Pläne und die Wirklichkeit

Wieder einmal lernen wir, dass unsere Pläne zwar perfekt sein mögen, aber nur ein Detail kann sie dann am Ende durchkreuzen. In unserem Fall sind es die Wellen.

Wir werden heute noch nicht auslaufen können. Der Wind wäre, wenn wir uns an der Küste entlang halten würden o.k., bzw. wir würden motoren, jedoch die Wellen sind gegen uns und zwar mit 2,50 m Höhe ungefähr.

Das tun wir uns und unserer schönen Sempre due nicht an. Es jagt uns niemand und so bleiben und noch ein paar Tage mit Hans und Hazel und Traudl und Jochen.

Das linke Bild zeigt die Wellenrichtung und -stärke und das rechte Bild die Windrichtung und -stärke.

Wir befragen jetzt Wetterwelt/Meeno Schrader wann er uns empfiehlt auszulaufen. Wir hoffen, dass wir es noch zu Silvester schaffen, um mit Mike zu feiern.

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Noch zwei Erfolgsmeldungen

Berthold hat die Membrane doch heute schon ausgetauscht. Hat super geklappt. Nochmals: Danke für die Wassermacher-Schulung, Herr Matz.

Ich war in der Zwischenzeit noch einmal kurz im Städtchen. Heute regnet es wirklich den ganzen Tag, wie nix gutes. :-). Als ich zurück an Bord kam, war ich klatschnass. Jedoch nur Süßwasser, wie Berthold immer sagt.  Nicht so schlimm also.

Den Dinghymotor haben wir auch schon gestartet. Funktioniert auch. Es läßt sich nur sehr schwer an den Davits hochziehen. Die Rollen haben wir eingesprüht, aber die Hitze und die Feuchtigkeit der letzten Monate haben alles ein schwergängig gemacht.

Bleibt nur noch der Anker, den wir noch ausprobieren wollen. Der hat sich ja jetzt auch über ein halbes Jahr nicht bewegt. Leider schüttet es gerade wieder so sehr, dass man draußen duschen könnte. Heute ist das wirklich extrem. Ich hoffe, dass wir besseres Wetter auf unserem Weg nach Colon haben werden.

Heute Abend sind wir noch zum Abschied bei Hazel und Hans zum Sundowner eingeladen. Das wird bestimmt wieder sehr schön. Die beiden werden uns fehlen. Hans kommt ursprünglich aus Heidelberg, lebt aber schon seit 48 Jahren in Kanada. Er ist Flugzeugbau-Ingenieur und Pilot und hat interessante Geschichten zu erzählen. Und Hazel war vier Jahre alt, als ihre Eltern von Schottland nach Kanada auswanderten. Sie ist eine sehr herzliche Frau und ich würde mich sehr freuen, wenn wir die beiden irgendwann irgendwo wieder sehen können.

Jetzt gibt es ein Lunch/Dinner, es ist ca 16  Uhr. Wenn wir jetzt nichts essen, werden wir den Sundownder nicht überstehen 🙂 Wobei ja von sun down heute keine Rede sein kann.

 

 

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Morgen legen wir ab

https://goo.gl/maps/GkJo5LknMWP2

https://goo.gl/maps/8dy2njo1xJB2

So langsam kommt wieder Bewegung in die Bude. Der Weihnachts-Kater ist ausgeschlafen und an Bord ist alles soweit klar, dass wir weiter fahren können. Die Membrane am Wassermacher muss noch getauscht werden, aber das können wir auch in Colon erledigen.

Wir werden auf dem Weg zur Shelter Bay Marina voraussichtlich zwei Stopps einlegen, siehe oben. Wahrscheinlich wird in dieser Zeit unser kleines Modem nicht arbeiten.

Heute fahre ich noch einmal ins Städtchen um einzukaufen und dann sind wir soweit …

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Bastimentos ist wirklich schön

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Merry Christmas

 

Und was macht die Sempre due Crew an Heiligabend?

Es wird heute Nachmittag um 16 Uhr eine große Weihnachtsparty vor dem Marina-Office geben. Eigentlich war eine kleine Potluck-Party für interessierte Segler geplant, aber da wir zwei ziemlich große Segelschiffe hier liegen haben und alleine auf einem davon sich mehrere Familien zu Weihnachten treffen, wird die Party etwas größer – etwas über 100 Personen werden erwartet.

Na da komme ich mit meinen paar Toast-Eckchen ja gar nicht hin. Aber das große Schiff die Tamsen vom Familienprojekt Firestone, wird ganz viel zu Essen mitbringen. DC unser Marina-Boss ist schon etwas aufgeregt. Damit hatte er nun wirklich nicht gerechnet 🙂

Aller Herren Länder sind vertreten: Amerika, Kanada, Australien, Österreich, Luxemburg mit Baby (geboren vor einem Monat in Panama), Deutschland, England, Schottland und Südafrika, sind die die mir jetzt einfallen.

Es lohnt sich übrigens, die Tamsen einmal zu googlen (Familien-Ketsch mit Party-Küche, ist ein gutes Google-Stichwort). Eine sehr interessante Geschichte und sehr interessante Variante zu leben und zu segeln.

 

 

 

 

 

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Ein paar Impressionen

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Die schönste Bescherung

Das schönste Geschenk, außer dass Berthold und ich uns gefunden haben und außer dass wir sehr dankbar sind für das Leben das wir leben dürfen, war, dass der Wassermacher wieder läuft. 🙂 Vielen Dank Herr Matz für die Schulung und die Ersatzteile. Am Ende war ja dann doch die Förderpumpe auch durchgeschmurgelt, aber wir hatten auch eine Ersatz-Förderpume dabei.

Berthold hat noch alle Filter ausgetauscht und auch da ist man dann hinterher stolz wie Bolle, weil wir einen neuen Dichtungsring in Bocas Town kaufen wollten und wir sind in die drei oder vier „Hardware-Stores“ gegangen und haben KEINEN Dichtungsring bekommen, der gepaßt hätte. Also haben wir den alten, der zu groß geworden war gekürzt und verklebt. Passt und ist dicht. Es ist schon lustig, denn es ist egal was man macht, alles ist irgendwie anders und komplizierter als zu Hause.

Lustige Leute lernt man jedoch immer kennen, wenn man so auf der Suche nach etwas ist. So haben wir ein amerikanisches Ehepaar nach einem weiteren Hardwarestore gefragt und direkt noch die Lebensgeschichte mitgeliefert bekommen. Er war bei der Army, war zeitweise in Gelnhausen irgendwo in Bayern stationiert und wußte noch ein paar deutsche Worte (Lieblingswort: Dingsbums – for everything). Und weil die beiden in den USA mit der schmalen Army-Rente nicht auskommen, haben sie kurzerhand alles verkauft, Haus, Auto, Motorrad und sind nach Panama bzw. Bocas del Toro ausgewandert, wo sie  von dem Geld sehr gut leben können.

Als nächstes haben wir als Erfolg zu vermelden, dass das Großsegel noch wunderbar funktioniert. Jedoch leider die Naht des Reißverschlusses an der Lazybag der Sonne nicht standgehalten hat. Da muss in Shelterbay Marina ein Segelmacher ran.

Das Vorsegel ging leider ziemlich schwer ab- und aufzurollen, da muss dann mal ein Rigger hoch und sich die obere Rolle anschauen. Also – immer was zu tun uns wird nicht langweilig.

 

 

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Das Segel ist da!

Soeben habe ich von Roy Bravo, unserem Agenten in Panama von Emmanuel Agencies  erfahren, dass unser Segel bei ihm angekommen ist.

Wir sind sehr erleichtert. Selbstverständlich folgen Fotos 🙂

 

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Reisepläne

Wir überlegen hin und her, wie wir weiterfahren sollen. Nach Auskunft der Segler hier im Hafen, gibt es in den San Blas Inseln noch immer täglich starke Gewitter und wir wissen ja, dass es keine Seltenheit ist, dass dort Schiffe vom Blitz getroffen werden.

Und nach der schlimmen Erfahrung von Mike und Leanne im Sommer, sind wir jetzt doch etwas unsicher ob wir dorthin fahren wollen. Mike schreibt zwar, dass es wirklich traumhaft schön ist in den San Blas Inseln, dass jedoch die Gewitter nicht zu unterschätzen sind. Und die Segler hier in der Marina sagen das gleiche.

So überlegen wir hin und her und werden, sobald alles an Bord erledigt ist und wir ein wenig proviantisiert haben, erst einmal raus fahren und hier in der Gegend vor einer schönen Insel ankern, und schnorcheln und schwimmen. Wir wollen auch nichts riskieren, was die Pazifik-Überquerung gefährden könnte.

Und ja, es wäre wirklich schade, wenn wir die San Blas Inseln nicht besuchen, aber wir haben auch schon so viel gesehen und denken, dass die Südsee durchaus auch mit vielen schönen Inseln aufwarten wird. Da bleiben wir lieber länger in den Tuamotus und segeln dort von Inselchen zu Atoll zu Inselchen.

Auf einigen dieser Inseln gibt es kleine Flughäfen zu denen ich und Hagen dann für 100 – 150 USD von Tahiti aus fliegen können. Und auch die Crew kann diesen Weg zurück nehmen.

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Zurück in Bocas del Toro

Nach einem ziemlich langen und anstrengenden Reisetag (23 Std.) und einer Übernachtung in Panama City, sind wir am Mittag des 18.12. in Bocas del Toro gelandet. All unser Gepäck ist mit angekommen, sogar unsere Membrane für den Wassermacher hat die Umpackerei von einem Flieger in den nächsten gut überstanden.

Als wir dann so im Wassertaxi in Richtung Isla Bastimentos saßen, war es fast, als wären wir gar nicht weg gewesen. Mit Höchstgeschwindigkeit sausten wir der Red Frog Marina entgegen. Und obwohl DC und Amanda uns ja schon geschrieben hatten, dass das Schiff sauber ist und alles vorbereitet, waren wir dennoch sehr positiv überrascht. Toll, so macht es Freude anzukommen. Sogar das Unterwasserschiff ist gereinigt, die Plastiktüten die wir zum Schutz über die Propeller gezogen hatten sind weg und wir könnten eigentlich schon starten.

Abends nach unserer Ankunft sind wir dann zum Restaurant am Strand gegangen. Flipflops an, Taschenlampen bereit und los ging es. Leider haben wir in der Dunkelheit eine Ameisenstraße, die quer über den Weg verlief übersehen. Das haben die kleinen Biester direkt ausgenützt, um die blassen Touris tanzen zu sehen. Zuerst wurde ich gebissen. Und wir blieben natürlich stehen um zu sehen, wer da beißt, aber dann bissen noch ein paar und auch Berthold blieb nicht verschont. Oh Mann, das tut ganz schön weh. Die Ameisen sind auch nicht so niedlich klein wie zu Hause. Im Restaurant hat die nette Kellnerin Bertholds Füße mit einem Alkoholspray eingesprüht, dann wurde es langsam besser. Ihr seht, wir sind zurück im Regenwald.

Es gibt mittlerweile sogar einen kleinen Supermarkt hier in der Marina, in dem man das Nötigste kaufen kann. Leider kein frisches Obst und Gemüse, aber wir sind schon zufrieden mit dem was es gibt. So sind das Frühstück und der Kaffee am Morgen gesichert. Am Donnerstag werden wir dann mal ins Städtchen fahren und richtig einkaufen. Aber bis dahin lassen wir es langsam angehen.

Räumen ein was wir mitgebracht haben, die neue Düsseldorf-Fahne ist gehisst und die neue Deutschlandfahne weht im Wind. Und wir räumen um, damit die vordere Gästekabine auch bezugsfertig ist in ein paar Wochen. Und wir halten Schwätzchen mit den Nachbarn.

Es ist zum Glück längst nicht mehr so heiß hier, wie im Mai. Es regnet mehrmals täglich, aber zwischendurch scheint immer wieder die Sonne. Gestern sind wir in der Mittagszeit zur Beachbar um eine Kleinigkeit zu Essen. Dort ist wieder richtig viel los, sehr viele junge Menschen genießen den Strand und das Meer.

Den Abend verbringen wir in alter Gewohnheit oben auf dem luftigen Loungeplatz an Bord der Sempre due, mit einem kühlen Balboa in der Hand.

Heute sitzt Berthold im Motorraum und repariert den Wassermacher. Bis jetzt läuft alles gut und wir sind voller Hoffnung, dass der Wassermacher bald wieder arbeitet.

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Der Pazifik ruft

Die letzten Monate waren ausgefüllt mit Treffen mit unseren Freunden, schönen gemeinsamen Abendessen, guten Gesprächen und dem Genießen von gewohnten Wegen und dem Spaß beim Einkaufen im Supermarkt wirklich alles zu bekommen, was man sich wünscht.

Aber ein Schiff läßt einen ja nie wirklich los: Wir haben Ersatzteile besorgt, ein neues Segel gekauft und waren mit dem Zusammenstellen der Crew für die Pazifik-Überquerung beschäftigt.

Jetzt haben wir drei sympathische und gut harmonierende Crew-Mitglieder gefunden, die Berthold im Februar bei der Überquerung des Pazifiks unterstützen werden. Sie haben bestimmt viel Spaß miteinander, so dass sie die vier Wochen auf dem Wasser genießen können. Mit all den Besonderheiten, die eine so lange Zeit auf dem Wasser mit sich bringt. Zur Belohnung winken unseren Helden dann nach ca. 4.000 Seemeilen überwältigende Südsee-Atolle und wunderschöne Südsee-Inseln.

Ich stelle euch die Herren schon einmal vor (nach Alphabet): Jan/68 und Thilo/50

Liebe Pazifik-Crew: Ihr seid herzlich willkommen an Bord der Sempre due!!!

Bis dahin vergeht ja noch einige Zeit, deshalb genießt die Weihnachtstage und den Jahreswechsel. Wir wünschen euch einen guten Start ins (zumindest im Februar) abenteuerliche Jahr 2017.

Für Berthold und mich geht es ja diese Woche am Samstag schon los.

Die Koffer sind gepackt. Die Ersatzteile sind besorgt und unsere nächsten Etappen sind geplant: Wir werden nach unserer Ankunft in Bocas Del Toro zunächst einmal den Wassermacher reparieren. Das können wir jetzt nämlich selbst (hoffe ich). Zumindest hat Herr Matz, der Hersteller unseres Wassermachers, uns gezeigt wie es geht und er hat uns netterweise den Kabelbaum auch schon perfekt vorbereitet, so dass eigentlich alles gut gehen müßte. Außerdem haben wir dieses Mal auch eine neue Membrane für den Wassermacher dabei, da wir die erste jetzt nach drei Jahren gerne auch austauschen wollen.

Sobald das erledigt ist, die Vorräte aufgefüllt sind und das Schiff gut vorbereitet ist, werden wir starten. Unser erstes Ziel ist die Shelter Bay Marina am Eingang des Panama-Kanals. Dort wollen wir unser neues Segel an Bord nehmen und die dafür nötigen Rollen am Schiff anbringen.  Was unseren neuen schönen Wingaker in der fröhlichen Farbe Orange-Weiß betrifft bin ich noch ein wenig skeptisch. Denn er ist schon ein paar Wochen unterwegs und bis heute noch nicht an unseren Agenten in Panama ausgeliefert.

Irgendetwas ist da beim Zoll schief gelaufen. Das Segel wurde wohl versehentlich als Import verzollt und mußte dann von der DHL-Station in Panama noch einmal zurück zum Zoll, um es richtig für ein „Schiff im Transit“ zu verzollen. So die Erklärung unseres Agenten Roy Bravo. Ich hoffe, dass das diese Woche noch passieren wird, denn diese Zoll-Aktion dauert nun auch schon zwei Wochen. Nachdem ich befürchtet hatte, dass unser schönes Segel kurzerhand nochmal verkauft worden ist, glaubt Mike eher, dass da evtl. noch etwas Geld vorher fließen muss. Jedoch noch sind wir optimistisch und glauben an das Gute im Menschen.

Wenn das dann alles geklappt hat, werden wir hoffentlich noch vor Silvester die Shelter Bay Marina verlassen, um zu den San Blas Inseln zu segeln. Ich bin schon sehr gespannt auf diese Inselgruppe von denen alle, die dort jemals waren, in den höchsten Tönen schwärmen. Mike und Leanne waren im Sommer dort und sind begeistert von der traumhaften Idylle, dem klaren Wasser und den interessanten Begegnungen mit den dort lebenden Kuna-Indianern.

Auf Leanne und Mike freuen wir uns auch schon sehr. Wir werden sie beide Anfang  Januar dann in der Shelter Bay Marina wieder treffen. Dort endet dann am 22. für’s erste meine Reise mit der Sempre due, bis ich im März dann auf Tahiti oder einer kleinen Südsee-Insel zusammen mit Hagen wieder an Bord komme. Hagen wir uns während seiner Semesterferien für drei Wochen begleiten.

Aber vorher kommt ja noch das große Abenteuer: Die 4.000 sm-Überquerung des Pazifiks. Ende Januar wird die Pazifik-Crew komplett an Bord sein. Für den 2. Februar ist die Fahrt durch den Panama-Kanal gebucht. Geplant ist die Fahrt durch den Kanal und über den Pazifik gemeinsam mit der OOROO1. Das Wetter-Routing für die Sempre due übernimmt wieder WetterWelt mit Meeno Schrader und seinem Team. Berthold wird mich per Satelliten-Telefon auf dem Laufenden halten und ich werde euch auf dem Blog die wichtigsten Informationen geben.

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Panama – Deutschland – 29.5.2016

Spontan haben wir uns entschlossen früher nach Hause zu fliegen. Zum Glück konnten wir unsere Flüge noch ohne großen Aufwand umbuchen. Nicht ganz zu unserem Wunschtermin, aber dafür schon drei Tage nachdem wir uns zum früheren Rückflug entschieden hatten. Das hat uns etwas in Trubel versetzt, weil dann das Schiff noch schnell vorbereitet werden musste, aber wir haben es geschafft.

Wir waren es leid auf irgendwelche Handwerker zu warten, die nicht kommen, geschweige denn sich telefonisch melden. Wir wollten nicht mehr länger in der brüllend heißen Marina bei null Wind und einer Luftfeuchtigkeit von 85 % herumsitzen und warten. Also haben wir die Reparatur des Wassermachers erst einmal komplett abgesagt. Wir überlegen nun wann und wo wir die Reparatur durchführen lassen.

Evtl. fliegen wir im Dezember gemeinsam mit Hagen nach Bocas Del Toro, lassen den Wassermacher am Festland von Panama reparieren und fahren dann mit ihm zu den San Blas Inseln. Ihr seht, wir haben schon wieder einen Plan 🙂 Aber mittlerweile wissen wir ja alle, was aus Plänen im Laufe der Zeit werden kann.

Um von Bocas Del Toro nach Frankfurt zu kommen, muss man erst einmal nach Panama City fliegen. Und um nicht in irgendwelche Zeitprobleme zu geraten, sind wir einen Tag vor dem Flug von Panama City nach Frankfurt in Bocas Del Toro gestartet. Nachmittags um drei ging unser Flieger. Der Scanner im Flughafen von Bocas Town war defekt, also hat ein junger Flughafenmitarbeiter erst einmal meine schöne Ordnung im Koffer durcheinander gebracht. Wer mich kennt, kann sich ungefähr vorstellen wie toll ich das fand. Dass er dann auch noch in meiner Handtasche herumwühlte, war dann nur noch der i-Punkt. Es war hilfreich, dass die karibische Lebenseinstellung im Laufe der letzten Monate offenbar doch etwas auf mich abgefärbt ist. Man erwartet ja eigentlich schon gar nichts anderes, als dass etwas nicht funktioniert und improvisiert werden muss, warum also nicht in meinem Koffer herumwühlen.

Nach einer guten 3/4 Stunde Flug sind wir in Panama City angekommen und nachdem jeder Fluggast einzeln sein Gepäck übergeben bekommen hatte, sind wir mit dem Taxi zu unserem Hotel gefahren. Die 9 km Strecke dauerte dank der unglaublichen Verkehrsverhältnisse 1 Stunde und 45 Minuten. Aber das Grace Hotel war sehr schön. Mitten im Finanzdistrikt gelegten. Unser Zimmer lag im 17 Stockwerk des Hauses, mit grandiosem Blick auf die vielen Wolkenkratzer um uns herum. Es war schön kühl im Zimmer, das Hotelpersonal war unglaublich freundlich und das Abendessen im Hotel hat uns sehr gut geschmeckt.

Zum Glück ging unser Flug von Panama City nach Frankfurt erst am Abend um 19 Uhr, so dass wir den nächsten Tag noch nutzen konnten um uns die berühmte Altstadt und das Panama-Kanal-Museum ansehen konnten. Danach hatten wir, bevor wir zum Flughafen mußten, noch Zeit uns einen kurzen Eindruck von der Soho-Shopping-Mall zu verschaffen, die wir uns bestimmt beim nächsten Besuch etwas genauer ansehen werden 🙂

Nach 11 Stunden Flug mit der Lufthansa und zwei Stunden Rückfahrt von Frankfurt nach Düsseldorf sind wir gut und glücklich mit einer Menge neuer Eindrücke zu Hause angekommen.

 

 

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Bocas Town – 16.05.2016

https://goo.gl/maps/LmMb4KX9MXA2

Nachdem am letzten Samstag, wahrscheinlich wegen des Regens, die Vegetable Lady nicht mit dem Boot in unsere Marina kam, mussten wir heute noch einmal den kostenlosen Wassertaxi-Service in Anspruch nehmen und nach Bocas Town fahren. Der Ritt über die Wellen, der sich manchmal anfühlt wie ein Flug über die Wellen, ist schon immer eine Herausforderung, aber es macht auch irgendwie Spaß, wenn das Aufsetzen nicht allzu hart ist. Dass das Gas wirklich erst im letzten Moment vor dem Anleger weggenommen wir, ist für mich noch etwas gewöhnungsbedürftig, aber wer weiß … vielleicht vermisse ich es ja sogar irgendwann? Hm.

Die Stadt ist wirklich immer beeindruckend. Mittlerweile kennen wir uns ja schon ganz gut aus. Und die meisten Empfehlungen gefallen uns gut. So haben David und Karen uns ein Geschäft empfohlen, in dem es TK-Fleisch und Fisch gibt. Der Store sieht eher aus wie eine Grillbude, aber sie haben 5 große TK-Schränke darin stehen und wirklich gut eingefrorenes Fleisch und Fisch. In den Supermärkten möchte man das dann doch lieber nicht kaufen, denn im TK ist alles sehr voller Eiskristallen und frisches Fleisch liegt in den Theken so lange bei den hohen Außentemperaturen herum, dass wir uns einfach nicht ganz sicher sind, es zu kaufen.

Also sind wir heute wieder die Hauptstraße hinauf und hinab, in etliche Geschäfte um erst einmal zu vergleichen, und um dann hier dies und dort das zu kaufen. Da vermisst man schonmal den tollen Edeka-Zurheide, wo man alles auf einmal findet und nicht komplett nassgeschwitzt am Ende des Einkaufs die Taschen zum Wassertaxi schleppt.

Jedoch gibt es ja ungefähr in der Mitte der Hauptstraße eine Red Frog Hütte mit Kühlschrank und Lagerräumchen für die Marina. Dort laden wir dann zwischendurch immer alles ab. Und können guten Gewissens noch irgendwo einkehren bevor es um 13 Uhr im Affenzahn zurück zur Marina geht.

Hier noch ein paar Bocas Town Impressionen:

 

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Happy Birthday – Skipper Berthold, 10.05.2016

Wie feiert man seinen 63. Geburtstag im Regenwald? Berthold, Mike und Leanne starteten morgens um 10 Uhr zu einer Zipline-Tour durch die Baumwipfel der großen Regenwaldbäume. Da Berthold die Action-Kamera auf dem Helm hatte, gibt es leider kein Foto vom Geburtstagskind. Die Tour dauerte zwei Stunden und die Seile waren zwischen 300 und 400 Meter lang. Es gab Kletterphasen, Abseilen, einen Sprung am Seil von Baum zu Baum und ein Dahinsausen in 50 – 80 Metern Höhe zwischen Blättern und Zweigen. Alle drei kamen voller neuer Eindrücke und voller Begeisterung zurück.

Am Nachmittag um 16 Uhr hatten wir Leanne und Mike zum Champagner eingeladen. Für 17 Uhr hatten wir uns ein Wassertaxi bestellt, das uns zur Hauptinsel bringt. Gustavo unser Taxifahrer kam mit einer viertel Stunde Verspätung und einem Anruf, wo er denn bleibt an, murmelte irgendeine Erklärung und raste dann mit einer affenartigen Geschwindigkeit mit uns in Richtung Bocas Town. Es fahren hier alle so schnell mit den Booten von Insel zu Insel.

In Bocas Town stiegen wir an dem uns empfohlenen Restaurant „Ultimate Refugea“ aus. Wir bestellten erst einmal einen Krug „Jungle Juice“ (giftgrünes alkoholisches leckeres Getränk) und einen Krug Wasser. Dann drei verschiedene Vorspeisen und als Hauptgericht Steak Mignon mit Blauschimmelkäsesoße, Gemüse und Kartoffeln. Das Hauptgericht ist die Spezialität des Restaurants und wir waren auch alle ganz begeistert.

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Um 20 Uhr brachte uns dann Gustavo durch die Dunkelheit übers Wasser zurück nach Red Frog. Spooky, im Dunkeln zwischen den Mangroveninseln hindurch. Zum Glück hat er die Geschwindigkeit doch etwas reduziert. Es war wirklich schön und auch ein bißchen romantisch. Die Sterne über uns … das Wasser und die Mangroven und ein gutes Essen im Bauch, köstlicher Jungle Juice …

Berthold hat seinen Geburtstag genossen und sich sehr über die vielen Glückwünsche von zu Hause gefreut!!

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Bocas Del Toro, Panama – 06.05. bis 09.05.2016

https://goo.gl/maps/8YJsRZEDERE2

Am Morgen des 06.05. sind wir nach dem Frühstück aufgebrochen, um zur Red Frog Marina, die auch auf der Isla Bastimentos liegt und die zu einem großen Ressort gehört, zu fahren. Plötzlich erreicht uns der Funkruf von OOROO1, die die letzte Nacht auf See „verbummelt“ haben, um bei Tageslicht in die Marina zu kommen. Die Freude war groß. Wir haben es alle geschafft.
Und so fahren wir, wie wir auch gestartet sind, im Abstand von 10 – 15 Minuten hintereinander her zur Marina.

Alleine die Fahrt zur Marina, zwischen den Mangroveninseln und -inselchen hindurch ist einfach atemberaubend. Berthold und ich sind uns einig, dass diese Inselwelt wirklich außergewöhnlich schön ist. In der Marina angekommen, werden wir von DC, dem Leiter der Marina und drei seiner Mitarbeiter derart freundlich empfangen, wie wir es noch nicht erlebt haben. Der Service hier ist grandios. Ich muss jetzt aufpassen, dass ich nicht nur noch schwärme.

Das Einklarieren auf Panama ist jedoch etwas komplizierter: Customs und Immigration wurden von DC informiert und sie kamen mit vier Personen in die Marina und an Bord. Es dauerte bestimmt eine Stunde pro Boot, bis soweit alle Formulare ausgefüllt waren. Einer kontrollierte die Lebensmittel, ein anderer stellte Fragen und füllte Formulare aus und irgendwann hatten wir einen Stempel mit einer 72 Stunden-Aufenthaltsgenehmigung in unseren Pässen. (Kosten: 85 USD) Alle waren sehr nett und sehr entspannt. Trotz brüllender Hitze. Um eine Cruising-Permit zu bekommen, mussten wir dann noch zum Port-Captain, der in der Hauptstadt sein Büro hat. Wir sind also mit den Herrschaften mit dem Wassertaxi und einem Mitarbeiter der Marina nach Boca Town auf der Hauptinsel gefahren. Dort saßen wir ca. 3/4 Stunde im Übergangsbüro-Container beim Port-Captain, der die Cruising Permits mit einer Schreibmaschine ausfüllte. Er kassierte 185 USD. Danach ging es mit dem Taxi weiter zum Flughafen. Dort treffen wir wieder auf die Beamten, die bei uns an Bord waren. Sie freuten sich uns zu sehen, als wären wir alte Freunde. Die Dame die uns den Stempel für das 90 Tage-Visum in die Ausweise drückte (105 USD/Person) benötigte ca. 1/2 Stunde pro Person. Zwei Stunden später … wir waren komplett geschafft nach dieser Aktion.

Dann trafen wir wieder den Marina-Mitarbeiter. Er führte uns durch die Stadt zum großen Baumarkt und Berthold und ich kauften uns eine portable Klimaanlage. Danach ging es mit dem Wassertaxi zurück nach Isla Bastimentos. In der Zwischenzeit hatte DC schon mit Bob, einem erfahrenen Mechaniker, der für die Marina arbeitet gesprochen, der stand direkt parat, um die Anlage mit Berthold zusammen aufzubauen, anzuschließen etc. Läuft, kühlt und wir freuen uns darauf endlich gut schlafen zu können.

Zum Dinner gehen wir mit Mike und Leanne zum Restaurant des Ressorts, das ca. 20 Minuten zu Fuß von der Marina entfernt an einem der Strände liegt. Wir haben Taschenlampen dabei, denn des nachts können schon einmal Boas den Weg kreuzen, wurden wir informiert. Unterwegs nimmt uns jedoch dann ein Ressortmitarbeiter mit seinem Golf-Car mit und bringt uns zum Restaurant. Dort essen wir köstlich zu Abend und wir genießen die herrliche Umgebung. Zurück werden wir mit dem Fahrservice gebracht. Was für ein Leben!!

Für den nächsten Tag leiht Mike ein Golf-Car für uns vier für zwei Tage und wir erkunden das große schöne Ressort per Golf-Car am ersten Tag und am nächsten Tag fahren wir zu ausgesuchten Stellen, um dort etwas durch den grandiosen Regenwald oder zu wunderschönen Stränden zu gehen. Es gibt mehrere große Strände. Wir schauen uns die Villas an, den Campground, den Regenwald und suchen Sloth (Faultiere) und Affen in den Bäumen. Es gibt hier sehr viele und es dauert auch nicht lange, bis wir das erste Faultier finden. Sie sind ja soo hübsch anzusehen. Auch die Kapuzineräffchen können wir beim Klettern und Springen beobachten. Oder beobachten sie uns? Weiterhin finden wir Blattschneiderameisen, viele bunte Vögel, Geier und den Red Frog, nach dem das Ressort benannt ist. Der Red Frog ist ca 1-2 cm groß, rot mit schwarzen Punkten. Er ist ein hochgiftiger Pfeilgiftfrosch, den es auf der ganzen Welt nur auf dieser einen Insel Isla Bastimentos gibt. Er lebt auf dem Waldboden.

 

Selbstverständlich darf auch ein Besuch der Strandbar nicht fehlen. Dort gibt es zum Lunch Tacos gefüllt mit Rohkost und Hähnchen oder Shrimps.

Montag, Dienstag, Donnerstag und Freitag gibt es morgens um 9:30 Uhr einen kostenlosen Boot-Service von der Marina zur Hauptinsel nach Boca Town. Diesen Service nutzen wir am Montag um ein paar Lebensmittel einzukaufen und um uns die bunte, quirlige Stadt anzusehen. Die Atmosphäre in den Straßen ist ein buntes Treiben, relaxed jedoch auch geschäftig. Freundliche entspannte Menschen, Weiße, Schwarze, indianische Natives, mexikanisch aussehende Menschen, Junge und Ältere, Segler, einige Reisende und etliche junge Rucksacktouristen. Berthold und ich genießen die Eindrücke. Um 13 Uhr geht es dann mit dem Boot-Service zurück zur Marina.

Hier werden wir auch die nächsten Tage noch verbringen. Wir müssen das Schiff putzen, Wäsche waschen, den Wassermacher reparieren lassen und schon immer wieder ein paar Vorbereitungen treffen für die längere Zeit, die wir nicht an Bord sein werden.

Morgen früh wollen Berthold, Leanne und Mike eine Zipline-Tour durch die Regenwaldbaumwipfel unternehmen. Ich bin ausgestiegen, als ich hörte, dass man sich am Ende nach unten abseilen muss. Bis dahin wäre ich noch dabei gewesen. Aber irgendwie muss man ja wieder runter auf die Erde, nicht wahr? Ich werde mir hinterher die Berichte anhören und mich daran erfreuen. Vielleicht etwas neidisch sein, falls sie eine Boa zu sehen bekommen, aber ansonsten werde ich mich in der Zeit intensiv um die Innenräume der Sempre due kümmern.

Hatte ich schon erwähnt, wie unglaublich schön es hier ist? Zu Bocas Del Toro gehören 69 kleine Inseln, die noch zum Schnorcheln, Schwimmen und Baden und zum Entdeckt -Werden einladen.

Veröffentlicht unter 12/2015 bis 07/2016 | 3 Kommentare

8 Tage auf See – 28.04. bis 05.05.2016

Puerto Rico, Palmas del Mar – Panama, Bocas Del Torro

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Wir verlassen um 9.30 Uhr die Marina Palmas del Mar als erstes. OOROO1 startet 5 Minuten später. Unsere Route verläuft von Puerto Rico aus, schräg nach unten, nach Panama und zwar ziemlich genau in der Mitte zwischen Puerto Rico, Dominikanische Republik, Haiti und Jamaika auf der Steuerbord Seite und Venezuela und Kolumbien auf der Backbord Seite.

In der Nacht vor der Abfahrt hatte es sehr stark geregnet und gewittert auf Puerto Rico. Als wir aus der Marina heraus kamen, sah das Wasser gelblich-braun aus. Ich dachte zuerst es sei evtl. recht flach in diesem Stück, aber mein Skipper und unser Tiefenmesser sagten 12 – 15 Meter und mehr. Bis wir den ersten Bambusstamm, eine Unmenge an Gras entdeckten und sahen, dass das Meer plötzlich voller riesiger herumtreibender Bambusstämme und Gras ist. Offenbar von dem Starkregen über einen Fluss ins Meer gespült. Daher auch die Farbe des Wassers.

Ich saß also oben auf der Lounge und beobachtete die linke Seite des Schiffes, während Berthold die Stämme auf der Steuerbordseite ausfindig machte. Wir kamen und vor wie in einem Computerspiel in dem man 5 – 8 Meter langen dicken Bambusstämmen ausweichen muss um das erste Level zu erreichen. Besonders haarig wurde es, als viele dieser Stämme auf engem Raum umzingelt von Seegras in einem Bogen vor uns schwammen und wir uns eine Lücke suchen mußten um hindurch zu kommen. Aber dieses Level haben wir gut gemeistert – zum Glück.

Mit ca. 2 sm Abstand sind wir dann gemeinsam mit der OOROO in Richtung unseres gemeinsam ausgemachten Wegepunktes mit Genaker-Besegelung gefahren. Leider kommen die Wellen wieder schräg von hinten bzw. eher von der Seite, was ich nicht so gut vertragen kann. Es ist mir nicht schlecht, aber immer ganz leicht schwindelig und das ist doch unangenehm auf Dauer. Jedoch weiß ich ja, dass das am nächsten Tag dann besser bzw. weg ist. Und so war es dann auch. Die Wellen kommen weiterhin von schräg hinten und sind leider auch etwas höher als angekündigt, aber zumindest ist mir nicht mehr schwindelig.

Am Mittag des zweiten Tages sah ich von Weitem einen großen Blas und kurz darauf noch zweimal und etwas Schwarzes. Ein Wal. Wie schön. Als ich später mit Leanne per VHF redete, sagte sie mir, dass sie den Wal auch gesehen haben. Am Abend schwamm dann noch eine große Delfinschule um uns herum, spielte, sprang und schwamm hin und her. Endlich einmal wieder. Wir wundern uns schon länger darüber, wo all die Delfine geblieben sind.

Da die Windrichtung ab dem nächsten Morgen für das Parasegel optimal ist, fährt die OOROO1 mit Parasegel einen leicht anderen Kurs und ist nach einer Stunde aus unserem Blickfeld und leider am Abend auch aus dem VHF-Bereich verschwunden. Zur Not könnten wir uns über das Satellitentelefon erreichen.

Wir ändern den Kurs auf „direkt zur Red Frog Marina“, haben meistens guten Genakerwind und kommen auch sehr gut voran. Für die Nächte fahren wir in den ersten Nächten nur mit der Genua, das ist ein ruhigeres Fahren und da der Wind derzeit in der Nacht stärker ist, kommen wir immer noch sehr gut weiter. Unsere Genua ist mein absolutes Lieblingssegel. Es ist stabil, hält einiges an Wind ohne weiteres aus, es beschert auch bei stärkerem Wind ein ruhiges Segeln, macht gute Geschwindigkeit und zieht unsere Sempre due immer gut voran. Nach fast zwei Dritteln der Strecke, 701 Seemeilen haben wir eine Durchschnittsgeschwindigkeit von genau 6 Seemeilen/Stunde. Das ist doch ganz schön flott für unsere Besegelung. Ich hoffe, das bleibt die restlichen 382 sm so.

Ach so, natürlich haben wir auch wieder geangelt. Mike hat mit Berthold vor der Abfahrt noch eine Rolle gebastelt, die wir zusätzlich zur Angel hinter uns her ziehen. Und tatsächlich – am dritten oder vierten Tag, haben wir einen für unsere Verhältnisse recht großen Wahoo an der Angel. Ca. 1,20 Meter ist er lang. Er bekommt einen ordentlichen Schluck Fusel-Rum, verliert seine schönen Streifen und wird filetiert. Danach packen wir das Angelequipment ein, denn die Ausbeute an Fischfleisch reicht für die komplette Überfahrt.

Die Tage verbringen wir abwechselnd mit schlafen, herumsitzen, ab und an einmal Segel wechseln, Berthold kann bei dem immer noch heftigen Geschaukel lesen, ich leider nicht. Und natürlich mit kochen und reden und aufräumen. Ach so, ein paar Turnübungen dürfen nicht fehlen um fit zu bleiben. Bis heute waren die Wellen doch recht hoch und schaukelig, so dass alleine schon das ständige Ausgleichen und das sich Festhalten ganz schön anstrengend waren.

Die Nächte verbringen wir zu Anfang der Fahrt im drei Stunden Rhythmus abwechselnd mit Schlafen und Wachen (ändern den Rhythmus ab dem vierten Tag auf vier Stunden). Wache bedeutet in die Dunkelheit und zu den Sternen zu blicken, falls der Himmel klar ist und den Bildschirm im Auge zu behalten. Ab und zu das Radar zu starten um nach evtl. Squalls zu schauen. Interessanter Weise begegnen uns die großen Frachter fast ausschließlich in den Nächten. Ich frage mich, wo die tagsüber herumhängen. Falls mal einer zu nahe kommt kann man sich über Funk einigen, ob er vor uns oder hinter uns durchfährt. Solange wir unter Segel sind, haben wir immer Vorfahrt und er muss ausweichen, aber bei einem 200-300 Meter-Frachter fragt man dann doch lieber mal nach.

In den ersten Nächten hatten wir einige Gewitter, die mir doch schon ziemlich unheimlich sind hier auf dem Wasser. Aber bisher ist alles gut gegangen und die vergangene Nacht war komplett gewitterfrei, nur ein paar Mal Wetterleuchten in der Ferne.

Das stimmt optimistisch für den Tag, denn der gestrige begann mit wirklich lange andauerndem, sehr starkem, wie Herr Wache von Weltwetter sagt „ausgiebigem“, Regen. Das Schiff ist salzwasserfrei und schön sauber. Man soll ja in allem etwas Positives sehen. Kaum war der Regen vorbei, flatterte etwas braunes auf unser Schiff und als ich genauer hinsehe, ist es ein ca. 15 cm großer hellbrauner Schmetterling, der sich kurz ausruht und dann wieder hoch in die Lüfte schwingt. Wie er diesen starken Regen gemeistert hat, ist mir ein Rätsel.

Die nächste Tiergeschichte begab sich dann in der Nacht. Berthold hatte gerade seit einer Stunde Wache und saß draußen, ich lag friedlich im Bett und schlief, als ich von einem lauten Plumps aufwachte, der sich anhörte als wäre eine Plastik-Wasserflasche umgefallen. Der aufmerksame Leser unseres Blogs ahnt es schon. Ich mache die Augen auf, blicke nach oben und sehe, dass auf dem Fliegengitter des Fensters ein Fliegender Fisch zappelt und zappelt. Berthold, der genau neben dem Fenster gesessen hatte sprang direkt los um Küchenrolle zu holen um den glitschigen Fisch fangen zu können. Ich sitze im Bett, Berthold greift zu – und weil es mitten auf dem Wasser keine Moskitos gibt, ist das Fliegengitter nur ganz leicht eingehängt. Von dem beherzten Griff Bertholds öffnet es sich und plumps zappelt der stinkige Fisch auf Bertholds Bettseite. IIIIIIHHHHH, Berthold, der Fisch, der Fisch. BAHH der stinkt. Oh nein, das Bett. IIIHHH.

Berthold rettet mich 🙂 und den Fliegenden Fisch, den er ins Wasser zurück wirft. Ich beziehe das Bett neu, zum Glück riecht außer dem Betttuch das Bett nicht nach dem Fisch. Dann schrubbe ich das Fliegengitter, reibe es mit Zitrone ein, denn der Fischgeruch ist auf dem Netz wirklich hartnäckig. Die Zitrone hilft sehr gut.

Insgesamt macht mir so eine lange Überfahrt jedoch keinen besonderen Spaß. Berthold geht es mittlerweile ähnlich. Er hat ja nun auch schon sehr viele Seemeilen auf Überfahrten verbracht. Dieser häufig abgebrochene Schlaf, weil kaum liegt man im Bett viel Wind aufkommt und das Segel gewechselt werden muss, oder weil der Wind einschläft und das Segel gewechselt werden muss. Das zehrt schon ganz schön an der Energie. Aber – wir sind uns einig, die Stimmung ist gut und wir freuen uns, dass wir voraussichtlich am Freitag (heute ist Dienstag) ankommen werden.

Mittwoch: Seit gestern Nachmittag ist der Wind komplett eingeschlafen. Komplett heißt, teilweise scheinbaren Wind von 0,0 Knoten. Im Moment ist der scheinbare Wind 5,6 Knoten und der wahre Wind 10,3 Knoten. Zu wenig für irgendein Segel. Also läuft der Motor und MS Sempre due wird voraussichtlich in 40 Stunden ihr Ziel erreichen. Dafür gibt es auch keine Wellen mehr, das heißt ich werde morgen den Tag mit lesen verbringen können. Das Meer sieht aus wie in der Augsburger Puppenkiste.

Ereignis Mittwoch-Nachmittag: Mein feines Näschen wittert Kabelschmurgel-Geruch aus dem Backbord-Motorraum. Wir fahren aber zu dieser Zeit mit dem Steuerbord-Motor. Jedoch hatte ich ca. 1 1/2 Stunden vorher den Wassermacher eingeschaltet, der sich im Backbord-Motorraum befindet. Als wir den Motorraumdeckel öffnen kommt uns eine dicke weiße Qualmwolke entgegen. Wir schalten den Wassermacher sofort aus. Berthold stellt fest, dass der Elektromotor glühend heiß ist und als er die Sicherung entfernt, ist diese auch heiß und völlig oxydiert. Alle Segler werden es bestätigen: Feuer im Motorraum oder überhaupt an Bord, ist die absolute Horrorvorstellung und wirklich das allerschlimmste, das man sich auf einem Schiff vorstellen kann. Zum Glück war es nur der Wassermacher-Motor und zum Glück war es nur ein komplettes Überhitzen und Schmurgeln und kein Feuer.

Unser Wassermacher scheint längere Überfahrten nicht zu mögen. Er hat uns aber dennoch einiges an Wasser produziert, so dass wir mit einem fast zu drei viertel vollem Wassertank in den nächsten beiden verbleibenden Tagen mehr als locker auskommen werden. Also haben wir auch dieses Level gemeistert und tuckern weiter unserem Ziel entgegen.

Nächste Tierbegegnung: Eine Libelle wohnt seit einigen Stunden bei uns an Bord. Plötzlich war sie da. Erstaunlich wie weit von Land entfernt sie sich herumtreibt.

Am 05.05.2016 erreichen wir am Abend Bocas Del Toro. 20 Minuten vor Sonnenuntergang fällt der Anker in der Bucht Punta Bastimentos, vor der Insel Bastimentos. Wahnsinn, wie schöne es hier ist. Morgen früh fahren wir weiter zur Red Frog Marina. Wir sind sehr stolz auf unsere Leistung und setzen und mit Bier, Käse, eingelegten Artischockenherzen, Oliven, Nachos, Nüsschen und Crackers und Elektrokerzen auf die Lounge, lassen uns den Abendwind um die Nase wehen und genießen die unglaubliche Umgebung.

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Von Puerto Rico nach Panama – 27.04.2016

Wir genießen die Zeit bis zum Start gemeinsam mit Leanne und Mike, die direkt neben uns in der Marina Palmas Del Mar liegen. Wir haben ein Auto geliehen und schauen uns gemeinsam die Insel an, die uns allen wirklich sehr gut gefällt. Traumhaft schöne Regenwälder, San Juan mit seinen beeindruckenden riesigen und hohen Festungen, die Weltkulturerbe sind, die Städte mit ihren wunderschönen alten spanischen Häusern und die wirklich sehr freundlichen Menschen.

Weiterhin haben wir noch etwas unsere Angelausrüstung aufgestockt. Mike ist durch seine langjährige Angelerfahrung ein sehr guter Ratgeber. Und auf der Fahrt nach Panama wollen wir ja schon den einen und anderen Fisch fangen. Was tut man denn auch sonst den ganzen Tag auf dem Wasser?

Morgen bauen die Herren die neue Rolle zusammen, mit der wir die Angelschnur einfach Tag und Nacht hinterher ziehen und ab und zu schauen ob etwas dran hängt. Also wenn wir da nichts fangen, weiß ich es auch nicht. Wir haben unsere Angel, die wir tagsüber noch zusätzlich zum Einsatz bringen und die neue Rolle, und natürlich die Teaser.

Für morgen (27.04.) ist der Großeinkauf für Sempre due und OOROO geplant. Weiterhin werden die Schiffe gecheckt, Öl kontrolliert etc. Wir werden unseren Genaker setzen, denn es ist mit schwachem Wind zu rechnen. Auch mit wenig Wellen.

Ihr merkt – hier herrscht große Aufbruchstimmung.

Starttermin:

Puerto Rico – Boca Del Torro, Panama ist der 28.04.2016

Seemeilen: ca. 1.200 sm

Geplante Reisezeit: 8 Tage

Das Satellitentelefon ist aktiviert.

Weltwetter versorgt uns unterwegs mit aktuellen Wetterdaten. Sie haben bereits den Starttermin für uns ausgearbeitet und schicken uns morgen ein erstes Wetter-Routing für die Reise. Deren Daten decken sich mit denen die Mike bei seinem Wetterdienst des Vertrauens angefordert hat. Double-Check kann ja nicht schaden. Und am Ende entscheidet jeder Skipper für sich.

Berthold und ich haben uns derzeit vorgenommen in den Nächten alle drei Stunden Wache zu wechseln. Mal schauen, wie wir damit hinkommen. Zu zweit ist das eben immer etwas sportlich.

Ich bin gespannt, wie lange wir bei unserer unterschiedlichen Besegelung in der Nähe der OOROO bleiben. Sie fahren wahrscheinlich mit dem Parasegel und werden daher wohl schneller sein als wir. Aber dennoch ist es ein gutes Gefühl nicht so ganz alleine unterwegs zu sein.

Bilder zu den letzten Beiträgen, unsere Route und die Erlebnisse und Infos zur Überfahrt gibt es dann später. Unsere Homebasis ist Nicolas, den wir täglich über unsere Position informieren werden. Hier schon einmal: vielen Dank dafür, dass du wieder auf uns aufpasst.

Bis dahin: drückt uns die Daumen, dass das Wetter so wird wie es sich ankündigt, dass wir viel Fisch fangen, dass die Wellen nicht zu hoch sind und wir keine Gewitter haben und überhaupt, dass alles so läuft wie geplant.

Ahoi.

 

 

 

 

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Spanish Virgin Islands – Culebra und Palmas del Mar – 20.-24.04.2016

Culebra/Puerto Rico: https://goo.gl/maps/vtFdV5gq4uQ2

Palmas Del Mar/Puerto Rico: https://goo.gl/maps/ADxFVQMjhp12

Wir hatten eine gute Fahrt nach Culebra. Die Atlantikwellen ein bisschen ungemütlich von der Seite für unsere Sempre due, aber eigentlich nicht der Rede wert. Wir schauten uns zwei Buchten an, haben uns dann aber für die Bucht direkt vor dem malerischen Hauptstädtchen Dewes, Nachdem ich telefonisch einklariert hatte, teilte mir der nette Herr am Telefon mit, dass ich noch ein Cruising Licence benötige und dafür bitte umgehend zum Flughafen gehen soll, der ca. 10 Minuten zu Fuß vom Stadtzentrum aus zu finden ist. Also haben wir uns auf den Weg gemacht. der Flughafen ist winzig und nur für sehr kleine Flugzeuge geeignet. Der Herr vom Customs & Immigrations war sehr nett und hatte viel Spaß mit uns.

Es ist wirklich unglaublich, wie stark sich die Insel Culebra von den anderen Karibikinseln unterscheidet. Die Menschen sind mittelamerikanisch und die Insel erscheint mir so, wie ich mir eher Mexico vorstelle. Überall werden wir freundlich angelächelt und begrüßt. Mir gefällt es sehr gut hier.

Bei unserer Erkundungstour mit dem Dinghy sehen wir ein deutsches Schiff vor Anker liegen. Libertina II mit Heimathafen Duisburg. Dort wollen wir doch einmal kurz guten Tag sagen und da sich direkt ein nettes Gespräch entwickelte, haben wir uns für den Sundowner am Abend bei uns an Bord verabredet. Es war ein wirklich sehr schöner Abend mit Chris und Wolfgang, mit schönen Gesprächen über Segeln, Erlebnisse, Lebensweisen, Politik und die Welt.

Heute ging es dann für uns weiter nach Fajardo unserem ersten Ziel auf Puerto Rico. Hier liegen wir nun in der Marina Puerto Del Rey, der größten Marina der Karibik. Es liegen hier hauptsächlich Motorboote von Sportanglern in allen Größen, jedoch auch einige Segelschiffe und Katamarane. Die Marina ist sehr chic und wir fühlen uns wohl hier.

Immer wieder fallen uns Hinweisschilder auf: Caution Manatee Area. Und plötzlich sehen wir es auch: Eine Seekuh schwimmt zwischen Booten herum. Es gibt hier in der Marina SEEKÜHE !! Diese wunderbaren, Ruhe und Frieden ausstrahlenden Tiere, die sofort beim Anblick glücklich machen.

Leider ist es heute regnerisch und trüb, so dass wir sie nicht fotografieren konnten. Vielleicht klappt ja morgen.

Ich finde es ein ganz ungewöhnliches Gefühl auf Puerto Rico zu sein. Für morgen haben wir uns ein Auto geliehen und wollen nach San Juan fahren. Endlich wieder einmal alte Gemäuer und Geschichte gucken. Ich freue mich sehr.

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USVI – St. John und St. Thomas bis 20.04.2016

Die gute Nachricht: Das Kajak funktioniert wieder. Die Luft bleibt drin.
Eine schlechte Nachricht habe ich nicht zu vermelden. Wir hatten schöne Tage in der Little Lameshure Bay, waren viel und weit schwimmen und schnorcheln und jedesmal waren es sehr schöne Unterwasserausflüge. Fast immer begegnete uns der Engelsrochen, der riesige Barracuda zum Glück jedoch nicht immer. Barracudas sind wirklich unheimlich, durch ihre großen Augen und die Art wie sie einen beobachten.

Als nächstes fuhren wir noch für eine Nacht in die Great Cruz Bay, weil wir gerne einen Landausflug machen wollten und diese Bucht direkt neben der Hauptstadt Cruz Bay liegt. Das Anlanden mit dem Dinghy war etwas kompliziert. Direkt am Ende der Bucht liegt das große Hotelresort „Westin“. Am Strand gibt es ein ca. vier Meter breites Stück an dem eine Kette gespannt ist, an der man das Dinghy festbinden kann. Es gibt keinen Dinghysteg, an dem man festmachen könnte, die Stege die es gibt sind privat und wir haben erfahren, dass die Eigentümer die Dinghys losbinden, die sich dort festgemacht haben.

In der Hauptstadt sind unternahmen wir einen kleinen Spaziergang und haben uns dann eine Tour über die Insel gebucht. Wir hatten einen sehr netten Guide, der uns kreuz und quer, bergauf – bergab über die Insel fuhr und immer mal anhielt für die „Kodakmoments“. Es war ein sehr schöner Ausflug.

Am nächsten Tag sind wir weiter nach Charlotte Amalie, der Hauptstadt von St. Thomas. Der Ankerplatz vor der Stadt ist geräumig und man findet gut einen Platz mit Blick auf die Stadt auf der einen Seite, auf die Kreuzfahrtschiffe auf der anderen Seite, auf den Wasserflugzeug-Flughafen direkt neben dem Fähranleger und Customs & Immigrations. Da müssen wir ja aber diesmal zum Glück nicht hin. In der Nähe der Kreuzfahrt-Anleger befindet sich eine schöne IGY-Marina, allerdings nur für große Yachten. Dort gibt es jedoch einen Dinghysteg und wir konnten ein Stück gehen und haben sehr gut in einem der drei zur Marina gehörenden Restaurants zu Mittag gegessen.

Für den nächsten Tag stand Proviantisieren auf dem Plan. Wir fuhren zweimal an Land, kauften erst Wasser und Getränke und beim nächsten Einkauf die Lebensmittel. Jetzt kann es wieder weiter gehen – die Spanish Virgin Islands sind das nächste Ziel.

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USVI – St. John, Little Lameshure Bay – 14.04.2016

https://goo.gl/maps/o1wsNJrZKDK2

Während unseres gemeinsamen Dinners auf Norman Island, zusammen mit Eva und Gerd, erinnerte mich Leanne daran, dass am 14.04. unsere 4 Wochen Aufenthaltsgenehmigung für die BVIs ablaufen wird. Daran hatte ich ja sowas von überhaupt nicht gedacht. Um auf der sicheren Seite zu sein und unnötigen Ärger zu vermeiden, haben sowohl wir als auch Mike und Leanne entschlossen am 13.04. zu den USVI zu segeln.

Na, es war kein Segeln sondern ein Fahren, denn es ist derzeit absolute Windstille. Das macht die 33 Grad Tagestemperatur nicht gerade angenehm.

Also ging es zuerst nach Sopers Hole zum Ausklarieren. Die Herrschaften zeigten sich wieder einmal von einer ruppigen Unfreundlichkeit. Aber irgendwann hatten wir die 6 USD bezahlt und den Ausreisestempel im Pass und konnten unsere Fahrt fortsetzen.

Unser erster Stopp war Cruz Bay auf St. John. Dort fuhren Mike und ich zu Immigration and Customs um uns und die Schiffe einzuklarieren. Wir hatten schon großen Respekt bei allen Geschichten, die wir gehört hatten. Es darf sich kein Müll an Bord befinden (den haben wir in Sopers Hole noch entsorgt), kein Obst und Gemüse (das bringen wir ja nicht an Land) und überhaupt soll es schwierig sein mit dem Schiff einzuklarieren. Aber da wir ja beide schon die Fährentour gemacht hatten und das US-Visum im Pass, war es dann so gar kein Problem. Außer, dass nicht alle Personen von Bord im Office waren.

Also haben wir uns und die Schiffe einklariert und dann fuhr Mike noch einmal mit Berthold und Leanne hin und her, damit die beiden auch den Stempel in den Pass bekommen konnten.

Die Dame im Amt war super nett. Alles war überhaupt kein Problem und so haben wir uns auf den Weg zu einem Ankerplatz für die Nacht gemacht.

Wir haben die Little Lameshur Bay ausgewählt. Hier gibt es einen schönen Sandstrand mit einer Ruine, wunderschöne Felsen und Bäume und Kakteen und nur eine der 5 Mooringbojen war belegt.

Mike entdeckte beim Schnorcheln einen Ammenhai. Und da ich noch nie einen Hai, ohne Glas zwischen ihm und mir, aus der Nähe gesehen hatte, sind Berthold und ich auch ins glasklare Wasser. Der Hai war ca 2 m lang und klemmte zum Schlafen unter einem Felsen. Wow. Das war toll. Die Unterwasserwelt hier in dieser Bay ist grandios, Felsen und komplett unzerstörte Korallenriffe. Unglaublich viele Fische. Sogar einen Queen Angelfish haben wir gesehen und einen wunderschönen großen Engelsrochen. Schildkröten und Rochen und …
Es war herrlich. Wir wollten gar nicht mehr aus dem Wasser heraus.

Am Abend waren dann Mike und Leanne bei uns an Bord. Es gab Thunfischsoße und Spaghetti.
Wir hatten einen schönen gemeinsamen Abend.

Trotz der unglaublich vielen Steckmücken haben Berthold und ich uns entschlossen noch einen Tag hier zu bleiben. Berthold und Mike sind mit dem Dinghy in die Nachbarbucht gefahren um die Mooringgebühr in ein dort angebrachtes Kästchen zu stecken.

OOROO1 hat gerade die Bucht verlassen. Sie fahren in Richtung St. Thomas, denn in den nächsten Tagen erwarten sie noch einmal für eine Woche Besuch an Bord.

Ich freue mich schon auf den nächsten Schnorcheltripp. Und außerdem wollen wir das Kanu ausprobieren. Berthold konnte die beiden kleinen Löcher flicken. Da sie jedoch sehr nahe an der Klebenaht sind, wissen wir noch nicht so genau, ob das auch halten wird. Ich hoffe es sehr.

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