lagen vor uns. Wir waren voller Abenteuerlust und Neugier darauf, was uns in den nächsten Tagen erwartet. Laut mehrerer Wettermodelle sollte es ein gemütliche Überfahrt werden mit schönem Genakerwind von hinten bei 15 Knoten. Wir hatten uns auf eine Fahrt von 6 Tagen eingerichtet.

Es ist schon immer ein bißchen aufregend auf der Straße von Gibraltar zu fahren. Dort drängt sich wirklich unglaublich viel Schiffsverkehr. Wobei man ja sagen muss, dass die riesigen Frachter und Passagierschiffe gar nicht so das Problem sind, vielmehr die Fischer sind es auf die man wirklich gut aufpassen muss. Aber am Abend des nächsten Tages hatten wir die Straße von Gibraltar endgültig hinter uns gelassen. Um unsere Route ein bisschen zu beschreiben: wir sind erst einmal durch die Straße von Gibraltar durch und dann erst einmal ein ganzes Stück geradeaus in Richtung Westen um genügend Abstand zur Küste von Marokko zu halten. Danach sind wir nach links abgebogen in Richtung Kanarische Inseln.

Am zweiten Tag hatten wir ein ganz besonderes Erlebnis auf See. Unser Schiff war umringt von Delfinen. Es war wirklich so wunderschön. Ich lag bäuchlings auf dem Netz und hatte wirklich das Gefühl ich könnte sie anfassen. Sie schwammen um die Kufen und sprangen vor dem Schiff auf und ab. Und es waren soooo viele!!!!! Dieses Schauspiel dauerte bestimmt eine halbe Stunde.

Bis hierhin hört sich das ja alles sehr schön und romantisch an, aber ganz so war die Überfahrt dann doch nicht. Und ich weiß eines, wenn ich mal irgend jemanden kennenlerne der beruflich Wettermodelle herstellt, dem werde ich mal etwas erzählen. Und euch kann ich sagen, diese Menschen schreiben glaube ich einfach irgendwas dahin und bekommen auch noch Geld für ihre Märchen die sie schreiben.

Aus den vorhergesagten angenehmen 15 Knoten Wind wurden locker im Durchschnitt 25 Knoten Wind, Höhepunkte waren 33 Knoten. Wir hatten ja in Gibraltar schon den Genaker (Leichtwindsegel 92 qm groß) hochgezogen, damit wir ihn auf See nur öffnen müssen. Aber er kam eigentlich nur am letzten Tag unserer Reise, also heute, ca. 5 Stunden vor unserer Ankunft in La Graciosa zum Einsatz. Dann hatten wir nämlich die versprochenen 16 Knoten Wind. Die komplette restliche Zeit sind wir nur mit der Genua (Vorsegel) gefahren. Das reichte aus um, je nach Welle Geschwindigkeiten bis zu 12 Knoten zu erreichen!!! Die höchste Surfgeschwindigkeit waren 13,3 Knoten. Die Wellen kamen von schräg hinten angerollt und waren oft höher als unser Schiff. Daran musste man sich auch erst einmal gewöhnen. Ansonsten war unsere durchschnittliche Geschwindigkeit ca. 6-7 Knoten, schätze ich. Und das, wie gesagt, nur mit dem Vorsegel.

Durch dieses Geschaukel und Gerüttel der Wellen ging es mir die ersten beiden Tage nicht besonders gut. Auch nicht so ganz schlecht, aber doch so dass ich nicht wirklich essen mochte und ziemliche Kopfschmerzen hatte. Aber – das war dann ab dem dritten Tag vorbei. Das kenne ich ja schon und ich wußte, dass ich mich darauf verlassen kann. Die Nachtwachen gingen gut und ich muss sagen, dass ich keine Angst hatte, dass unser Schiff das nicht schafft. Berthold und ich haben uns nachts alle vier Stunden abgewechselt. Meine Schicht war von 22 Uhr bis 2 Uhr und von 6 Uhr bis 10 Uhr. Tagsüber haben wir geschlafen, wie es sich ergeben hat.

Heute, am späten Nachmittag gegen 17 Uhr, einen Tag früher als erwartet, sind wir glücklich in La Garciosa angekommen. Wir ankern in einer wunderschönen Ankerbucht. Auf der einen Seite La Graciosa auf der anderen Seite Lanzarote. Der Mond ist voll und lacht uns aufs Schiff. Wir hatten einen traumhaften Sonnenuntergang und genießen den Abend. Berthold hat sich eine dicke Zigarre angesteckt und einen ordentlichen Rum gegönnt. Das hat er sich verdient.

Veröffentlicht unter 07/2014 bis 05/2015, Uncategorized | 6 Kommentare

Nach fünf Tagen auf dem Atlantik sind wir auf La Graciosa angekommen

IMG_1921.JPG

Veröffentlicht unter 07/2014 bis 05/2015, Uncategorized | 1 Kommentar

Gibraltar – Warten – warten – warten

Laaangweilig. Wir wollen weiter.

Die Abfahrt war für morgen früh (02.10.2014) geplant, aber heute und morgen ist es sehr windig mit Sturmböen. Da bleiben wir doch lieber  noch bis Freitag hier im Hafen. Leider liegt unsere Sempre due an der Kaimauer und es weht uns den ganzen Dreck und Staub und Blätter von der Promenade aufs Deck. Dabei hatten wir gestern alles so schön für den Start sauber gemacht. Morgen am Nachmittag soll der Wind nachgelassen haben. Dann machen wir noch mal ein bißchen sauber und füllen den Wassertank noch einmal voll.

Heute Vormittag waren wir bei Morrison zum Großeinkauf. Porridge with Sirup und Baked Beans und Chips für Hagen und Josephine waren natürlich auch im Einkaufswagen. Mit „Fluppen und Fusel“ haben wir uns schon auf der Main Street eingedeckt. Der Fusel ist ja für die Fische die wir auf der Überfahrt zu fangen planen.  Außerdem haben wir noch eine steuerfreie Flasche Tanqueray und einen köstlichen Rum für besondere Gelegenheiten. Na die „Fluppen“ waren doch eher einige dicke kubanische Zigarren.

Das Einzige, das den weiteren Aufenthalt hier verschönt ist, dass wir noch ein, zwei unterhaltsame Abende mit unserem Bootsnachbarn Antonio haben können.  Sein Katamaran OM liegt direkt vor uns. Antonio ist Neuseeländer. Da entstehen abends bei Wein und Zigarre die abenteuerlichsten Ideen und Geschichten. Wir freuen uns sehr, dass wir ihn hier kennengelernt haben. Er ist ein wirklich interessanter Mann, der seit einigen Monaten seinen drei Töchtern (Anita, Tosca und Indra, ich glaube 15, 14 und 11 Jahre) Europa zeigt, um ihnen seine Identität und Wurzeln näher zu bringen. Antonio ist Venezianer und vor 25 Jahren mit seiner Frau nach Neuseeland ausgewandert. Seit vorgestern sind noch Christian, ursprünglich Südafrikaner, aber mit neuseeländischem Pass mit an Bord, er ist Lehrer und unterrichtet die Mädels auf der Reise und noch ein junger Mann, dessen Name ich nicht weiß. Mit dieser Crew fährt Antonio dann demnächst los in Richtung Madeira und weiter zu den Kapverden, um von dort aus über den Atlantik in die Karibik zu segeln. Vielleicht sehen wir uns auf Grenada wieder.

Es ist schön, so unterschiedliche Menschen unterwegs zu treffen, die oft sehr ungewöhnliche und spannende Geschichten zu erzählen haben,

image

Sobald wir weiter fahren können, werden wir 5-6 Tage durchsegeln, um dann zu den Kanarischen Inseln zu kommen. Wir planen direkt die erste und nördlichste der Kanareninseln anzusteuern: La Graciosa „die Anmutige“. Die Insel liegt vor Lanzarote und soll sehr schön sein. Sie ist 27 qkm klein. Wir werden berichten.

Veröffentlicht unter 07/2014 bis 05/2015, Uncategorized | 4 Kommentare

Gibraltar Impressionen

 

P1040387.JPG

P1040378-0.JPG

P1040398-0.JPG

P1040386.JPG

Veröffentlicht unter 07/2014 bis 05/2015, Uncategorized | 6 Kommentare

Gibraltar – 25.09.2014 bis der Wind gut steht

Die Marina in Fuengirola haben wir wirklich mit etwas schwerem Herzen verlassen, weil wir uns dort sehr wohl gefühlt haben. Aber unser Ziel sind ja die Kanarischen Inseln und irgendwie muss es jetzt ja auch weiter voran gehen.

Also sind wir morgens um 8.30 Uhr gestartet uns hatten einen schönen und gemütlichen Tag auf See. Leider mal wieder mit Motor statt unter Segel, aber ohne Wind gehts eben nicht anders.

Wir hatten uns schon ein paar Tage vorher in der Ocean Village Marina um einen Liegeplatz beworben und kurz nach unserer Abfahrt erreichte uns die Nachricht, dass sie fully booked sind. Also habe ich die Queensway Quay Marina angefragt und erfahren, dass diese auch voll ist, ich aber noch einmal am frühen Nachmittag anrufen soll, falls sich etwas in der Zwischenzeit ändert.  Die direkt an die Fluglandebahn grenzende spanische Marina  La Linea hatte noch einen Platz für uns frei, also waren wir zumindest sicher, dass wir irgendwo unterkommen.

Am Nachmittag stellte sich dann heraus, dass wir doch in der Queensway Quay Marina einen Liegeplatz bekommen können. Wir wollten ja doch so gerne direkt in Gibraltar sein. Und wir sind erstaunt, dass der Liegeplatz sogar günstiger ist, als der in La Linea. Also – alles perfekt gelaufen.

Nun sind wir also in England angekommen, die englische Gastland-Fahne weht am Mast und wir haben wieder eine schöne Marina erwischt. Wir liegen zwar direkt am Kai und haben durch Ebbe und Flut mal mehr mal weniger Kletteraktion beim Verlassen des Schiffes, aber dafür sind direkt neben uns die schönen Restaurants und Bars. Gestern Abend war hier eine größere Veranstaltung von der Royal Navy und irgendetwas mit Rugby.  A man’s world. Ich glaube ja fast, dass ich den berühmten Rugby-Spieler Mike Tindall gesehen habe, der mit Zara Philips verheiratet ist. Bin aber nicht ganz sicher. Es sahen einige der Herren sehr kernig aus und es wurde fleißig gefilmt.

Heute haben wir uns die Main Street angesehen und über die roten Briefkästen gefreut und die englischen Polizisten. Die Autos fahren rechts herum, aber sonst ist es hier doch sehr englisch. Schön! Wir haben für Internet gesorgt, so dass der Blog weiter geschrieben werden kann und noch ein paar ausstehende Emails.

Für morgen ist der Besuch des Affenfelsens geplant. Ansonsten warten wir auf den richtigen Wind für unsere Reise zu den Kanarischen Inseln. Wir werden dorthin ca. 5 Tage auf See sein und dafür brauchen wir Wind. So lange können und wollen wir nicht motoren.

 

Veröffentlicht unter 07/2014 bis 05/2015, Uncategorized | Hinterlasse einen Kommentar

Eine Stunde vor Gibraltar

Das erste Sehnsuchtziel

IMG_1910.JPG

Veröffentlicht unter 07/2014 bis 05/2015, Uncategorized | 4 Kommentare

Almeria – Fuengirola

In Almeria waren wir von Mittwoch bis Sonntag. Wir sind nach einer sehr ungemütlichen Nachtfahrt mit viel Wind und vielen Wellen, mal wieder von vorne und mal wieder so von keinem Wetterdienst angekündigt, morgens in Almeria im Hafen angekommen. Dort haben wir uns erst einmal ausgeruht. Später haben wir uns die Stadt angesehen und haben uns entschlossen erst einmal in Almeria zu bleiben, bis der Wind ruhiger wird und sich die Windrichtung etwas zu unseren Gunsten ändert.

Am nächsten Tag haben Berthold und ich das Schiff komplett geschrubbt und das Salz abgewaschen. Ich konnte Wäsche waschen, die vom Wind an der Reling in ein/zwei Stunden trocken geweht wurde.

Für den darauf folgenden Tag haben wir uns ein Auto gemietet und sind nach Granada gefahren. Eigentlich hatten wir vor die Alhambra zu besichtigen. Berthold hatte so davon geschwärmt. Er war vor 30 Jahren dort. So dass Christina und ich schon sehr neugierig waren. Aber leider mussten wir nach unserer 160 km Anfahrt erfahren, dass es keine Karten mehr für diesen Tag gibt. Es gibt nur eine begrenzte Kartenanzahl und diese werden zum Teil schon per Internet oder im Vorverkauf verkauft. Das konnten wir ja nicht ahnen und vor 30 Jahren war das noch nicht so 🙂

Also haben wir uns die Altstadt angesehen, haben vor der Stier-Arena sehr köstliche Gazpacho und Tapas zu Mittag gegessen und sind am späten Nachmittag zurück nach Almeria gefahren. Die Autobahn führt mitten durch die unglaubliche Landschaft der Sierra Nevada. Die Berge und kargen Felsen erinnern wirklich an die alten Western-Filme.  Wunderschön.

Am nächsten Tag, Freitag, haben wir dann die schöne Markthalle in Almeria besucht und sind danach, direkt hinter der Markthalle in ein alt eingesessenes Tapas-Restaurant“5 Toros“ um dort viele verschiedene, unglaublich köstliche Tapas zu essen. Das Restaurant war eine echte Entdeckung. Die Stimmung schön, die Tapas lecker. Was will man mehr. Nachmittags haben wir dann noch die Festungsanlage von Almeria besichtigt und danach schon einmal für die Weiterfahrt eingekauft.

Am Samstag sind wir schon früh nach Malaga gefahren. Wieder durch die schöne Sierra Nevada, dann weiter durch Plastikfolien-Tomaten-Land, dann an einer schönen Küstenstraße entlang, bis wir nach Malaga kamen. Dort haben wir die große Kathedrale und die Altstadt besichtigt und am Nachmittag sind wir dann zum Flughafen um Christina zu verabschieden.

Mannschaft an Bord: Berthold und Ursula

Nach einem gemütlichen Frühstück am Sonntag haben Berthold und ich das Schiff zur Weiterfahrt vorbereitet. Wir hatten eine ca. 18 Stunden-Fahrt vor uns. Deshalb haben wir gegen Mittag abgelegt, um am nächsten Morgen anzukommen. Unser Club de Mar in Almeria veranstaltete an diesem Sonntag eine Regatta für die Segelyachten, aber auch für die Jollen bzw. Optimisten der Kinder. Daher war direkt vor dem Hafen eine Menge los. Kinder die in ihren Optimisten herum segelten und ein Stückchen weiter vor dem Hafen dann die Segelschiffe, die sich richtig ins Zeug legten.

Dort haben wir uns durchgefädelt und hatten dann eine wunderbare Fahrt und eine ganz ruhige Nacht bis nach Fuengirola. So gehts doch auch. Wir haben am Nachmittag etliche Delfine gesehen, über die man sich ja immer wieder aufs neue freut.

Morgens um halb neun kamen wir dann in der Marian von Fuengirola an. Das ist ein wirklich netter kleiner Hafen. Mit einem jungen Hafenmeister, der seit 5 Jahren deutsch lernt und mit Berthold seine Deutschkenntnisse übt. Mit netten und interessanten Bootsnachbarn. Ein Herr aus Köln, der sein Unternehmen verkauft hat und jetzt mit seiner Düsseldorfer Freundin auf dem Schiff wohnt, etliche lustige Engländer, und einer netten Dame rechts von uns, die immer ein freundliches Wort sagt, wenn man ihr begegnet. Außerdem haben wir Ralf kennengelernt, der ein Boot für dessen Eigner wieder herrichtet, nachdem dieser schon mehrfach die Welt umrundet hat und das Boot jetzt viele Reparaturen braucht. Ralf kommt aus Köln und wohnt seit 30 Jahren im Ausland am Mittelmeer. Er hat einen abenteuerlichen Lebenslauf, auf den er aber stolz ist. Ein Lebenskünstler. Er hat uns mal kurzerhand den Warmwasserboiler repariert. So dass diese Baustelle schon einmal erledigt ist.

Alle anderen Baustellen müssen jetzt bis Gran Canaria warten. Der Mitarbeiter von Fountaine Pajot hat keinen Termin hier am Festland auf die Reihe bekommen. Die Ausreden waren mannigfaltig. Und wir wollten jetzt auch keine weiteren mehr hören. Also haben wir Gran Canaria vorgeschlagen, denn dort sind wir ja fast 4 Wochen. Das sollte doch genügen. Außerdem arbeitet unser Rally-Veranstalter mit einer Firma zusammen die Reparaturen etc durchführt. Das hörte sich für uns so an, als könnte das funktionieren. Wir werden sehen.

Am Kopfende dieses Stegs ist ein Anleger für ein Touristen-Ausflugs-Boot. Das ist wirklich sehr lustig. Denn so drei- oder viermal am Tag legt das Boot an und eine Horde Engländer geht vom und eine weiter zum Boot. Das ist wirklich jedes mal ein Erlebnis.

Gestern war dann erst einmal Putz- und Waschtag. Abends gab es ein Abendessen im Ku-Damm. Einem von einem deutschen Koch geführtes Restaurant hier direkt im Hafen. Das Essen war ganz gut. Vor allem die Bratkartoffeln 🙂 Das Restaurant war uns von dem Engländer auf dem Schiff uns gegenüber empfohlen worden.

Für morgen oder übermorgen, Mittwoch 24.09.2014/Donnerstag 25.09.2014, ist die Weiterfahrt nach Gibraltar geplant. Dort wollen wir auf das richtige Wetterfenster für die Fahrt zu den Kanarischen Inseln warten.

Heute genießen wir Fuengirola. Es ist wirklich eine sympathische kleine Stadt, wir führten uns hier sehr wohl. Heute war großer Markt. Den Tipp bekamen wir von der netten Boots-Nachbarin. Der Fußweg dahin hat sich wirklich gelohnt. Es ist ein großer Markt auf dem es alles nur denkbare zu kaufen gibt. Obst und Gemüse, aber auch Kleider, Schuhe und jeglichen Pröttel, Spielzeug, Elektronikzeugs usw. Vor dem Markt ist eine Bar mit vielen Tischen draußen, im Schatten der Bäume. Und am Rande dieser Bar stehen zwei junge Männer, die wirklich gute Musik machen: Reggae, Ska, zwischendurch mal etwas Kubanisches oder Rock n Roll-iges – einfach toll. Das hat wirklich Spaß gemacht zuzuhören. Am liebsten hätte ich getanzt.

Auf dem Markt habe ich für Josephine und mich schon einmal das Haremsdamen-Outfit für Gran Canaria gekauft. Laut Rallye-Organisation ist das Thema des diesjährigen Umzugs „1000 und eine Nacht“. Nachdem uns anlässlich der aktuellen Weltsituation zuerst doch recht ungewöhnliche Ideen als Kostümierung eingefallen waren, haben wir, aus Angst vor Ausschluss, uns dann doch für Haremsdamen und Scheichs entschieden. Liebe Josephine, unsere beiden Scheichs müssen noch nach einem Outfit Ausschau halten.

Apropos Outfit: Wie ja schon beschrieben, ist dieser Ort ein eher von Engländern und aber auch Holländern bevorzugter Urlaubsort. Es ist wirklich interessant, welch unterschiedliche Auffassung unterschiedliche Nationalitäten von einem passenden oder sagen wir mal markt- und restaurantgängigen Urlaubsoutfit haben. „Der Engländer“ und selbstverständlich auch „die Engländerin“ zeigen ja sehr gerne Tattoos. Die Herren tragen zur Shorts allerhöchstens ein weites Unterhemd oder ein Hemd das keine Knöpfe zu haben scheint, während die Dame sich farbenfroh in etwas Enges und vor allem Kurzes schießt. Gerne auch schulterfrei, schon der Tattoos wegen. Bei der Menge an Kilos auf den Hüften ist der Anblick doch etwas gewöhnungsbedürftig. Also ich habe gar nichts gegen Tattoos, das wäre ja auch witzig, aber hier auf dem Markt gab es doch eher grob Gestochenes und wenig künstlerisch Wertvolles zu sehen. Etwas unangenehm waren mir die halb nackten Menschen auf dem Markt schon.

Nein ich will natürlich nicht über irgendwelche Landsmänner schlecht reden. Aber ich glaube ich werde mich mit der landestypischen Urlaubsoutfit-Frage einmal genauer befassen. Deutsche Touristen fallen ja in den schönen alten Städten, eher durch hochgebirgstauglige Ausrüstung auf: Wanderbluse oder -hemd, dazu eine wind- und wetterfeste kurze Wanderhose, SOCKEN und dazu dann die formschönen Wandersandalen. Nicht zu vergessen das Hütchen gegen die Sonneneinstrahlung und der ach so praktische Tagesrucksack. So kann man dann auch mal locker eine Kathedrale besichtigen.

 

 

 

 

Veröffentlicht unter 07/2014 bis 05/2015, Uncategorized | 5 Kommentare

Mar Menor und Playa de Levante – 14.09.2014

Die letzte Nacht haben wir in einer Bucht namens Calnegre, Playa del Pudrima, vor Anker verbracht. Unser Plan war es am nächsten Vormittag ins Mar Menor zu fahren um dort den Sonntag und evtl. sogar den Montag zu verbringen. Für die nächsten Tage ist viel Gegenwind gemeldet. Also wollten wir uns an einem schönen Platz verstecken und erst wieder bei Wind aus der richtigen Richtung weiter in Richtung Malaga segeln.

Es gab übrigens zum Abendessen wieder prima Doradenfilets mit Salat. Diesmal waren noch ein paar Garnelen mit in der Pfanne. Hmmmm. Ein bisschen einseitig unsere Ernährung, aber uns macht das nichts aus. Immer wieder lecker und dazu ein kühles Bierchen, was will man mehr.

Oder wie unser Freund Harald sagen würde: „Mer lewe widder, wie die Ferschte“. Bin gespannt, wer alles eine Übersetzung braucht 🙂 So, das nur mal dazu.

Also haben wir uns heute Vormittag nach einem gemütlichen Frühstück und einem kleinen Schwimmerchen über einer fischleeren Unterwassermondlandschaft aufgemacht zur Einfahrt ins Mar Menor. Das ist ein riesiger Salzwassersee den man durch eine schmale Einfahrt erreichen kann. Über diese Einfahrt führt eine Brücke, die von 8 – 22 Uhr alle zwei Stunden öffnet. Also waren wir um 12 Uhr pünktlich an Ort und Stelle und reihten uns in die bereits wartende Segelyachten-Kette ein. Die Brücke wurde hochgeklappt und wir fuhren durch. Das war spannend. Wie auf der Autobahn. Ein Schiff hinter dem nächsten und entgegen kommen auch wieder eine Reihe von Schiffen.

Leider ist das Mar Menor zwar groß und schön und es hätte alles ganz toll werden können, aber Mar Menor hat sich als ein riesiges Quallenbecken entpuppt. Dicht an dicht schwimmen 10 bis 20 cm große Staatsquallen. Gefährliche (!!)  Staatsquallen sagt T-Online.

(Nachträgliche Korrektur: Beim genaueren Nachschauen gerade in Wikipedia stellte sich heraus, dass es sich bei den von uns gesehenen Quallen um die Spiegeleiqualle handelte. Die für den Menschen nicht gefährlich ist. Aber schön sahen sie dennoch nicht aus. )

Also fiel der Entschluss, die zwei Stunden bis die Brücke sich wieder hebt auf dem Wasser herumzudümpeln und dann so schnell wie möglich wieder raus aus der Quallensuppe.

Um 14 Uhr ging es dann also durch den Kanal unter der Klappbrücke durch aufs Meer hinaus. Um eine gute Stunde später in der Playa de Levante vor Anker zu gehen. Es ist wieder ziemlich windig geworden am Nachmittag. Aber der Anker hält. Wir konnten schwimmen und  schnorcheln und hier gibt es auch wieder Fische zu sehen.

Der Anker sitzt gut, so dass wir trotz der 20-25 Knoten Wind keine Sorgen haben müssen. Berthold kocht. Heute gibt es Albondigas in Tomatensoße und dazu Nudeln. Ein paar Kohlehydrate vertragen wir schon auch mal zwischendurch.

Bis Malaga haben wir noch eine Woche Zeit. Denn von dort aus fliegt Christina nächsten Samstag zurück nach Hause. Wir haben für Malaga wieder einmal „grob“ die notwendigen Reparaturen eingeplant und sind sehr gespannt, ob es diesmal klappt. Aber daran denken wir jetzt besser noch gar nicht.

Vielen Dank auch mal an dieser Stelle für eure lieben und lustigen Kommentare.

 

Veröffentlicht unter 07/2014 bis 05/2015, Uncategorized | 1 Kommentar

Kurz vor Cartagena

Ein schöner Ankerplatz. Jetzt geht’s ins Wasser, Freunde.

IMG_1894.JPG

Veröffentlicht unter 07/2014 bis 05/2015, Uncategorized | 1 Kommentar

Alicante – Partytown

Lieber Hagen, liebe Josephine, lieber Max, lieber Tobias, lieber Lars, lieber Niklas und lieber Tarik, wenn ihr mal eine Elektro-Club-Open-Air-Party bis morgens um 6 Uhr mit wunderbarem Blick auf eine schöne Marina mit noch schöneren Segelyachten und Motoryachten am Mittelmeer feiern wollt – rate ich euch zu Alicante!!

Für mich war es eher anstrengend, weil ich kaum schlafen konnte und ich bei ziemlicher Wärme sogar noch das Fenster schließen musste und es war dennoch sehr laut. Nicht, dass ich die Musik ganz doof fand, aber etwas leiser hätte es für mich auch getan.

Wir waren gestern also in Alicante, haben bei ziemlich starkem Seitenwind in einem 8 m breiten Liegeplatz festgemacht (unser Schiff ist ja 7,40 m breit). Aber mein Skipper hat das bravourös gemeistert. Gegen Abend wurde es etwas windstiller. Wir haben Wasser und Lebensmittel gebunkert, waren im sehr schönen Real Club Nautico mäßig lecker Abendessen und wie wir die Nacht verbracht haben, habe ich ja schon geschrieben.

 

Veröffentlicht unter 07/2014 bis 05/2015, Uncategorized | 1 Kommentar

Cala Blanca

image

Veröffentlicht unter 07/2014 bis 05/2015, Uncategorized | 1 Kommentar

10. Sept. 2014 – Weg hier + 11. Sept. 2014 – Hier bleiben wir

Nichts wie weg hier aus „fucking Denia“.

Nachdem wir morgens noch schnell für WLAN an Bord gesorgt und ein neues WLAN-Nupsi gekauft haben und zurück ihm Hafen waren, haben wir das Schiff startklar gemacht. Kurzer Zwischenstopp um 13 Uhr an der Tankstelle der Marina und los gehts. Weg hier von diesem frustrierenden Ort.

Wir sind bei ca. 20 Knoten Wind ziemlich genau von vorne nur 8 sm weit gefahren und haben uns in einer schönen Bucht an einer Boje festgemacht. Sind ins klare Wasser gesprungen, haben Fische geguckt und danach das Schaukeln des Schiffes und den leichten Wind genossen.

Danach war Putzaktion in den Kufen und im Salon angesagt.

Zum Abendessen gab es die im wunderschönen überdachten Markt von Denia gekauften Doraden, die 1a von Berthold filetiert und gebraten wurden zu Salat.

Da für morgen auch wieder Wind von vorne angekündigt ist, bleiben wir noch einen weiteren Tag hier in der Bucht Cala Blanca.

Aufgabe für heute: Schwimmen und Baden und Lesen. Wobei die Reihenfolge beliebig und individuell variierbar ist. Für irgendwann noch geplant ist es die Schiffswand abzuwaschen.

 

Veröffentlicht unter 07/2014 bis 05/2015, Uncategorized | 7 Kommentare