08.03.2017 – am späten Nachmittag

Kerstin und Hans haben vor ein paar Jahren mit ihrem Katamaran Cinderella die Welt umrundet (Hans bereits zum zweiten Mal). Sie haben uns im Auftrag von Fountaine Payot im Jahr 2013 unser Schiff in La Rochelle übergeben und sind mit Berthold von dort über die Biscaya bis Lissabon gesegelt. Sie kennen sich sehr gut aus auf Katamaranen und auf den Weltmeeren, halten Vorträge und Informationsveranstaltungen zum Thema Weltumsegelung und folgen „ihrer“ Flotte, also Schiffen die sie übergeben haben. So lesen sie auch unseren Blog und stehen immer wieder einmal mit Rat zur Seite:

„Noch ein Tipp für die Ankerbucht Hanavave auf Fatu Hiva:
Als wir dort ankamen war unser Kat ziemlich bewachsen. Unter anderem mit 10 cm langen Entenmuscheln.
Falls die Sempre due ebenfalls bewachsen ist – Ruhe bewahren! Es gab (und gibt es sicher immer noch) Fische in Hanavave, die das alles abfuttern!“

Berthold schreibt: Hans und Kerstin haben ja sowas von Recht. Unser Rumpf ist total bewachsen mit allem möglichen. Entenmuscheln satt. Man sieht kaum noch Rumpffarbe. Sogar über dem Wasserpass leben Muscheln. Unglaublich. Na warte, die werden staunen, wenn wir in der Bucht Hanavave vor Anker gehen!!!

Wir machen bei 7 kn Wind natürlich wenig Fahrt, 3-4 Knoten. Noch 158 sm. Naja, wir brauchen noch ca. 48 Std. Heute morgen hatten wir so tollen Wind, dass ich dachte, wir müssen Fahrt rausnehmen. Inzwischen müssen wir schauen, dass wir nicht übermorgen Nacht ankommen. Jetzt kurz vor dem Ziel wollen wir auch endlich den Anker schmeißen.

Jaja, nur eine kurze Notiz.

Ach, Thilo fragt, ob du einen Flug für ihn nach Papeete gebucht hast.

Veröffentlicht unter 12/2016 bis 08/2017 | Hinterlasse einen Kommentar

08. März 2017 – 2 Uhr morgens

Gestern Abend waren so viele Blitze um uns herum, dass es mir zugegebenerweise etwas bange wurde. Gerade im Hinblick auf Mikes Erfahrung mit Blitzen. Thunderstorm with Lightnings.

Jan hat mit seiner Videokamera spektakuläre Blitze eingefangen und ich habe heimlich den da oben gebeten, gnädig zu sein und uns nicht jetzt, so kurz vor dem Ziel, eine reinzusemmeln.

Was mich immer wieder beruhigt hat, war die Tatsache das wir keinen direkten Donner hörten,  sondern nur manchmal ein fernes Grollen. Und Mike sagte ja, dass er so ein schrecklich lautes Gedonnere damals über sich hatte. Das hatten wir definitiv nicht.

Wie auch immer, ich wollte mich nur kurz für ein Stündchen hinlegen, damit ich bei meiner Wache oder falls nötig, fit bin. Der Kurs stimmte und die Blitze waren nicht all zu nahe. Da kommt Jan nach einer Stunde und sagt, alle Blitze sind weg, alles ruhig, schlaf weiter. Und ich habe tatsächlich von 20:00 Uhr bis 01:00 Uhr komplett durchgeschlafen. Herrlich.

Jetzt segeln wir bei 7 Knoten Wind und 2,5-4 Knoten Speedchen gen Fatu Hiva. Alles ist gut und ruhig im Moment. Ich glaube wir haben einen Garten unter dem Schiff, weil wir nur noch so wenig Speed machen. Aber auch das werden wir in einem Tauchgang klären, wenn wir mal wieder vor Anker liegen.

Der Wind wird laut Gribfiles schwach bleiben und irgendwann werden wir den letzten Diesel verknattern müssen. Aber solange sich das Schiff ohne Diesel bewegt …

Noch 231 sm.

 

 

Veröffentlicht unter 12/2016 bis 08/2017 | Hinterlasse einen Kommentar

Hat da einer „stiller Ozean“ gesagt?

Ja, was soll ich schreiben? Dass wir wirklich die ganze Nacht motoren mußten, weil kein Wind war? Dass ich x-mal wach war, eigentlich fast die ganze Nacht, weil Squall auf Squall folgte?

Aber der Hammer kam heute Morgen. Ich dachte alles ist gut, es war inzwischen hell und der Wind stabilisierte sich. Wir machten den Genaker raus um Diesel zu sparen und um, wie wir uns vorstellten, mit 10 kn Wind Richtung Insel zu dümpeln.

Ich legte mich etwas hin. Kurze Zeit später  merkte ich, dass etwas nicht stimmt. Ich bin hoch, und da war es schon fast zu spät. Inzwischen wehten 25 kn scheinbarer Wind (der wahre Wind wird nicht mehr angezeigt, eine der Sachen die auf Tahiti geklärt werden müßen. Aber nach 3.992 sm sind wir ja bisher ausgesprochen glimpflich davongekommen.)

Jan und Thilo wollten den Genaker einrollen und war heilfroh als ich auftauchte, denn der Genaker ließ sich nicht mehr ganz aufrollen und machte ein schreckliches schlagendes Geräusch. Und der Wind nahm immer weiter zu.

Inzwischen war die Regenwand da und es regnete waagerecht(!!) wie aus Eimern. Wir machten die Genua auf, um dem Genaker etwas Windschatten zu geben. Das hat auch gut funktioniert und wir schossen mit dem kleinsten Segel mit 9-10 kn durch einen unglaublichen Regen.

Ich habe laut, „Ja, wir san mim Radel da“ gesungen und meine Crew wußte, dass sie keine Angst haben muß. Das war der größte Squall ever. Ich habe am Ende, als sich alles wieder beruhigte ein Foto vom Radarbild für gemacht. Fotos konnten wir keine machen. Da war zu viel los.

squall_RS.jpg

Am Ende konnten wir den Salon aufwischen, weil der Regen bis hinten durch ging. Und meine coole Crew nimmt das Regenwasser aus dem Schlauchboot und macht kleine Wäsche. Wir sind ein tolles Team.

Inzwischen kam nochmal ein Squall, aber viel kleiner…

Laut Gribfiles soll das bis zur Ankunft so bleiben. Ich war froh, dass das dicke Ding nicht in der Nacht durchgezogen ist.

Wir haben noch 284 sm vor uns.

Position S10°37′ W 133°54′

Veröffentlicht unter 12/2016 bis 08/2017 | 5 Kommentare

Nachts um halb drei (07.03.2017)

Ganz kurz nur. Es ist halb drei nachts und überall um uns herum sind Squalls mit Wetterleuchten. Ich nenne die Blitze Wetterleuchten, klingt irgendwie netter.

Der Wind weht mal mit 5 kn und mal mit 25 kn. Mal von Nord und mal von Süd. Aber immer doof. Jetzt haben wir nur noch die Genua draußen und fahren mit Motor bei einem Windwinkel von 100 Grad nach Westen.

Es ist ruppig und die Wellen kommen aus allen Richtungen, weil der Wind so oft dreht. Ich habe gerade Wache und hoffe, dass hier bald wieder Normalzustände herrschen.

Dass die weltbesten Fruitcake-Baker (Karen und David) und die OOROO1 gut voran kommen freut mich sehr. Vielleicht treffen wir die OOROO1 ja doch schon in den Tuamotus wieder.

Mann, nerven der Wind und die Wellen. Aber wie immer, bei Tageslicht sieht gleich alles wieder viel freundlicher aus.

Veröffentlicht unter 12/2016 bis 08/2017 | Hinterlasse einen Kommentar

06.03. – 19 Uhr (Tahiti-Zeit)

Nur noch 382 sm

Position: S 10°30′ W 132°13′

Wind: 10 Knoten

Geschwindigkeit: 5-6 Knoten

Segel: Wingaker

Wetter: Sonne und Passatwolken

Stimmung: Hervorragend. Jan und Thilo fangen an Resümee zu ziehen und überlegen was sie alles anders machen wollen bzw. was sie sich für die nächste Zeit vornehmen.

Befinden: Glücklich und erschöpft und voller Vorfreude auf den Ankerplatz

Essen: Fisch mit einer delikaten Weißweinsoße auf Nudelnest

Bildschirmfoto 2017-03-07 um 07.48.11.png

Veröffentlicht unter 12/2016 bis 08/2017 | 3 Kommentare

Ein kleiner Bonito

Wir fuhren gestern durch einen Schwarm Bonitos, die alle aus dem Wasser sprangen und sich auf ihre Opfer stürzten. Es waren mindestens 10 Fische, die um unser Schiff herum jagten. Und plötzlich schnurrte unsere Angel los, die seit dem riesigen Marlin, der unseren Köder abgebissen hat, abgebrochen ist. Die Spitze, also ein Drittel der Angel fehlt, sie funktioniert aber wieder wie du siehst.

Der Bonito war 38 cm lang und ein Teil davon eine halbe Stunde später routiniert als Sashimi auf dem Tisch.

Ich, Berthold ziehe immer die Fische rein, Jan greift mit der behandschuhten Hand ins Maul und holt ihn hoch. So war es das letzte Mal. Dieses Mal hat Jan den Haken genommen und den Fisch damit fixiert. Dadurch konnte er schön ausbluten und das Fleisch schmeckt gleich um Klassen besser.

Thilo filmt alles. Und macht am Ende schöne Filets für den Gefrierschrank.

Geschrieben am Montag, 06.03.2017, um 2 Uhr morgens. Aktuell aber wir 6,6 kn Wind und schleichen mit 4-4,5 kn durch die Nacht. Die Gribfiles von WetterWelt zeigen besseren Wind in den nächsten Stunden. Aber egal, 463 sm vor dem Ziel sind wir sehr großzügig. Sind immerhin schon sehr sehr weit gekommen.

 

 

 

Veröffentlicht unter 12/2016 bis 08/2017 | 2 Kommentare

Der Stille Ozean

Sonntag Nacht, 05.03., auf hoher See: WetterWelt hatte es schon angekündigt, dass uns am Wochenende die blöde äquatoriale Konvergenz-Zone das Leben schwer machen wird. Und Herr Wache hatte leider mehr recht als uns lieb ist. Wir dümpeln seit 24 Stunden mit 3-4 kn über den Pazifik. Der Wingaker zieht uns zum Glück beharrlich selbst bei nur 8 kn Wind in Richtung Französisch Polynesien. Ohne unseren Big Orange wären wir jetzt ganz schön aufgeschmissen.

Noch 503 sm.

Morgen soll wieder etwas mehr Wind kommen, aber es wird bis zum Ziel voraussichtlich immer ein langsames Dümpeln bleiben. Geduld -sage ich mir, Geduld.

Jetzt herrscht hier an Bord ein gewisser Fatalismus. Ist dann halt so. Wir werden den Wind und alles so hinnehmen wie es ist.

So, jetzt muß ich mal für eine Weile den Motor anmachen. Der Strom-Anzeiger piepst. Die Batterien müssen aufgeladen werden.

Position Sonntag 5. März: S 10°34 W 130°09

Veröffentlicht unter 12/2016 bis 08/2017 | Hinterlasse einen Kommentar

Noch 646 sm bei S 10°29 W 127°46

Liebe Homebase, wir haben tollen Wind, der Wingaker stand die ganze Nacht und den Tag und die Meilen rattern nur so runter.

Irre, wie schnell wir sind. Dein Pazifik Außenposten

Bildschirmfoto 2017-03-04 um 21.10.18.png

Veröffentlicht unter 12/2016 bis 08/2017 | 1 Kommentar

Freitag-Abend auf hoher See

„Jetzt ist Abend hier, wir haben eine Folge Fargo geschaut und bereiten uns auf die Nachtwachen vor. Die Logge zeigt noch 728 sm zum Ziel an. In meiner Nachtwache dürften die 699 sm auf dem Bildschirm auftauchen. Du siehst, es geht voran.

Wind ist mäßig, aber dank des Wingaker machen wir zwischen 5-6 kn Fahrt. Mit Wind und ohne Diesel. Der Tank ist etwas über halb voll.

Am Sonntag werden wir die Uhr noch einmal umstellen und dann fehlt uns nur noch eine Stunde zur Tahiti Zeit. Das können wir dann dort machen.“

Veröffentlicht unter 12/2016 bis 08/2017 | Hinterlasse einen Kommentar

It’s a Bonito

Und stolz vermeldet die Besatzung der Sempre due am Freitag, den 3. März um 17:30 Local Time den Fang eines wunderschönen Bonitos.

Er befindet sich schon unter den Tatar-fachkundigen Händen von Thilo. Das Abendessen ist gesichert. (Was der wohl auf dem Karlsplatz kosten würde?)

Bonito2_RS.jpg

Veröffentlicht unter 12/2016 bis 08/2017 | 3 Kommentare

999 sm bis zum Ziel

„Heute knacken wir endgültig die 1.000 sm.

Mann, war das eine Nacht! Nach absoluter Windstille und heftigen Squalls, die uns dann plötzlich Richtung Südpol trieben, haben wir jetzt (01.03.2017, 16:30 h) so langsam halbwegs gleichmäßigen Wind.

In meiner Nachtwache gab es zunächst so gut wie keinen Wind und die Sempre due schaukelte mit 2-3 kn durch die Nacht. Daraufhin schrieb ich WetterWelt eine Email, dass das Wetter hier gerade nichts mit den von ihnen gesendeten Grib-Files zu tun habe, wo schöne Winde mit 15 kn angegeben waren. Ich fragte, ob sich an der Wetterlage etwas grundsätzliches geändert hätte.

Kaum war die Mail verschickt, ging es los. Und wie! Wir hatten in stockdunkler Nacht plötzlich 30 Knoten Wind und 10 Knoten Tempo drauf. Nur, wie gesagt in eine Richtung, in die wir wirklich nicht wollten – gen Südpol.

Dann war auf einmal wieder Schluß mit Wind. Und zwar so Schluß, dass wir den Wingaker einholen mußten und in den folgenden zwei Stunden motorten.

Dann erhielt ich die Antwort von Sebastian Wache, dass es besser werden würde. Hihi. (Anmerkung Red.: Auszüge der Email sind ja bereits im Blog).

Naja, es sind auf keinen Fall die 4-5 Bft. hier. Schade. Jedoch, hätten wir nicht den Wingaker, der uns auch bei 8 kn scheinbarem Wind so irgendwie mit 4-5  kn voran treibt, wären wir ganz schön verratzt.

Und wären wir, den (von Ursula vermuteten) Sirenen gefolgt und nach Galapagos abgedreht, wären wir 5-6 Tage hinten dran und dafür fast 2.000 Dollar ärmer. Puh, was hätte ich mich geärgert.

In 20 sm haben wir nur noch 999 nm auf der Logge. Wahnsinn. Parole an Bord: Durchhalten.

Seit unserem letzten Stopp auf den Las Perlas sind wir 25 Tage unterwegs. Und 3.260 sm gesegelt seit La Playita.

Unsere Position ist: S 10°39’ 17 – W 121°40’ 3

Im Moment haben wir wieder traumhaften Wind und fliegen nur so dahin. Der Wingaker zieht uns voran und ist total angenehm. Ruhiges Segeln vom Allerfeinsten.

01. März 2017 – 19:42 h haben wir auf unserem Navi-Bildschirm die 999 gesehen:

999_rs

Veröffentlicht unter 12/2016 bis 08/2017 | 1 Kommentar

01. März 2017

Maria hatte sich gestern eine ganz besondere Art der Unterhaltung für die Crew der Sempre due ausgedacht, die ich auch direkt an die Herren weitergeleitet habe:

In einer dunklen Höhle leben Zwerge, die entweder eine weiße oder eine schwarze Mütze aufhaben. Die Zwerge wissen nicht, wie viele von ihnen es gibt. Einmal im Jahr dürfen sie die Höhle verlassen und bekommen eine Aufgabe gestellt. Können sie diese lösen, sind sie frei. Misslingt die Lösung, müssen sie zurück in die Finsternis.

In diesem Jahr lautet die Aufgabe: Stellt euch nebeneinander auf, und zwar so, dass die Zwerge mit einer weißen Mütze auf der einen Seite stehen und die mit schwarzer Mütze auf der anderen. Dummerweise kann keiner der Zwerge die Farbe seiner eigenen Mütze sehen. Zudem dürfen die Zwerge weder miteinander reden noch sich auf sonstige Weise verständigen oder einander Hinweise geben, etwa mit der Hand oder den Augen. Auch Tricks wie die Verwendung von Spiegeln sind verboten.

Ausdrücklich nicht verboten ist den Zwergen aber, ihren scharfen Verstand zu nutzen. Und in der Tat bekommen sie es auf Anhieb hin, sich nach der Farbe der Mützen getrennt aufzustellen. Wie haben Sie das bloß angestellt?

Und hier ist die Antwort unserer tapferen Seemänner:

„Vielen Dank Maria, du hast uns uns mit deinem Rätsel zum Grübeln gebracht. Wir haben eine tolle Lösung, die man jedoch nicht aufschreiben kann, sondern wir haben sie mit den schwarzen und weißen Dame-Figuren gespielt. Hat funktioniert. Unsere Lösung können wir aber nur filmen, aber den Film als Beweis unserer Genialität leider nicht verschicken. Die Erklärung ist zu kompliziert zu schreiben, ein echter Thilo halt. Eine weitere geniale Lösung kam von Jan, der  sagt: wer in der Sonne steht und einen warmen Kopf bekommt hat ’ne schwarze Mütze auf, alle anderen Zwerge eine weiße.“

Veröffentlicht unter 12/2016 bis 08/2017 | 2 Kommentare

Wetter-Routing

Für alle die schon immer mal wissen wollten, wie das Wetter-Routing aussieht:

Zusätzlich zu den täglich von WetterWelt gesendeten Grib-Files gibt es noch auf Anfrage eine Wetterprognose. Ich habe euch die Antwort-Email von unserem Herrn Wache (etwas gekürzt) einkopiert:

„… hier eine Auskunft über die Wetterverhältnisse der kommenden Tage:

Wetterlage:

Die Wetterlage sieht übergeordnet recht stabile Bedingungen.
Aktuell ist, wie Sie schon erwähnten, die Gradientlage mit dem Wind recht schwach ausgeprägt.
Eine kleine Störung von Seiten der Innertropischen Konvergenzzone hat sich dabei bis in Ihren Kurs vorgewagt.

Diese Störung wird nun in den nächsten Stunden wieder aufgelöst, da sich das Hoch im Süden wieder mehr aufbauen kann und mit der sich nach Norden verschiebenden Tiefdruckzone wieder einen besseren Südostwind aufbauen wird.

Somit sollte bis Sonntag ganz guter Wind vorherrschen, um wieder Meilen zu machen.

Ab Sonntag kehrt noch einmal von Norden her die Zone mit etwas schwächerem Wind nach Süden zurück.

Somit wird es noch einmal eine Phase mit schwachem Wind geben, die wohl bis Mittwoch/Donnerstag anhält.

Dann baut sich von Achtern her erneut Wind auf.

Streckenwetter:

LEGENDE: Zeit(UT) Windrichtung Windmittel in Bft. / Böen in Bft. / Wellenhöhe in m / Wellenperiode in s / Luftdruck in hPa / signifikantes Wetter / Luft Temperatur in °C

Mittwoch 1.3.2017

12 ENE 4 / 5 / 2 / 9 / 1010 / leicht bewölkt, Regenschauer / 27
18 E 4-5 / 5 / 2.1 / 9 / 1013 / leicht bewölkt, Regenschauer / 26

Donnerstag 2.3.2017

00 E 4-5 / 5-6 / 2.2 / 9 / 1009 / leicht bewölkt, Regenschauer / 26
06 E 5 / 5-6 / 2.4 / 10 / 1012 / leicht bewölkt, Regenschauer / 27
12 ESE 5 / 5-6 / 2.5 / 10 / 1008 / leicht bewölkt, Regenschauer / 26
18 ESE 4-5 / 6 / 2.5 / 10 / 1012 / leicht bewölkt, Regenschauer / 27

Freitag 3.3.2017

00 ESE 5 / 6 / 2.5 / 10 / 1008 / leicht bewölkt, trocken / 27
06 E 5 / 6 / 2.5 / 9 / 1011 / leicht bewölkt, Regenschauer / 27
12 E 5 / 6 / 2.5 / 9 / 1008 / leicht bewölkt, trocken / 27
18 E 5 / 6 / 2.5 / 9 / 1012 / leicht bewölkt, trocken / 28

(Anmerkung: die folgenden Tage habe heraus gelöscht)

Routing:

Es bleibt dabei den direkten Kurs zu segeln.

Ich drücke die Daumen, dass die Modelle hier Recht behalten und der Wind sich nun allmählich wieder durchsetzen kann.

Falls sich etwas anderes tut, einfach nochmal melden, damit wir die Modell-Lage nochmal hinterfragen. 😉

Viele Grüße, auch an die anderen beiden Crewmitglieder,

Sebastian Wache“

Veröffentlicht unter 12/2016 bis 08/2017 | Hinterlasse einen Kommentar

Weiter und weiter …

„Dienstag, der 28. Februar 2017, irgendwo auf dem Pazifik:

Seit Montag Vormittag ist der Wingaker ununterbrochen oben. Bei moderaten Winden, (für unseren Geschmack ein bißchen zu wenig) von 10 -13 kn, zieht uns „the Big Orange“ nunmehr seit 36 Std. kontinuierlich mit 5 -6 kn Richtung West.

Laut Gribfiles bleibt das bis Fatu Hiva so. Das ist ein irre komfortables Segeln. Eine ganz neue Ruhe im Schiff und die laaaange Pazifikwelle rollt unter der Sempre due durch. Hebt sie langsam hoch und wir rutschen leicht die Welle wieder runter. Unentwegt.

Morgen knacken wir die Tausend. Darauf freuen wir uns schon alle sehr.
Im Moment sind es noch 1.147 sm, nach 3.109 gesegelten Meilen.

Unsere Position: S10°33 – W119°17
Kurs: 270 Grad

Das „Frische“ ist jetzt fast komplett aufgegessen. Heute gab es Tomatensalat. Die haben am längsten durchgehalten und zwei Zuchinis sind noch im Kühlschrank. Und wie es sich für einen „Kraut“ gehört, haben wir noch Rot,- und Weißkraut im Kühlschrank und können noch tagelang Burritos mit Krautsalat machen.

Heute am frühen Morgen, ich schlief noch, begegnete der Nachtwache Jan ein großer Fischtrawler. Ohne AIS- Kennung mit hoher Geschwindigkeit. Verschwörungstheorien machten beim Frühstück die Runde. Auf alle Fälle scheint er vor uns hergefahren zu sein und alles weggefischt zu haben, was auf unserem Weg lag. Anders ist es nicht zu erklären, dass wir so gar nichts fangen. Noch haben wir drei Portionen Fächerfisch eingefroren. Danach müßen wir auf Trawlerfood umschwenken und Thunfisch-Dosen öffnen. 😉

Die Stimmung ist gut, wobei jeder die Inseln herbeisehnt. Das ist ja klar. Es gibt ja Segler, die in einem Rutsch um die Welt segeln. Für mich jetzt noch unverständlicher.

Unser Team ist wirklich sehr gut, aber jetzt freuen wir uns auf ein Bad im Pazifik und ein kleines Bierchen. Was man hier lernt? Die ganz kleinen Dinge können ganz große Freude machen. Das lernen wir alle, jeden Tag.

Ach ja, wir haben wieder mal ein neues (erstes) Ziel in den Marquesas. Nach Nuku Hiva und Hiva Oa ist es jetzt Fatu Hiva. Sie ist ein kleines „unspoiled“ Island. Mit sicherem Ankerplatz. Ein Tipp von Hans und Kerstin.

Aber danach gehts nach Nuku Hiva. So. Das ist meine Nachricht vom letzten Tag im Februar 2017.“

Veröffentlicht unter 12/2016 bis 08/2017 | 2 Kommentare

Nachtrag zu Galapagos

Ich weiß, Galapagos ist schon ganz in Vergessenheit geraten und wir fiebern eher den ersten Berichten über Südsee-Inseln und Südsee-Schönheiten entgegen.

Aber nachdem ich nun von mehreren Segelfreunden mitbekommen habe, dass jeder, der keinen Zwischenstopp auf Galapagos eingeplant hatte, ungefähr auf der Höhe der Inseln anfängt über einen Stopp nachzudenken, habe ich mich entschlossen ein paar hilfreiche Informationen zu diesem Thema weiterzugeben. Denn auch da fand ich es sehr schwierig, gute Infos im Internet zu finden.

Fast ein jeder hängt in der Flaute auf dem Weg von Panama nach Süden, bevor er die Passatwinde gefunden hat und nach Westen abbiegt. Da dies am Anfang der Reise so ist, ist sind es wohl zwei Dinge, die man dann bewältigen muss. Einmal muss man sich auf eine so lange Fahrt eingrooven und draußen werden einem die gut 4.000 sm noch einmal ganz anders bewußt und zum anderen dröhnt der Motor den ganzen Tag und man sieht die Tanknadel sinken.

Diese beiden Situationen müssen mental verarbeitet werden. Sobald man die Passatwinde erreicht hat, wird man nicht mehr so oft in die Situation kommen, den Motor laufen zu lassen. Evtl. um die Batterien aufzuladen. Und wie Wilhelm von der ARC so schön gesagt hat: Die Aufgabe der Pazifiküberquerung ist es nicht, mit möglichst viel Diesel auf den Marquesas anzukommen. Und: Der Diesel wird auch wenn man nachtankt niemals bis zu den Marquesas reichen – man muss Segeln und sich die Zeit lassen, die man segelnd braucht.

Ich glaube ja so langsam, dass es auf den Galapagos Sirenen gibt. Denn bei unserem Schiff war es so, dass sobald die Überlegung verworfen war, es gar kein Thema mehr wurde.

Hier nun die Erfahrung von Karen und David, die den Sirenen nachgegeben haben:

Just a bit of information about the Galapagos Islands Immigration: as you all know we hadn’t planned to come to the Galapagos Islands mainly due to their inflated costs for immigration, using and agent, fuel delivery and not to mention the cost of everyday items you buy in the shops. We arrived in Galapagos on the 21st February at about 11.30am, after only 30mins we were greeted by an agent representing Immigration and associated authorities. We had to wait all day for the Port Captain to board, remember we didn’t get a zarpe or any permits to come to Galapagos, we were boarded by 9 personal, they consisted of Port Captain, Agent for the Port Captain, Environmental Officers and Navy Personal in all their white uniforms. We were inspected for pests and pets, even though their was no sign of any bugs on our boat, they organized our boat to be fumigated, then they had a diver dive on our boat to check the bottom was clean.  Due to our non existent permits etc, we were not allowed to take our own boat to other islands around the Galapagos but they did however give us a 90 day permit, but if we wanted to look around other islands, you had to go on tour trips in other boats. It took two days to finalize our immigration requirements and a cost of $1150 USD for immigration, agent fees, diving costs and permit fees, then another $100 USD for the fumigation. We then had to get fuel, that was the reason for our stop in Galapagos in the first place, the cost of fuel was $4.40 per gallon, so that was cost of $441 USD. So it was a total of $1691 for our non scheduled trip to the Galapagos. Expensive for just 6 days (the total we have spent here before we depart). Then there is the cost of going out for dinner and drinks, rum and a mix is nearly $10 USD, you can’t get a meal under $15 USD and it the same old rice and beans sort of meal. Anyway you can’t take your money with you when you die so why not spend it and have some fun.

On a positive note: we did enjoy our stay here in San Cristobol, we got to go out on a tour boat for the day diving and snorkeling at Kicker Rock. We ate out 3 times and went ashore every day, they supply boats to pick you up from your boat, saving you to have to deploy your tender for a small fee of $1.00 each way, you just call them on channel 14 and say taxi taxi taxi and your boat name, they come out and get you.

Veröffentlicht unter 12/2016 bis 08/2017 | Hinterlasse einen Kommentar

Es zieht sich …

„Nach zwei windschwachen Tagen ist nicht so viel an abgesegelten Seemeilen herum gekommen. Aber mit dem Wingaker schaffen wir bei  ca. 8 kn scheinbarem Wind immerhin um die 5 kn Fahrt.

Unsere Position ist: S 10°05’-  W 117°45’

Das bedeutet: noch 1.230 sm vor uns, jedoch auch 3.013 sm hinter uns.

Es war ein schöner Tag. Wir haben zur Abwechslung mal TRX Übungen gemacht. Mit viel viel Spaß. Zum Dinner gab es einen fullmonty Tapas-Teller.“

 

 

Veröffentlicht unter 12/2016 bis 08/2017 | Hinterlasse einen Kommentar

Rosenmontag – Helau

„Ich verspäte mich leider und kann nicht zum Zug kommen. Sitze hier noch auf dem Pazifik fest. Beeile mich aber, Helau. So, das war dem Rosenmontag geschuldet.

Seit zwei Tagen kämpfen wir mit und um Wind. Mal ist er gut, aber oft auch nur schwach und wir machen nur drei bis vier Knoten Fahrt. Letzte Nacht sogar zwischendurch nur ein Knoten. Das zerrt ganz schön an den Nerven. Dann purzeln ja auch keine Meilen. Die Gribfiles von Wetterwelt zeigen solche kleinen Windlöcher nicht, aber nervig ist es schon. Jetzt haben wir den Wingaker oben und machen ca. 5,5 kn Fahrt. Nicht dolle, aber immerhin. Ich schicke dir jetzt gar nicht dir unsere Position, das mache ich erst heute Abend.

Ach, und gestern hat wieder ein Fisch unseren Köder ABgebissen. Statt ANgebissen. (Helau) Davon lassen wir uns aber nicht entmutigen. Die Fische scheinen hier doch etwas größer zu sein als in der Karibik.

Gestern haben wir die Uhrzeit wieder eine Stunde mehr zurückgestellt. Im Moment ist es 09:30 h und ich habe Thilo gebeten die Wache über den Wingaker zu übernehmen, um ein wenig zu schlafen.

Der Wind weht gleichmäßig und die Wellen kommen von hinten. Also dürfte einem Nickerchen nichts im Wege stehen.“

Veröffentlicht unter 12/2016 bis 08/2017 | Hinterlasse einen Kommentar

Noch 1.355 sm

„Ja, wir kommen gut voran. Heute haben wir den Wingaker wieder drauf und machen trotz schwacher Winde, 9kn scheinbarer Wind, gute Fahrt.

Jetzt zu unserem Wassermacher:
Nachdem wir ja Panama einen neuen Kabelbaum verdrahtet haben, läuft der Wassermacher wie am Schnürchen. Die meisten Tage sind so sonnig, dass wir gegen 12:00 Uhr die Batterien voll haben. Heute sogar schon um 11:00 Uhr. Und wir brauchen nicht den Wassersparmodus einschalten. Eigentlich duschen wir jeden Tag draußen. Thilo morgens und Jan und ich abends. Der Wassermacher läuft eine Stunde am Tag und schon ist der Tank wieder voll. Was für ein Komfort. Wir trinken auch überwiegend das Wassermacherwasser.

Leider nahm der Wind in den letzten Stunden weiter ab und die Seemeilen purzeln nur noch gemächlich. Aber das kann in zwei Stunden wieder anders sein.

Ich schicke dir zwei Bilder: Die Mannschaft vor dem Wingaker. Und: Die Mannschaft beim Sport. Viel Spass damit. Wir hatten bei dem „Fotoshooting“ auf alle Fälle jede Menge Spaß.“

sport_rs

wigaker_rs

Veröffentlicht unter 12/2016 bis 08/2017 | 7 Kommentare

24.02.2017, S09°46’ W 111°06’

„Heute gab es den letzten Bauernsalat, jetzt sind die Gurken weg.

Die Daten für heute:
Seit Panama 2.610 sm gesegelt.

Wassertank: voll

Dieseltank:  dreiviertel voll

Durchschnittsgeschwindigkeit über alles: 5,7 kn

Max. Geschwindigkeit: 13,6 kn

Momentane Geschwindigkeit: 7 kn

Noch 1.715 sm voraus

Kein Fisch

Sonne scheint

Ca. 15 kn scheinbarer Wind machen uns so schnell

Der Genaker macht uns schnell

Und Frau Netrebko singt, ob sie uns schnell macht weiß ich nicht

Das für heute

17:00 Uhr Ortszeit Sempre due“

Mal wieder ein Bild, damit ihr sehen könnt wo die Männer sind:

bildschirmfoto-2017-02-25-um-11-56-26

Wow, von der Durchschnittsgeschwindigkeit seit dem Start bin ich beeindruckt. Wir erinnern uns noch gut an die Flautezeiten am Anfang.

Veröffentlicht unter 12/2016 bis 08/2017 | Hinterlasse einen Kommentar

Jan schreibt

„Nach den erlebnisreichen ersten 3 Wochen sind wir jetzt in der Routine gelandet. Wir wissen, was zu tun ist, die Segelmanöver klappen erfolgreich mit kurzen Kommandos.

Der Pazifik zeigt sich überwiegend von seiner ruhigen Seite. Dennoch ist es immer mit einem leichten Bauchkribbeln verbunden, mit vollem Segel und 7-8 Knoten Fahrt in die die dunkle Nacht zu rauschen.

Die Weite des Pazifik wird uns täglich gewahr, da wir nur ganz selten einen Schiffskontakt auf dem Bildschirm entdecken. Wir verbringen die Tage mit der Essenszubereitung, Gesprächen, Spielen, Lesen und Träumen.

Ich bin immer wieder fasziniert, wie kreativ Berthold und Thilo aus den vorhandenen Vorräten ein köstliches Essen zaubern. Ich werde versuchen einige Ideen mit nach  Hause zu nehmen.

Begleitet wird die Arbeit mit der fantastischen Musik aus Bertholds Musiksammlung. Für jede Stimmungslage der passende Song. Die Erinnerung an zurückliegende Erlebnisse (Sturm- und Drangzeit) wird wieder geweckt. Überhaupt erzählen wir uns offen und viel aus unserem Leben und manchmal öffnet sich auch eine emotionale Tür.

Der Wind weht seit einigen Tagen stabil aus SO, so dass nur geringe Segelkorrekturen nötig sind. Die Gedanken schweifen dann zur Familie und es werden Vorsätze geschmiedet, was im Leben überdacht werden sollte. Die Sehnsucht nach festem Untergrund und die Freude auf die schönen Inseln nimmt kontinuierlich zu. In ca. 10 Tagen kann sie gestillt werden.“

Veröffentlicht unter 12/2016 bis 08/2017 | Hinterlasse einen Kommentar