Almeria – Fuengirola

In Almeria waren wir von Mittwoch bis Sonntag. Wir sind nach einer sehr ungemütlichen Nachtfahrt mit viel Wind und vielen Wellen, mal wieder von vorne und mal wieder so von keinem Wetterdienst angekündigt, morgens in Almeria im Hafen angekommen. Dort haben wir uns erst einmal ausgeruht. Später haben wir uns die Stadt angesehen und haben uns entschlossen erst einmal in Almeria zu bleiben, bis der Wind ruhiger wird und sich die Windrichtung etwas zu unseren Gunsten ändert.

Am nächsten Tag haben Berthold und ich das Schiff komplett geschrubbt und das Salz abgewaschen. Ich konnte Wäsche waschen, die vom Wind an der Reling in ein/zwei Stunden trocken geweht wurde.

Für den darauf folgenden Tag haben wir uns ein Auto gemietet und sind nach Granada gefahren. Eigentlich hatten wir vor die Alhambra zu besichtigen. Berthold hatte so davon geschwärmt. Er war vor 30 Jahren dort. So dass Christina und ich schon sehr neugierig waren. Aber leider mussten wir nach unserer 160 km Anfahrt erfahren, dass es keine Karten mehr für diesen Tag gibt. Es gibt nur eine begrenzte Kartenanzahl und diese werden zum Teil schon per Internet oder im Vorverkauf verkauft. Das konnten wir ja nicht ahnen und vor 30 Jahren war das noch nicht so 🙂

Also haben wir uns die Altstadt angesehen, haben vor der Stier-Arena sehr köstliche Gazpacho und Tapas zu Mittag gegessen und sind am späten Nachmittag zurück nach Almeria gefahren. Die Autobahn führt mitten durch die unglaubliche Landschaft der Sierra Nevada. Die Berge und kargen Felsen erinnern wirklich an die alten Western-Filme.  Wunderschön.

Am nächsten Tag, Freitag, haben wir dann die schöne Markthalle in Almeria besucht und sind danach, direkt hinter der Markthalle in ein alt eingesessenes Tapas-Restaurant“5 Toros“ um dort viele verschiedene, unglaublich köstliche Tapas zu essen. Das Restaurant war eine echte Entdeckung. Die Stimmung schön, die Tapas lecker. Was will man mehr. Nachmittags haben wir dann noch die Festungsanlage von Almeria besichtigt und danach schon einmal für die Weiterfahrt eingekauft.

Am Samstag sind wir schon früh nach Malaga gefahren. Wieder durch die schöne Sierra Nevada, dann weiter durch Plastikfolien-Tomaten-Land, dann an einer schönen Küstenstraße entlang, bis wir nach Malaga kamen. Dort haben wir die große Kathedrale und die Altstadt besichtigt und am Nachmittag sind wir dann zum Flughafen um Christina zu verabschieden.

Mannschaft an Bord: Berthold und Ursula

Nach einem gemütlichen Frühstück am Sonntag haben Berthold und ich das Schiff zur Weiterfahrt vorbereitet. Wir hatten eine ca. 18 Stunden-Fahrt vor uns. Deshalb haben wir gegen Mittag abgelegt, um am nächsten Morgen anzukommen. Unser Club de Mar in Almeria veranstaltete an diesem Sonntag eine Regatta für die Segelyachten, aber auch für die Jollen bzw. Optimisten der Kinder. Daher war direkt vor dem Hafen eine Menge los. Kinder die in ihren Optimisten herum segelten und ein Stückchen weiter vor dem Hafen dann die Segelschiffe, die sich richtig ins Zeug legten.

Dort haben wir uns durchgefädelt und hatten dann eine wunderbare Fahrt und eine ganz ruhige Nacht bis nach Fuengirola. So gehts doch auch. Wir haben am Nachmittag etliche Delfine gesehen, über die man sich ja immer wieder aufs neue freut.

Morgens um halb neun kamen wir dann in der Marian von Fuengirola an. Das ist ein wirklich netter kleiner Hafen. Mit einem jungen Hafenmeister, der seit 5 Jahren deutsch lernt und mit Berthold seine Deutschkenntnisse übt. Mit netten und interessanten Bootsnachbarn. Ein Herr aus Köln, der sein Unternehmen verkauft hat und jetzt mit seiner Düsseldorfer Freundin auf dem Schiff wohnt, etliche lustige Engländer, und einer netten Dame rechts von uns, die immer ein freundliches Wort sagt, wenn man ihr begegnet. Außerdem haben wir Ralf kennengelernt, der ein Boot für dessen Eigner wieder herrichtet, nachdem dieser schon mehrfach die Welt umrundet hat und das Boot jetzt viele Reparaturen braucht. Ralf kommt aus Köln und wohnt seit 30 Jahren im Ausland am Mittelmeer. Er hat einen abenteuerlichen Lebenslauf, auf den er aber stolz ist. Ein Lebenskünstler. Er hat uns mal kurzerhand den Warmwasserboiler repariert. So dass diese Baustelle schon einmal erledigt ist.

Alle anderen Baustellen müssen jetzt bis Gran Canaria warten. Der Mitarbeiter von Fountaine Pajot hat keinen Termin hier am Festland auf die Reihe bekommen. Die Ausreden waren mannigfaltig. Und wir wollten jetzt auch keine weiteren mehr hören. Also haben wir Gran Canaria vorgeschlagen, denn dort sind wir ja fast 4 Wochen. Das sollte doch genügen. Außerdem arbeitet unser Rally-Veranstalter mit einer Firma zusammen die Reparaturen etc durchführt. Das hörte sich für uns so an, als könnte das funktionieren. Wir werden sehen.

Am Kopfende dieses Stegs ist ein Anleger für ein Touristen-Ausflugs-Boot. Das ist wirklich sehr lustig. Denn so drei- oder viermal am Tag legt das Boot an und eine Horde Engländer geht vom und eine weiter zum Boot. Das ist wirklich jedes mal ein Erlebnis.

Gestern war dann erst einmal Putz- und Waschtag. Abends gab es ein Abendessen im Ku-Damm. Einem von einem deutschen Koch geführtes Restaurant hier direkt im Hafen. Das Essen war ganz gut. Vor allem die Bratkartoffeln 🙂 Das Restaurant war uns von dem Engländer auf dem Schiff uns gegenüber empfohlen worden.

Für morgen oder übermorgen, Mittwoch 24.09.2014/Donnerstag 25.09.2014, ist die Weiterfahrt nach Gibraltar geplant. Dort wollen wir auf das richtige Wetterfenster für die Fahrt zu den Kanarischen Inseln warten.

Heute genießen wir Fuengirola. Es ist wirklich eine sympathische kleine Stadt, wir führten uns hier sehr wohl. Heute war großer Markt. Den Tipp bekamen wir von der netten Boots-Nachbarin. Der Fußweg dahin hat sich wirklich gelohnt. Es ist ein großer Markt auf dem es alles nur denkbare zu kaufen gibt. Obst und Gemüse, aber auch Kleider, Schuhe und jeglichen Pröttel, Spielzeug, Elektronikzeugs usw. Vor dem Markt ist eine Bar mit vielen Tischen draußen, im Schatten der Bäume. Und am Rande dieser Bar stehen zwei junge Männer, die wirklich gute Musik machen: Reggae, Ska, zwischendurch mal etwas Kubanisches oder Rock n Roll-iges – einfach toll. Das hat wirklich Spaß gemacht zuzuhören. Am liebsten hätte ich getanzt.

Auf dem Markt habe ich für Josephine und mich schon einmal das Haremsdamen-Outfit für Gran Canaria gekauft. Laut Rallye-Organisation ist das Thema des diesjährigen Umzugs „1000 und eine Nacht“. Nachdem uns anlässlich der aktuellen Weltsituation zuerst doch recht ungewöhnliche Ideen als Kostümierung eingefallen waren, haben wir, aus Angst vor Ausschluss, uns dann doch für Haremsdamen und Scheichs entschieden. Liebe Josephine, unsere beiden Scheichs müssen noch nach einem Outfit Ausschau halten.

Apropos Outfit: Wie ja schon beschrieben, ist dieser Ort ein eher von Engländern und aber auch Holländern bevorzugter Urlaubsort. Es ist wirklich interessant, welch unterschiedliche Auffassung unterschiedliche Nationalitäten von einem passenden oder sagen wir mal markt- und restaurantgängigen Urlaubsoutfit haben. „Der Engländer“ und selbstverständlich auch „die Engländerin“ zeigen ja sehr gerne Tattoos. Die Herren tragen zur Shorts allerhöchstens ein weites Unterhemd oder ein Hemd das keine Knöpfe zu haben scheint, während die Dame sich farbenfroh in etwas Enges und vor allem Kurzes schießt. Gerne auch schulterfrei, schon der Tattoos wegen. Bei der Menge an Kilos auf den Hüften ist der Anblick doch etwas gewöhnungsbedürftig. Also ich habe gar nichts gegen Tattoos, das wäre ja auch witzig, aber hier auf dem Markt gab es doch eher grob Gestochenes und wenig künstlerisch Wertvolles zu sehen. Etwas unangenehm waren mir die halb nackten Menschen auf dem Markt schon.

Nein ich will natürlich nicht über irgendwelche Landsmänner schlecht reden. Aber ich glaube ich werde mich mit der landestypischen Urlaubsoutfit-Frage einmal genauer befassen. Deutsche Touristen fallen ja in den schönen alten Städten, eher durch hochgebirgstauglige Ausrüstung auf: Wanderbluse oder -hemd, dazu eine wind- und wetterfeste kurze Wanderhose, SOCKEN und dazu dann die formschönen Wandersandalen. Nicht zu vergessen das Hütchen gegen die Sonneneinstrahlung und der ach so praktische Tagesrucksack. So kann man dann auch mal locker eine Kathedrale besichtigen.

 

 

 

 

Dieser Beitrag wurde unter 07/2014 bis 05/2015, Uncategorized veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

5 Antworten zu Almeria – Fuengirola

  1. Käptn Iglo schreibt:

    Ging uns letztes Jahr ähnlich. Für die Alhambra muss man die Tickets Monate im Voraus buchen oder morgens um 6 Uhr in die Warteschlange für die freien Kontingente. Deswegen verstehe ich nicht, warum Berthold nicht vor 30 Jahren schon reserviert oder Christina 2000 keine Karten für euch gekauft hat. Das ist wie beim Segeln: Etwas mehr Weitsicht schadet nie. Alhambra kann mich jetzt an der Muse küssen, wo täglich sich die Hälfte der Socken-in-Sandalen-tragenden Menschheit drängelt, muss ich nicht dabei sein. Für die stillen Momente der inneren Einkehr und kulturellen Kontemplation sind Rothenburg ob der Tauber, Disneyworld oder das Oktoberfest schließlich ähnlich gut geeignet. Ahoi! Gute Weiterreise wünschen Käptn Iglo, Flotillenadmiral Kirsty und die Seehunde

  2. Holger Ruhnau schreibt:

    Stefan und ich warten schon jetzt gespannt auf die Fotos der ‚Haremsdamen‘! Hagen wird sich als Scheich vermutlich nur ein Bettlaken um den Kopf wickeln… 😉

  3. Christina Blum schreibt:

    Huhu Ihr 2, die Alhambra ist ein Traum. Ich habe dort ca. 2000 ein Shooting für einen Kunden gehabt. Mit Pferd und Reiter, so ganz im look des wilden Westens. Und so war es auch. Ein Erlebnis. Ich wollte immer wieder hinfahren und auch die Mandelblüte erleben. Mal sehen. Ursula, Dir scheint das Essen immer nur gut zu schmecken aber nie sehr gut. So schlecht? Oder ist Bertholds Küche einfach so sensationell viel leckerer? Kann man verstehen :-), frisch geangelt und filetiert :-))!
    Die Deutschen bestechen eher durch viel zu kurze Hosen oder Röcke zu den nicht passendem Untergestell, besonders ältere Frauen die gerne shirts ohne Ärmel tragen und dabei alles wabbelige zu sehen ist. Vielleicht sieht man es einfach irgendwann nicht mehr und denkt sich „ach egal“. Bitte warne mich wenn es bei mir soweit sein sollte….
    Die Frauen tragen oft das Haarkleid kürzer und asymmetrisch abgestufter als die Männer und alle tragen sie luftige Bequemschuhe. Was weniger geworden ist…die Handgelenktasche für den Mann…oder wie man das Ding nannte. :-))))) UUUUAAAHHHHH!!!
    Dein schönes Bild von der Trachtenversion fände ich viiiieeeeellll schöner :-))!!! Aber in dem Punkto „zuviel nackte Haut“ bei manchen Volksgruppen 🙂 kann ich absolut mitempfinden daß es einfach zu viel Information ist:-)!
    Hier fängt der Herbst an und wir haben so an die 12-17 Grad. Das Herbstlaub beginnt zu fallen und die Nächte werden knackig kühl. Gestern saßen wir wieder lange draußen und ich trug schon Handschuhe, lach!!
    Es ist eine wunderschöne Jahreszeit und es ist schade daß ihr sie verpasst. Aber man kann ja bekanntlich nicht überall sein!
    Wenn das so weitergeht dann trefft ihr am nächsten Hafen einen der Euch den Rest der Geräte repariert! Super! So ist das auf See und im tiefen Hinterland, man hilft sich :-)!
    Wir, alle 4 (auch die 8 Pfötchen) senden Euch herzliche Grüße und weiterhin eine steife Briese, Eure Christina & Team 🙂

  4. Ihr Lieben,
    sind wieder aus unserem Urlaub zurück, wo wir natürlich auch fleißig euren Blog gelesen haben, sobald wir online waren. Meine Wal-Antwort ist allerdings durch plötzlichen W-Lan-Abbruch verlorengegangen. Ach, hört sich das alles schön an, die kleinen Malessen müssten zwar nicht sein, aber wann ist schon alles perfekt.
    Alhambra können wir dann wohl erst mal vergessen, meine Eltern haben immer so davon geschwärmt, sie waren da vor 50 Jahren (kurz nach der Erbauung 😉
    Schafft ihr noch Cordoba? das muss ja auch super sein …
    Ansonsten freuen wir uns schon auf eure Weiterreise Richtung Kanaren und bleiben
    Eure „bloggies“ aus D
    Friederike (in name of the entire crew)

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