Wiedersehen auf Fakarava

Am 24.03. sind Hagen und ich in Fakarava in den Tuamotus angekommen. Die Freude über das Wiedersehen war sehr groß. Berthold stand voller Aufregung und Erwartung am Flughafen und wir konnten schon aus dem landenden Flugzeug sehen, wie sehnsüchtig er uns erwartet. Wir schlossen uns in die Arme. Die Zeit der Überfahrt war uns doch ganz schön lang geworden.

Am Abend gingen wir dann gemeinsam mit Jan an Land zum Dinner und Berthold und Jan zeigten Hagen und mir den Dorfplatz an dem die jungen Frauen der Insel abends ihre traditionellen Tänze zu den Trommelrhythmen der Männer trainierten. Faszinierend. Eine andere Welt.

Am nächsten Tag hieß es Abschied nehmen von Jan.

Wir blieben noch weitere 3 Tage auf Fakarava. Ein traumhaftes Atoll mit glasklarem türkisem Wasser und unglaublich freundlichen, höflichen und fast ein wenig schüchternen Menschen. Ein schmaler Streifen Land voller Palmen und Blumen der sich als ein Oval um türkisgrünes Wasser schließt. Friedlich, freundlich, ursprünglich. Die Frauen tragen alle mindestens eine Blume im Haar oder große Blumenkränze auf dem Kopf. Alle Männer und auch sehr viele Frauen sind mit den wunderschönen polynesischen Tatoos geschmückt.

An zwei Tagen liehen wir uns Fahrräder und erkundeten die eine Inselstraße, die durch einen großen Teil des Ring-Atolls führt. Zum Mittagessen radelten wir zu dem schönen Resort Pearl Havaiki und saßen dort auf der Terrasse direkt am glasklaren Wasser mit Blick auf den Badesteg, den Strand, an dem die Resort-Gäste badeten und sich abkühlten und den Innenteil des Atolls. Ein Südseetraum wird wahr.

Am ersten Tag, als wir gemütlich beim Lunch saßen, schaute ich ins Wasser und sah einen großen dunklen Schatten direkt vor dem Strand, in ca. 1 m Tiefe seine Bahn in unsere Richtung ziehen. Es war ein gut 1,50 m großer Zitronenhai, der seelenruhig dort entlang schwamm. Er kümmerte sich nicht um die Badenden und versuchte genug Distanz zu halten. Schwamm einfach vorbei und verschwand auf der anderen Seite des Badestegs. Die Kamera hatten wir leider nicht schnell genug parat, weil wir mit gucken und staunen beschäftigt waren.

Bei einem weiteren Zwischenstopp gingen wir einen kurzen Weg vorbei an tropischen Bäumen und wunderschönen Nadelbäumen mit sehr langen Nadeln zum Meer. Auf dem Boden lagen die langen Nadeln von meinem Lieblings-Fakarava-Baum, der alles leiser macht wenn man daran vorbei geht. Außerdem lagen viele Schneckenhäuser auf dem Boden. Als wir dann einmal kurz stehen blieben, fingen diese Schneckenhäuser plötzlich an sich zu bewegen und wir stellten fest, dass in all diesen Schneckenhäusern verschiedener Größe und Form Krebse wohnten.

Auf dem Weg zurück zum Dorf zischte es plötzlich an Hagens Fahrrad. Das Hinterrad war platt. Hagen schnappte sich Bertholds Fahrrad und radelte in Richtung Fahrradverleih. Jedoch war auch schon eine Dame in einem Jeep im Vorbeifahren auf uns aufmerksam geworden und sie hat auf dem Weg ins Dorf einfach beim Verleiher angehalten und ihm schon gesagt, dass wir einen Platten haben und schieben. Es dauerte wirklich höchstens 10 Minuten und schon war das platte Fahrrad auf dem Pick up verladen und Hagen hatte ein fahrbereites Rad zur Verfügung und wir konnten unsere Tour fortsetzen. Alles mit einem Lachen und voller Freundlichkeit.

Abends waren wir dann noch einmal an dem überdachten Dorfplatz, der mittlerweile sehr festlich und üppig mit geflochtenen Palmenblättern dekoriert war. Die Pfosten waren mit Blättern eingeflochten, alles war mit Blumen geschmückt, denn es sollte die nächsten Tage eine große Regatta mit den Ausleger-Ruderbooten stattfinden und das war der Abend an dem die Mannschaft von Fakarava und die Mannschaften von den umliegenden Atollen sich mit einem großen Fest trafen. Alle Frauen trugen schöne bunte Blumenkleider, einige sangen gemeinsam Südsee-Lieder und die Männer spielten auf der Ukulele und auf Trommeln dazu.

Hinter dem Dorfplatz spielten die Kinder auf der großen Wiese Fußball und andere Spiele. Alle waren vergnügt und genossen den Abend. Ohne Alkohol im übrigen. Denn in Französisch Polynesien ist es verboten Alkohol in der Öffentlichkeit zu trinken.

Selbst an den Grillständen und Essensständen am Platz wo man zu Abend essen kann, gibt es keinen Alkohol.

Am 29.03. um 9:06 Uhr ging der Anker hoch und wir verließen Fakarava. Ein wenig zu früh, denn das Stillwasser zwischen Ebbe und Flut hatte noch nicht eingesetzt und die Durchfahrt durch den Pass über die Barre war doch sehr ruppig. Bei Berthold fielen Worte wie „Waschmaschine“ und von meiner Seite „ach du Sch…“, und Hagen der im Salon war sagte, es hob sich alles um 10 cm an um nach freiem Fall wieder zu landen. Die Bugspitzen sind eingetaucht und es ging auf und ab. Nach drei Minuten war alles vorbei und die Sempre due schwamm auf ruhigem Wasser, als wäre nichts gewesen.

 

Dieser Beitrag wurde unter 12/2016 bis 08/2017 veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Eine Antwort zu Wiedersehen auf Fakarava

  1. Holger Ruhnau schreibt:

    Hai-Alarm an Bord der Sempre due!
    Bei mir im Kopf läuft sofort die Titelmusik von “ Der weiße Hai“ ab. während ich den Bericht hier lese. Ich muss zugeben, mein Wissen über Jaie ist eher rudimentär: Sie sind Einzelgänger, ihr Gebiss besteht aus mehreren Zahnreihen und sie können Blut schon aus mehreren Kilometern
    Entfernung wahrnehmen. (Das kann ich übrigens mit Schokolade)
    Von einem Zitronenhai jabe ich noch nie was gehört. Bestimmt ist er besonders gefährlich – er wird so schnell sauer! 😉
    Ich bin auf jeden Fall hai-lfroh, dass ihr nicht zu Hai-Häppchem verarbeitet wurdet!

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