Mittwoch, 19.11.2014 – noch vier Tage bis zum Start

Hatte ich am 8.11. geschrieben, dass unsere To-do-Liste soweit abgearbeitet ist, so war das nur die Liste, die wir bis dahin kannten. Interessanter Weise ist die Liste dann mit jedem abgearbeiteten Teil wieder um ein/zwei neue To-do’s gewachsen.

Soll heißen, wir sind eifrig mit Vorbereitungen beschäftigt und hatten, nachdem wir den von der ARC vorgeschriebenen Sicherheitscheck an Bord hatten, auch noch einiges zu tun um unser, wie wir fanden schon sehr üppiges Sicherheitsequipment aufzurüsten und weiter zu ergänzen.

Nun sieht es so aus, dass falls jemand über Bord fällt, er aufpassen muss, dass er nicht von all dem erschlagen wird, was wir ihm hinterher werfen 🙂 Aber es wird auf jeden Fall alles irgendwie leuchten und er kann wählen, welche Trillerpfeife er benutzt.

Nein – ist schon klar – Sicherheit steht ganz oben!! Ich will mich auch nicht lustig machen, aber ein bißchen Humor gehört ja dazu – nicht wahr? Im Hinblick auf Sicherheitsequipment brauchen wir uns jetzt erst einmal keine Gedanken mehr zu machen.

In der Zwischenzeit haben wir diverse Seminare besucht:

– Wetter und Route

– Verproviantierung

– Satelliten-Kommunikation

– Erste Hilfe an Bord

– Management von Notfällen, usw.

Alles in Englisch!! Da muss man sich ordentlich konzentrieren, um die unterschiedlichsten Dialekte zu verstehen.

Wir haben unsere Einkaufsliste für die Überfahrt weitestgehend komplett. Aufbackbrot ist schon gekauft und wir haben das Fleisch beim Schlachter bestellt. Es wird uns vakuumverpackt und tiefgekühlt morgen früh geliefert. Obst und Gemüse wollen wir am Freitag frisch auf dem Markt kaufen. Man staunt ja, wie viel da für, wie wir glauben, großzügig gerechnete 21 Tage herangeschafft werden muss. Wir hoffen, dass wir die Überfahrt in 18-19 Tagen schaffen.

Leider regnet es heute den ganzen Tag schon in Strömen, so dass wir den für heute geplanten Einkauf von nicht verderblicher Ware auf morgen verschoben haben.

Hagen und Berthold sind gerade auf dem Weg zum zweiten Route und Wetter-Seminar mit genauerer Vorschau auf den Sonntag,  unseren geplanten Starttag. Leider sieht die Wettervorschau für Sonntag im Moment nicht so rosig aus. Evtl. viel Wind und von  vorne. Das wäre richtig blöd und Berthold überlegt schon, ob wir dann evtl. später starten, wenn es zu übel aussieht.

Also braucht ihr euch keine Gedanken zu machen. Unser Skipper möchte uns in erster Linie gut über den Atlantik bringen. Uns geht es nicht darum irgendeine Rally zu gewinnen. Savety first. Aber – bis Sonntag ist es noch ein bißchen hin und das Wetter kann sich noch komplett ändern bis dahin. Wir alle wären froh, wenn es jetzt los ginge.

Was sonst noch in der Zwischenzeit passiert ist: Wir haben nach dem Start der ARC+ noch einmal den Liegeplatz gewechselt. Das heißt, raus aus dem „Abstellbahnhof für Katamarane“, sondern wir liegen jetzt in der Marina Puerto de Las Palmas und fühlen uns sehr wohl an unserem neuen Platz. Direkt neben uns liegt der Katamaran OOROO, eine Lagun 450, aus Australien. Die OOROO war das erste ARC-Schiff, das wir noch auf Mallorca in unserer kleinen Marina de Bonaire getroffen haben. Mike und Leanne haben mittlerweile für die Überfahrt noch ein befreundetes Ehepaar mit an Bord (Shayne und Tess). Die vier sind wirklich sehr sympathisch und wir haben immer viel zu lachen mit ihnen. Lernen einiges übers Angeln und über Australien. Es ist eine wirklich schöne Nachbarschaft. Shayne hat deutsche Eltern und kann daher einiges auf Deutsch sagen, was sich immer lustig anhört und ansonsten sagt er oft einfach nur das englische Wort und macht ein „-hausen“ hintendran. Keine Ahnung warum, aber …-hausen gehört für ihn zu Deutschland.

Was wir wirklich sehr genossen haben, waren die letzten Tage in denen Michaela, Nicolas und Maria zu Besuch in Las Palmas waren. Sie haben uns jeden Tag an Bord besucht, sie haben tapfer unser Gasgrill-Experiment mitgemacht. (Wir haben uns einen Gasgrill gekauft, den man außen an der Reling befestigt. Und unser erster Versuch war nicht gerade von Erfolg gekrönt. Aber wir haben ihn tapfer noch einmal ausprobiert am nächsten Tag und jetzt funktioniert er gut.) Außerdem waren Hagen und Josephine mit ihnen einen Tag im Palmitos-Park unterwegs und wir hatten ein schönes gemeinsames Abendessen in ihrem Hotel. Danke noch einmal dafür! Und danke, dass ihr euch auf den Weg zu uns gemacht habt!!!

Regen, Regen nichts als Regen …

Hagen und Berthold kommen gerade vom Seminar zurück. Ich bin gespannt was sie zu berichten haben.

Ach, da fällt mir noch ein: wir haben die Startnummer 144. Und der Tracker wurde gestern an unserem Schiff montiert, so dass man uns nach dem Start auf der Seite http://www.worldcruising.com/ARC über den Atlantik verfolgen kann.

Dieser Beitrag wurde unter 07/2014 bis 05/2015, Uncategorized veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

2 Antworten zu Mittwoch, 19.11.2014 – noch vier Tage bis zum Start

  1. Kerstin Enger schreibt:

    Ihr Lieben,

    ich sende Euch die herzlichsten Grüße aus dem trüben, dunklen Düsseldorf :()
    Ihr erlebt so schöne, aufregende Dinge! Und dank Deiner ausführlichen Berichte – liebe Ursula – kann man so richtig mitfiebern:)
    Ich wünsche Euch die beste, und tollste (reibungslos) Überfahrt, denke an Euch und sende viel liebe, sportliche und gute Energie durch die Leitung,

    herzlichst Eure Kerstin

  2. Christina Blum schreibt:

    Liebe Sempre Due Crew,

    gerade heute, haben wir wieder viel an Euch denken müssen. Wir sind gerade in List auf Sylt – der nördlichsten Gemeinde Deutschlands, mit dem nördlichsten Supermarkt, der nördlichsten Post, Fischbude etc. etc. … (wir können es nicht mehr hören). Auch wir haben Regen, Regen … und Regen (auch der nördlichste Deutschlands).

    Ich glaube es wird Zeit, dass es jetzt mit Eurem Sprung über den Atlantik endlich richtig losgeht. Dann bekommt alles einen Sinn und man weiss, wofür man die ganzen Vorbereitungen getätigt hat , die dann doch eigentlich alle sehr sinnvoll waren. Auf jeden Fall stehen wir hier an Deutschlands nördlichsten und einsamsten Strand und schauen aufs weite Meer hinaus und fragen uns, wie es Euch gerade im Moment geht.

    Wir senden viele, liebe Grüsse über´s Meer und wünschen Euch alles erdenklich Gute … Mast und Schotbruch und eine nicht zu stürmische Überfahrt.

    Roderich,Christina, Galgo und Kyrill (Deutschlands nördlichster Möwenschreck)

    List auf Sylt
    P.S.: von Christina :-), ich beneide Euch auf dem Boot….keine Sorge um die Jagd der Hunde nach Wildschweinen, Kaninchen, Rehen, Füchsen, Vögeln und allem was sich bewegt:-). Ich hatte mich so gefreut Galgo endlich locker laufen lassen zu können und was war…. am ersten Abend verschwand er gleich, schwups mit einem eleganten Sprung, in die Gärten der Häuser an der Böschung….AUAAAAA!!! Selbst der weiteste Strand ist nicht weit genug von den Dünen entfernt um da auch mal nachschauen zu wollen ob man nicht eines der 5000000 Karnickel erwischen könnte…..Heute hat uns eine neugierige Robbe vom Meer aus beobachtet. Das war so lustig anzusehen!

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