Saint Lucia – Martinique

Da sind wir wieder. Am 9. April sind wir nach 9 Stunden Flug wieder in der Marina Rodney Bay auf unserer Sempre due angekommen. Gazza und Peter haben in der Zwischenzeit bestens auf unser Schiff aufgepasst. Es gelüftet und bevor wir kamen noch einmal geputzt, so dass es nur so glitzerte und funkelte als wir ankamen.

Im Salon stand ein Korb mit Obst aus Gazza’s Garten (Mangos, Grapefruit, Papaya und eine uns unbekannte Frucht) und ein kleiner Blumenstrauß in einer abgeschnittenen Evian-Flasche. Das sah alles so schön aus. Und es dauerte auch nicht lange, bis Gazza und Peter vor dem Schiff standen um uns zu begrüßen. So hat es wirklich Spaß gemacht wieder anzukommen.

Nachdem wir die Koffer ausgepackt hatten und noch eine Kleinigkeit Essen gegangen sind, waren wir auch schon so müde, dass wir für karibische Zeit viel zu früh schlafen gegangen sind. Aber es war wirklich nichts zu machen, die Müdigkeit siegte.

Am nächsten Tag waren wir dann auch noch ziemlich durch den Wind und es dauerte bis zum Nachmittag, bis wir uns wieder eingefunden hatten. Es war eigentlich alles noch so sehr vertraut und dennoch ganz anders.

Dazu kommt, dass wir nach unserer Ankunft festgestellt haben, dass aus den Wasserhähnen orange farbenes Wasser kommt. Zwischendurch war es mal wieder hell, dann als wäre die Leitung leicht verstopft kam etwas weniger Wasser und schon kam wieder orange farbenes Wasser. Was konnte das sein? Algen? Bakterien? Jedenfalls nichts mit dem man sich die Hände waschen möchte. Geschweige denn Duschen.

Also waren wir am nächsten Tag damit beschäftigt das komplette Wasser ablaufen zu lassen. Berthold war auf die Idee gekommen bei der Moorings-Charter-Station nachzufragen, ob sie das Problem kennen. Dort bekamen wir den Tipp, dass wir das schlechte Wasser ablaufen lassen sollen, dann den Tank zur Hälfte füllen, dann „4 gallons bleach“ einfüllen und den Tank auffüllen. Das Ganze über Nacht stehen lassen und am nächsten Tag ablaufen lassen, Tank wieder mit klarem Wasser auffüllen, wieder ablaufen lassen und dann sollte es gut sein. So haben wir es gemacht und es scheint wieder alles gut zu sein. Das Wasser ist klar. Es riecht noch ganz leicht nach Chlor von der Bleiche, aber … besser als orange farbenes Zeug.

Was es alles gibt ….
Dabei hatten wir natürlich Aquaclean in die Tanks gegeben, bevor wir nach Hause geflogen sind. Aber es gibt wohl noch ein weiteres Aquaclean für die Karibik. Das hatten wir nicht. Wußten wir auch nichts davon. Man lernt nie aus …

Heute sind wir dann von Saint Lucia nach Martinique gefahren. 4 Stunden dauerte die Überfahrt. Obwohl Wind und Wellen nicht optimal waren, hatten wir doch viel Spaß und eine schöne Zeit auf dem Meer.
Angekommen sind wir ein wenig herumspaziert um für morgen schon zu wissen, wohin wir gehen müssen um uns anzumelden und die Werkstatt zu finden, mit der wir ja morgen einen Termin haben. Hier soll ja die Ruderanlage endgültig repariert, bzw. verbessert werden.

Ich bin schon gespannt, ob das auf Kosten der Werft geht. So war ja eigentlich der Plan. Denn so wie die Ruderanlage konzipiert ist, taugt sie nicht für die große Fahrt. Wir werden sehen.

Auf dem Bild seht ihr Gazza und Peter. Wir haben den beiden je ein null-zwo-elf-T-Shirt mitgebracht. Schade dass Peter seines nicht an hat.

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Veröffentlicht unter 07/2014 bis 05/2015 | 1 Kommentar

Bald geht die Reise weiter

Noch zwei Wochen, dann startet die Sempre due in ein neues Abenteuer. Ich werde berichten. Die meisten Vorbereitungen sind erledigt.

Hagen ist mittlerweile zum Studium nach Berlin in eine schnuckelige kleine Altbauwohnung gezogen. Wir freuen uns mit ihm auf den neuen Lebensabschnitt.

Also Leinen los: Unser erstes Ziel wird Martinique sein um in der Fountaine Pajot Vertretung dort die Ruderanlage zu verbessern.

Am 20.4. kommen dann Freunde von uns, Stefanie und Mirco, für zwei Wochen an Bord. Mit ihnen wollen wir nach Dominica segeln und die noch sehr ursprüngliche und als unglaublich schön beschriebene Karibikinsel kennenlernen. Wir freuen uns auf eine spannende Zeit, die Sonne, die Fische, das Meer und unsere Sempre due.

 

 

 

Veröffentlicht unter 07/2014 bis 05/2015 | 1 Kommentar

Von Saint Vincent nach Saint Lucia und zurück nach Deutschland

Die Fahrt von Saint Vincent nach Saint Lucia dauerte ca. 8 Stunden. Wir hatten guten Segelwind, allerdings leicht von vorne, was die Wellen etwas ungemütlich gemacht hat. Unser nächstes Ziel war die Marigot Bay auf Saint Lucia.

Diese Bucht ist wirklich wunderschön. Sie ist ein natürlicher Hafen, umgeben von Bergen und Mangroven. In der Bucht kann man entweder in der schönen Marina festmachen, oder an von der Marina ausgelegten Bojen. Wir haben uns für die Bojen entschieden. Ein Tipp für Segler, die die Marigot Bay ansteuern: Es gibt in der Bucht Bojen die mit blauen Sternen gekennzeichnet sind. Das sind die Bojen der Marina, die auch regelmäßig gewartet werden. Alle anderen Bojen gehören den Bootsboys die einen auch hier schon an der Einfahrt abpassen und die einen natürlich an eine ihrer Bojen lotsen wollen. Da ich das bereits im Reiseführer gelesen hatte, habe ich allen direkt gesagt, dass wir an eine Marina-Boje möchten.

Danach kam dann wieder das übliche Einklarieren, das obwohl wir recht spät dran waren, dann doch  ganz gut geklappt hat. Ich bin ja mittlerweile Einklarer-Profi und es wundert mich, dass ich unsere vier Ausweisnummern noch nicht auswendig weiß. Muss ich diese riesigen Formulare ja sowohl beim Ein- als auch beim Ausklarieren immer ausfüllen.

Bertholds Zigarillos sind leer. Und das schon seit ein paar Tagen. Der arme Berthold musste schon auf die Zigarren zurückgreifen, die er dabei hatte bzw. die er unterwegs auch immer mal gekauft hat. Zigarillos gab es keine. Auf der Suche nach den Zigarillos bekamen wir den Tipp, dass es sie evtl. im Restaurant Doolittle gibt und dass dorthin ein Wassertaxi regelmäßig und umsonst fährt. Also haben wir uns vorgenommen, dort doch auch direkt zu Abend zu essen. Berthold und ich sind also ins nächste Wassertaxi gesprungen und ins Restaurant gefahren, Hagen und Josephine mussten nochmal an Bord und kamen dann mit dem Dinghy nach.

Das Restaurant war traumhaft schön. Es war umgeben von Mangroven, der zur Bucht offene Bar- und Restaurantbereich war wirklich gekonnt integriert in den Mangrovenwald. Als wir nach Zigarillos oder Zigarren fragten, erfuhren wir, dass sie keine haben und dass es die wahrscheinlich im Restaurant Doolittle gibt. 🙂 Wir waren einfach ins falsche Restaurant gefahren. Es gibt nämlich zwei Wassertaxen in der Bucht. Für jedes Restaurant eines. Aber weil es doch wirklich so wunderschön war in dem Rainforest Hideaway Restaurant, fragten wir nach einem Tisch zum Abendessen und hatten wie wir später erfahren haben, großes Glück, dass wir noch einen Tisch für vier Personen bekommen haben.

Wir sind per Zufall in DEM Restaurant von Saint Lucia gelandet und in einem der ganz wenigen Gourmet-Restaurants der Karibik. Berthold und Hagen sind rasch mit dem Dinghy zum Doolittle Restaurant um für Rauchwaren zu sorgen, während Josephine und ich schon mal einen grünen Rainforest-Cocktail als Aperitif und danach haben wir alle ein wirklich köstliches Dinner genossen. Das Rainforest Hideaway Restaurant ist nur vom Wasser aus erreichbar. Es ist wunderschön beleuchtet und da die Marigot Bay wirklich eine wunderschöne Bucht ist, war es ein traumhafter Abend und ein schönes Schnippchen vom Schicksal, dass es uns zu diesem Restaurant geführt hat.

Alle waren glücklich und zufrieden als Hagen uns dann später mit dem Dinghy zurück zum Schiff chauffierte.

Am nächsten Tag ging es dann nach dem Frühstück weiter, zurück nach Rodney Bay. Diesmal fuhr Hagen aus der Bucht heraus und steuerte das Schiff bis Rodney Bay. Und das trotz strömendem Regen. Es schüttete zwischendurch so stark, dass man wirklich nichts mehr um das Schiff herum erkennen konnte. Aber nach 1 1/2 Stunden waren wir dann in der Marina Rodney Bay.

Die letzten Tage an Bord verbrachten wir mit Putzen und Wäsche waschen und Abreise vorbereiten. Am 15.1. sind wir dann mittags mit dem Taxi die 1 1/2 Stunden zum Flughafen gefahren. Wir alle haben noch einmal die wunderschöne Landschaft Saint Lucias genossen und waren alle ein bisschen traurig, dass unser gemeinsames Abenteuer zu Ende ist. Wobei wir uns auch alle ein bisschen auf zu Hause gefreut haben.

Unser Flugzeug startete um 17 Uhr in Saint Lucia, landete dann auf Barbados für eine Stunde zwischen und dann ging es weiter nach Frankfurt, wo wir um ca. 10 Uhr morgens dann ankamen. Wir haben uns ein Auto geliehen und sind nach Düsseldorf gefahren.

Jetzt sind wir wieder da und versuchen uns auf diese üsseligen Temperaturen einzustellen und Berthold und ich freuen uns schon auf Mitte April, wenn wir wieder zu neuen Abenteuern aufbrechen werden.

Fortsetzung folgt 🙂

Veröffentlicht unter 07/2014 bis 05/2015 | 2 Kommentare

What a bloody good day for sailing …

Nach dem Frühstück haben wir uns von der Boje losgemacht. Weiter geht’s in Richtung Saint Lucia. Geplante Ankunft Bequia nach ca. 2-3 Stunden. ABER – der Wind hat tatsächlich etwas zu unserem Vorteil gedreht, so dass wir schon an der Ausfahrt aus der Bucht die Segel setzen konnten. Hagen zieht das Großsegel hoch, mit einem Reff, weil der Wind doch noch gut mit 20-25 Knoten bläst. Vorsegel raus (wir erinnern uns: Berthold sagt, es ist das Gaspedal des Segelschiffs) und los ging es.

Wir hatten einen wunderbaren Segelwind. Mit 7, 8 und auch teilweise 9 Knoten kamen wir so gut voran, dass wir uns umentschieden haben und statt nach Bequia zu fahren, sind wir gleich weiter nach Saint Vincent in die Wallilabou Bay. Das waren dann noch ca. 2-3 Stunden mehr bis wir hier waren.

Wie im nautischen Reiseführer beschrieben, wird man schon vor der Einfahrt in die Bucht von Bootsboys abgefangen. Sie wollen einem beim Festmachen an den Bojen helfen und/oder Sachen verkaufen: Obst, Gemüse, Fisch, Schmuck. Das ist ein bißchen nervig, weil man sich ja auf die Bucht einstellen muß. Wir waren hier ja noch nie. Man weiß nicht wie es da aussieht, wie die Möglichkeiten zum Ankern oder an den Bojen sind etc.

Wir wurden von einem Boot „abgefangen“ in dem zwei Männer saßen. Der Versuch sie abzuwimmeln ging schief, weil sie einfach im gewissen Abstand weiterhin neben uns her gefahren sind. Na gut, dann konnten sie uns auch helfen, wenn sie eh schon da sind.

Die Wallilabou Bay ist nicht sehr groß und bis kurz vor Land auch relativ tief. Wir haben im südlichen Teil der Bucht an einer Boje festgemacht und mußten uns dann noch mit einer langen Leine nach hinten festmachen. So liegen wir jetzt schön fest und sicher.

Die Wallilabou Bay ist bei Fans der Filme „Fluch der Karibik“ bekannt. Hier wurden sehr viele Szenen für die ersten drei Filme gedreht. Es stehen noch einige Kulissen und es gibt noch etliche Requisiten zu besichtigen. Das Restaurant Wallilabou Anchorage hat viele Requisiten ausgestellt und alle sind ganz stolz darauf, dass hier gedreht wurde. Ein Bootsboy der zu uns ans Schiff kam erzählte, dass er die Rolle des Fischers hatte. Ein anderer erzählte Hagen, dass die Bootsboys während der Dreharbeiten ganz viel Geld verdient hätten, weil sie so bezahlt wurden, als wäre die komplette Bucht, die ja gesperrt wurde für die Aufnahmen, voller Schiffe.

Morgen werde ich ein paar Fotos machen.

Leider hat die Bay wie auch der Rest von Saint Vincent unter den Seglern keinen besonders guten Ruf, weil hier öfter Schiffe ausgeraubt werden. Meistens abends, wenn die Mannschaft an Land zum Essen ist. Also haben wir heute alle Fenster wirklich fest verschlossen und Licht angelassen und wir konnten das Schiff vom Restaurant aus auch gut sehen. Wobei man sagen muss, dass hier mittlerweile auch schon jemand zwischen den Schiffen herumfährt und aufpasst, dass nichts passiert. Also wird die Aera der Raubzüge vielleicht auch bald vorbei sein.

Wir werden morgen noch einmal einen Tag hier verbringen. Fotos machen und es gibt nach einem ca. 15 minütigen Fußweg einen schönen Wasserfall, den wir uns anschauen wollen und außerdem kann man in der nördlichen Ecke der Bucht wohl auch gut schnorcheln.

Veröffentlicht unter 07/2014 bis 05/2015 | 2 Kommentare

Union Island, Chatham Bay – Mayreau, Saline Bay – Canouan, Charlestown Bay

Von der Tyrrel Bay aus sind wir zurück nach Union Island gefahren. Leider herrscht noch immer der „Northerly“ kräftig vor. Aber es sind ja nur knapp zwei Stunden bis Union Island. Dort wollen wir dieses Mal nicht in die Hauptstadt Clifton, sondern in eine in unserem nautischen Führer beschriebene Ankerbucht – Chatham Bay. Von dort aus kann man sich per Wassertaxi oder von der Betreiberin eines Strandrestaurants in die Stadt zum Einklarieren bringen lassen (so steht es im Reiseführer).

Aber – der Blog heißt ja die „abenteuerliche“ Reise der Sempre due. Also sollte auch dieser Kurztripp als kleine Abenteuer enden. Wir hatten also die Tyrrel Bay verlassen und waren schon ca eine Stunde unterwegs, gegen den Wind, sehr ungemütlich mit viel Welle von vorne. Irgendwann bin ich in den Salon und wollte mir, glaube ich, ein Obst abwaschen. Es kam nur noch ein Tropfen aus dem Wasserhahn.

Ups – warum funktioniert der Wasserhahn nicht mehr? Was kann das sein? Ich schaue, ob irgend ein Schalter aus Versehen umgelegt wurde. Nichts. Dann fällt mein Blick auf den Anzeiger des Wasserstandes unseres Wassertanks – LEER!! Wie konnte das sein? Der Wassertank war gut halb voll als wir losfuhren. Unser Wassermacher arbeitet hervorragend und produziert jeden Tag ganz tolles Wasser.

Und weil kurz vorher der Wassermacher auch noch gearbeitet hat, habe ich dann einen Blick in den Backbord-Motorraum geworfen, in dem sich unser Wassermacher befindet. Der Motorraum war bis zur Hälfte voller Wasser, das munter wie ein Springbrunnen durch die Vibration des Motors im Motorraum herumhüpfte.

Na prima. Wie konnte das passieren? Was ist da los? Erst einmal Backbordmotor aus. Dann haben wir die Bilgenpumpen eingeschaltet. Zum Glück legte nur eine davon begleitet von Alarmgepiepse los, nämlich die vom Backbordmotorraum. Das bedeutet, dass nicht auch noch sonst irgendwo in der Bilge Wasser ist. Trotzdem haben wir natürlich die komplette Backbordseite untersucht, alle Fußbodenplatten geöffnet. Nichts. Alles trocken. Zum Glück, wenigstens das.

Dann haben wir uns geärgert, dass wir den Stromspartipps eines Seglers gefolgt sind: Bilgenpumpen ausschalten und nur einmal am Tag kurz einschalten. Blödsinn. Das war mal absolut an der falschen Stelle gespart. Ab sofort bleiben die Pumpen an.

In der Zwischernzeit waren wir auch schon in der Chatham Bay angekommen. Dort haben wir uns dann erst einmal mit dem Ankermanöver beschäftigt, welches trotz vielen Windes gut geklappt hat. Es gibt in der Chatham Bay gute sandige Stellen in die sich der Anker gut eingraben kann.

Danach kümmern wir uns wieder um unser Wasserproblem. Die Bilgenpumpe hat das Wasser mittlerweile aus dem Motorraum gepumpt und wir waren wirklich ratlos woran es liegen konnte, dass der komplette Inhalt des Wassertanks im Motorraum gelandet ist. Ist ein Schlauch vom Wassermachersystem defekt? Wir haben alles abgesucht. Wir haben den Wassermacher eingeschaltet um Wasser zu prodzieren, um dann sehen zu können, wo das Wasser denn her kommt. Nichts passierte. Der Wassermacher arbeitet und macht Wasser und alles ist dicht.

Plötzlich kam Berthold auf die Idee, die Außendusche, die oberhalb der Motorabdeckung angebracht ist, deren Schlauch sich aber im Innenraum zum Motor befindet, heraus zu ziehen – und wir konnten es kaum glauben, direkt hinter dem Duschkopf war ein Riss im Duschschlauch. Braun verfärbt, als hätte sich der Schlauch an einer rostigen Schraube aufgeschlitzt. Das kann noch nicht lange so gewesen sein, weil wir die Außendusche ja in letzter Zeit nach dem Schwimmen im Salzwasser viel genutzt haben. Berthold hat also den Duschkopf abmontiert, das defekte Stück abgeschnitten und das Ende umgeknickt und mit einer Schlauchschelle fest abgebunden, so dass kein Wasser mehr auslaufen kann und wir werden dann in Saint Lucia schauen, ob wir ein passendes Teil finden.

Bleibt noch die Frage, wo ist die scharfe Stelle, die den Schlauch zerstört hat. Leider kann man vom Motorraum aus die Stelle an der sich der Duschschlauch befindet nicht so gut einsehen. Aber wir werden den Übeltäter schon noch finden.

Nachdem der Motorraum ausgepumpt war, befand sich noch Wasser in den Schläuchen, die von außen Frischluft in den Motorraum bringen. Diese hat Berthold an den tiefsten Stellen mit der Bohrmaschine angebohrt. Dann konnten wir den Motorraum austrocknen. Und den Wassermacher wieder einschalten. Zwei Stunden später war der Wassertank schon fast zu einem Viertel voll.

Nach diesem Schrecken haben wir uns an Land im pinkfarbenen Strandrestaurant von Vanessa zum Abendessen angemeldet. Berthold ist zwar zuerst an Bord geblieben, weil er bei dem Wind und mit laufendem Motor (wegen Wassermacher) nicht an Land gehen wollte. Also sind Hagen, Josephine und ich mit dem Dinghy an Land gefahren. An dem Tisch an dem wir saßen war dann aber so eine schöne Stimmung, dass wir Berthold angefunkt und ihn überredet doch auch an Land zu essen. Also holte Hagen ihn ab. Motor aus, Wassermacher aus.

Zur Belohnung für den aufregenden Tag gab es erst einmal einen prima Rum-Punsch als Sundowner. Danach noch ein Bierchen und dann köstliches karibisches Essen: 1 x Chicken, 2 x Fisch, 1 x Spareribs jeweils mit Kartoffeln, Reis und Salat und gebackenen Kochbananen. Und zum Nachtisch Bananenkuchen.

Na gut – die karibische Küche ist nicht besonders abwechslungsreich. Das stimmt schon. Aber das Essen ist schon ziemlich lecker.

Das Dinner wurde von einem Musiker begleitet, der so alle möglichen bekannten Songs und Reggaestücke nachspielte und sang. Es war wirklich eine schöne und fröhliche Stimmung. Mit an unserem Tisch saßen Vater und Sohn die gemeinsam die Welt umsegeln werden. Immer in Etappen, weil der Sohn immer mal wieder zurück muß um zu arbeiten. Er hat eine Absprache mit seinem Arbeitgeber, dass er dieses Projekt mit seinem Vater machen kann und immer mal wieder ein viertel bis ein halbes Jahr unterwegs sein kann. Wir hören so viele interessante Geschichten auf unserer Reise.

Als alle Gäste gegessen hatten kam Vanessa aus der Küche, ließ noch einen Tisch zur Seite rücken um eine Tanzfläche freizuräumen und fing an selbst zu singen und zu tanzen. Es wurde ein wirklich schöner Abend. Wir haben getanzt und die Anspannung des Tages war verflogen. Irgendwann wurde eine Limbostange angebracht und alle möglichen Gäste haben sich daran versucht irgendwie elegant unter der Stange hindurch zu kommen. Josephine und ich hatten viel Spaß dabei. Wir haben viel getanzt, was in dem hohen Sand wirklich sehr anstrengend ist.

Ich mußte immer wieder an die Asterix und Obelix Geschichten denken, bei denen nach dem Abenteuer immer gefeiert wird und der Barde singt. Nur dass unser Barde nicht gefesselt am Baum hing.

Am nächsten Tag haben wir in der gleichen Bucht umgeankert, in der Hoffnung dass der neue Platz etwas Wind geschützter ist. Das war leider nicht so. Ab er wir mußten ja noch in die Hauptstadt Clifton um einzuklarieren.

Am Abend zuvor hatten wir mit Vanessa ausgemacht, dass sie uns in die Stadt bringt oder bringen läßt, damit wir uns wieder einklarieren können. Hagen und ich wollten das erledigen. Berthold brachte uns mit dem Dinghy an Land und es kam gleich ein Mann an den Strand, der sagte: „Ihr wollt in die Stadt? Ich bin euer Guide und bringe euch hin.“ Also dachten Hagen und ich, dass er von Vanessa geschickt worden war. Er erklärte, dass wir ein kurzes Stück zu Fuß gehen und dann würden wir fahren. Irgendwann kam mir das schon komisch vor. Als ich ihn dann fragte, ob er denn wirklich der Fahrer sei, den Vanessa für uns organisieren wollte, gab er zu, dass er das nicht sei. Aber wir waren schon ein ganzes Stück gegangen und irgendwie fanden Hagen und ich das Gehen auch schön. Wir hatten eine tolle Aussicht auf unsere Bucht und später dann auf der anderen Seite des Berges auf weitere Buchten auf der anderen Seite von oben. Doof nur, dass wir mit FlipFlops unterwegs waren. Sonst hätte es noch mehr Spaß gemacht. Aber weil uns die Bewegung gut gefallen hat, entschieden Hagen und ich, dass wir jetzt einfach mit „unserem Guide“ Alex weiter gehen. Nach ca. 1 Stunde erreichten wir das nächste Dorf. Von dort ging es per Busfahrt weiter bis nach Clifton.

Dort gab es das übliche Einklarierungsprozedere, dann haben wir uns in ein Internetcafe gesetzt und einen leckeren Obst-Smoothie und Wasser getrunken, während Hagen auf dem iPad die Vorhersagen verschiedener Wettermodelle heruntergeladen und per Bildschirmdruck für Berthold gespeichert hat. In unserer Chatham Bay gab es leider keinen Telefon- und Internetempfang. Danach haben wir uns per Bus auf den Rückweg begeben. Der Bus hat uns bis zum Querfeldeintrampelpfad, der den Berg hinunter zu unserer Bucht führte, gebracht. Zurück in der Bucht konnten Hagen und ich von unserem neuen Abenteuer berichten. Wir haben uns ein Essen an Bord zubereitet und den Kurs für den nächsten Tag festgelegt.

Von Union (wie man hier so sagt) aus, sind wir also dann nach Mayreau wieder gefahren. Aber auch diese Strecke waren nur ca. 2 Stunden. Das schafft man auch gegenan immer ganz gut und der Wind wird ganz langsam etwas gnädiger. In Mayreau hatten wir einen schönen Ankerplatz in der Saline Bay gefunden. In unserem Reiseführer steht, dass es dort einen Supermarkt gibt und ein schönes Restaurant. Also gehen wir etwas einkaufen, unsere Vorräte neigen sich dem Ende zu. Leider sind die Supermärkte auf den Inseln nicht ganz so sortiert wie wir es uns vorstellen.

Für den Abend buchen wir uns einen Tisch in einem Restaurant das auch in unserem Reiseführer empfohlen wurde. Es war ganz schön dort bei Dennis. Aber auch nicht so supertoll, dass wir es unbedingt weiterempfehlen würden.

Heute Morgen wurden uns zwei Brote ans Schiff geliefert. Wir hatten am Nachmittag zuvor Brot gekauft, wollten aber noch für die Weiterfahrt Brot an Bord haben. Wir haben den Frühstückstisch gedeckt und Brote geschnitten und gefrühstückt, bis Josephine feststellte, dass ein paar kleine Ameisen über unseren Tisch marschieren. Beim genauen Hinsehen merken wir, dass es sich doch um sehr viele kleine Ameisen handelt und diese auf unseren neuen Broten eingereist sind. Da jeder von uns schon die eine oder andere Scheibe davon gegessen hat, haben wir sicher auch die ein oder andere Ameise verspeist. Die Brote flogen in hohem Bogen ins Meer und wir haben wirklich alles nach den Miniameisen abgesucht und konnten viele vernichten. Ich hoffe, dass wir uns nicht die Pest an Bord geholt haben. Aber es sieht so aus als hätten wir alle erwischt.

Danach ging es Anker auf und weiter nach Canouan. Wieder ca. 1 1/2 Stunden Fahrt. Hier hin Canouan liegen wir an einer Boje vor einem schönen großen Resort. Wir konnten schwimmen und baden. Berthold und ich waren im kleinen Supermarkt und auf dem Vegetable Market einkaufen. Zwei sympathische junge Männer hatten uns kurz vorher einen frischen Thunfisch von ihrem Boot aus verkauft. Den sollte es am Abend gegrillt mit Kartoffel und Salat zum Abendessen geben.

Berthold beschloss, dass unser Gasgrill noch einmal sehr gründliche geputzt werden muss, bevor der Fisch darauf kommt. Also hat er ihn abgebaut und wollte ihn schrubben und plums, weg war er … Es dämmerte schon, aber Berthold konnte ihn noch auf dem Grund in ca. 3,5 m Tiefe liegen sehen. Also, beide Männer nochmal in die Badehose, Berthold guckt wo der Grill liegt und Hagen taucht. Und tatsächlich kommt er mit dem Grill in der Hand nach oben.

Das Abendessen ist gerettet. Es war köstlich. Der Fisch von Grillmaster Berthold perfekt nach den unterschiedlichen Garwünschen gegrillt und der Tomatensalat von Josephine war köstlich, der grüne Salat von mit hat auch allen gut geschmeckt und die Kartoffeln waren Kartoffeln und schmeckten auch so.

Morgen werden wir dann ein längeres Stück bis Bequia zurück fahren und hoffentlich auch einen Teil davon segeln können. Wie es aussieht, wird der Wind zumindest ein bißchen drehen.

 

 

 

 

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Morgen geht’s weiter

03.01.2015

Der Wind ist zwar immer noch ziemlich stark, aber jetzt möchten wir uns doch langsam auf den Weg zurück nach Saint Lucia begeben.

Heute haben wir unsere letzte Bustour auf Carriacou unternommen. Ziemlich weit diesmal bis in den Norden der Insel nach Windward. Das war wieder ein schöner Ausflug, auch wenn Windward nicht ganz so war wie ich es mir vorgestellt habe. Wir konnten nur von einem Schiff das Grundgerüst sehen, an dem gerade gearbeitet wird und ansonsten gab es in dem Örtchen so gar nichts zu gucken. Schade, aber die Busfahrt war toll.

Auf dem Rückweg mußten wir in Hillsborough umsteigen und diesen Stopp haben wir genutzt um zu Mittag zu essen und um uns für morgen schon einmal auszuklarieren. Sehr unkompliziert. Carriacou ist eben eine Insel mit unglaublich freundlichen Menschen.

Vorgestern kamen dann auch die OOROO in die Tyrrel Bay und wir haben wieder einmal eine schöne Zeit mit ihnen. Sie kamen am Nachmittag zu uns an Bord, während wir gerade Besuch von der MAKANI hatten.

Claudio und Janine von der MAKANI haben wir in Lanzarote kennengelernt. Sie kommen aus der Schweiz. In Lanzarote lagen Sie mit ihrem Schiff direkt vor uns und hatten uns an unserem letzten Abend dort auf unserem Schiff besucht. Sie sind Anfang Dezember mit ihrer Lipari über den Atlantik in die Karibik gekommen und wir haben uns zufällig hier in der Tyrrel Bay wieder getroffen. Wir haben uns sehr gefreut.

Am Abend waren wir dann auf der OOROO zum Abendessen eingeladen. Das war sehr lecker und es war wieder sehr lustig.

Heute Morgen sind die OOROOs dann weiter gefahren nach Grenada, weil Tess und Shayne von dort aus nach Australien zurück fliegen. Ich würde mich freuen, wenn wir in Kontakt bleiben können. Mike und Leanne bleiben ja noch länger in der Karibik und es kann gut sein, dass wir sie im April/Mai wieder treffen.

 

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Tobago Cays und Carriacou und Silvestergrüße von der Sempre due

31.12.2014

Am 26.12. haben wir Bequia verlassen. Morgens waren Berthold und ich noch einmal mit dem Dinghy in den Ort gefahren, weil wir uns doch gerne eines der wunderschönen Modell-Segelschiffe kaufen wollten die dort auf der Insel hergestellt werden.

Bequia war früher für den Walfang und den Bootsbau berühmt. In Bequia wurden ganz spezielle Walfangschiffe gebaut. Da der Walfang irgendwann verboten wurde und somit auch die Nachfrage nach den Schiffen nachließ, haben die Inselbewohner begonnen originalgetreue Modellboote zu produzieren. Wobei auch tatsächlich noch wenige richtige große Holzsegelschiffe auf Anfrage dort gebaut werden.

Die Modellschiffe sind sehr schön und auch tatsächlich schwimm- und segelfähig. So findet einmal im Jahr eine Modellsegelschiffregatta in Bequia statt.

Berthold und ich hatten am Tag zuvor schon eine kleine Werkstatt gefunden, die ein bisschen versteckter lag und nicht so im Laufbereich der Kreuzfahrtschiff-Touristen, in der die Schiffe gebaut werden, aber diese hatte wegen Weihnachten geschlossen. Dort sind wir dann also am 26.12. morgens hin und haben uns ein schönes Segelschiff ausgesucht. Während Benson, der unser Boot auch hergestellt hat aus einem alten großen Karton einen passenden Karton für unsere neue Errungenschaft bastelte, hatten wir genug Zeit uns die Werkstatt anzusehen und mit seinem Kollegen zu schwatzen und uns alles erklären zu lassen. Das hat wirklich Spaß gemacht.

Um ein Modellschiff, wie wir es gekauft haben (ca. 40 cm lang) zu bauen, brauchte Benson einen Monat. Die Schiffe werden aus dem Holz des Gumbolimbo-Baumes hergestellt. Der Gumbolimbo-Baum ist ein rötlicher Baum mit einer dünnen rötlichen Rinde die sich, ähnlich wie bei der Birke, abschält. Deshalb heißt der Baum bei ein Einheimischen auch Touristtree. Dieses Holz holen sich die Modellbauer aus dem Wald und lassen es erst einmal zwei Monate liegen, weil es, wenn es frisch geschlagen wurde sehr viel Feuchtigkeit enthält. Nach den zwei Monaten dann kann man es sehr gut bearbeiten.

(Sobald wir zu Hause in Düsseldorf sind, werde ich ein Foto von unserem Boot nachliefern. Das klappt mit der schlechten Internetverbindung hier leider nicht so gut. Wir haben oft zwischendurch keinen Empfang. Daher auch die seltenen Blog-Einträge.)

Nach unserem erfolgreichen und eindruckreichen Einkauf, sind wir dann in Richtung Tobago Cays gestartet. Von der OOROO haben wir schon gehört, dass es dort sehr sehr schön ist, dass sie dort sind und wo wir bleiben.

Wir sind direkt in das Horseshoe-Reef der Tobago Cays gefahren. Ein Karibik-Traum – es ist wirklich wunderschön dort. Leider aber auch viel los. Weihnachten und Silvester ist dort wohl Hochsaison. Das Horseshoe-Reef ist ein Riff von fünf oder sechs unbewohnten Inseln, die wie ein Hufeisen angeordnet sind und zwischen denen man gut auf Sand und relativ ruhig ankern kann. Leider war aber, als wir ankamen ziemlich viel Schwell in dem Riff, so dass von ruhig ankern keine Rede war. Es schaukelte ziemlich. Wir hatten direkt hinter der OOROO geankert und Hagen und ich sind rüber geschwommen. Dann gab es erst einmal einen Rum-Punsch und ein großes Hallo. Später, als Hagen und ich wieder zurück an Bord der Sempre due waren sind Berthold und Hagen noch mit dem Dinghy zur OOROO gefahren, während Josephine und ich gekocht haben. Wir hatten eigentlich alle vor dort bis Silvester zu bleiben und zusammen zu feiern.

Aber es war eine recht unruhige Nacht und morgens beim Frühstück schaukelte das Schiff so sehr, dass einem fast schwindelig wurde. Irgendwann kamen Mike und Lianne angeschwommen und sagten, dass es in den nächsten Tagen sehr viel Wind geben soll und sie deshalb gleich ablegen und in Richtung Grenada fahren und ob wir uns vielleicht irgendwo dort treffen, sie waren ja auch schon drei Tage in den Tobago Cays. Wir haben uns auf Kontakt per Email oder auf Kanal 68 verabredet.
Von unserem Ankerplatz aus konnten wir eine kleine Insel mit krummen Palmen darauf sehen. Diese Insel heißt Petit Tobac und dort wurde für den Fluch der Karibik die Szene gedreht in der Jack Sparrow und Keira Knightly an einer kleinen Insel stranden. Man konnte die Insel tatsächlich wieder erkennen.

Nachdem die OOROO abgelegt hatte, haben wir uns einen ruhigeren Ankerplatz zwischen zwei Inseln gesucht und Kojak der Boatboy der sich für uns zuständig fühlte und der uns auch am Tag vorher schon zu unserem Ankerplatz begleitet hat, hat uns gezeigt, wo wir ruhiger ankern können. Dafür haben wir mit ihm einen Termin für den Abend am Strand einer der beiden Inseln vereinbart wo er und die anderen Boatboys und deren Familien ein Lobster-Beach-BBQ ausrichten. Für Hagen und Josephine haben wir Fisch-Barbecue bestellt.

Unser neuer Liegeplatz war wirklich ruhiger. So dass wir mit dem Dinghy zum Riff zum Schnorcheln fahren konnten. In der Nähe des Riffs haben wir eine Boje gefunden an der wir unser Dinghy festbinden konnten. Ich bin ins Wasser gesprungen und habe das Seil an der Boje befestigt. Dann sind wir (Hagen, Josephine und ich) erst einmal ca. 100 m gegen die Strömung geschwommen, um uns dann zum Fische beobachten am Riff entlang zurück treiben zu lassen. Wir haben große Rochen gesehen, viele bunte große und kleine Fische, Korallen, aber leider nur von Weitem Schildkröten. Leider war es durch die Wellen und die starke Strömung doch sehr anstrengend. Es hat uns immer wieder abgetrieben und man mußte gut aufpassen um die Orientierung nicht zu verlieren. Dennoch: Es war ein sehr schöner Tag in den Cays. Am Abend dann, wie verabredet, sind wir mit dem Dinghy an den Strand gefahren und haben uns an den für uns gedeckten Tisch gesetzt. Um uns herum noch weitere Tische, die immer für die jeweiligen Bootscrews von deren Boatboys gedeckt waren. An einer Seite des kleinen Platzes waren die Küchenbuden aufgebaut. In den nach allen Seiten offenen Buden wurde schon eifrig geschnibbelt und gebrutzelt. Eine Menge Lobster wurden halbiert und gegrillt. Es war ein reges Treiben und es duftete nach köstlichem Essen. Der Rum-Punsch als Aperitif schmeckte hervorragend. Es wurde gerade dunkel und wir saßen am Strand einer unbewohnten Insel, vor uns ein Teller mit gegrilltem Lobster, alternativ gegrilltem Fisch, dazu Salat, halbe Kartoffeln mit klein geschnittenem Knoblauch-Gemüse darüber, Reis und gebackenen Bananen. Wir waren so beeindruckt und konnten unser Glück gar nicht fassen, dass wir so etwas schönes erleben. Zum Nachtisch gab es Bananenkuchen oder Obst. Die Welt ist perfekt.

Glücklich und zufrieden kamen wir zurück an Bord. Ein herrlicher Tag in der Karibik.

Am nächsten Morgen nach dem Frühstück entdeckte Berthold beim Schnorcheln, dass „etwas mit unseren Rudern“ nicht stimmt. Sie stehen nicht parallel, im Gegenteil, eines steht fast quer. Kein Wunder also, dass das Steuern sich irgendwie anders anfühlte als sonst. Wir hatten schon bei der Überfahrt ab und zu ein komisches Gefühl, aber es sah alles richtig aus als Berthold es kontrolliert hat. Die Schrauben sind markiert und an den Markierungen war nichts zu erkennen. Im nautischen Reiseführer haben wir die Telefonnummer von Uwe gefunden. Ein deutscher Schiffsbauer, der sich in der Tyrrel Bay auf der Insel Carriacou vor vielen Jahren selbständig gemacht hat und Schiffe und Yachten aller Größen repariert. Wir haben Uwe am zweiten Weihnachtsfeiertag angerufen und hatten gar nicht wirklich damit gerechnet, dass wir jemanden erreichen. Aber seine Frau Jutta ging als Telefon und wir konnten sogar schon für den nächsten Tag einen Termin vereinbaren. Uwe vermutete am Telefon zuerst, dass die Hydraulik der Ruderanlage das Problem ist.

Also sind wir am 27.12. in den Tobago Cays gestartet und mit einem leicht mulmigen Gefühl durch die vielen ankernden Schiffe gefahren, wohl wissend, dass wir nicht wirklich gut steuern können. Aber zum Glück kann man einen Katamaran auch ganz gut mit den beiden Motoren steuern. Um nach Carriacou fahren zu können mussten wir einen Zwischenstopp auf Union Island machen, was ca. 1 Stunde von den Tobago Cays entfernt ist, um dort aus den Grenadinen auszuklarieren.

Das war wieder einmal ein großes Beamten-Abenteuer. Wir ankerten relativ weit am Anfang der Einfahrt zum Hafen von Union Island, weil wir nicht zu sehr durch das Ankerfeld steuern wollten und Berthold und ich ließen uns von einem Wassertaxi an Land bringen.

Ich bin dann zu Customs and Immigration gegangen, während Berthold unsere Internet-SIM-Karte aufgeladen hat. Es war nur eine Person vor mir dran, also ging das doch relativ flott bis ich das übliche Formular ausfüllen konnte und die Dame alles in den Computer getippt hatte und hier ein Stempel, da ein Durchschlag. Teil 1 der Formalitäten war also erledigt, fehlte nur noch der Stempel in den Pässen, den es ja bekanntlich bei der Immigration gibt und das Bezahlen der Einreisegebühren für vier Personen. ABER – der Herr von der Immigration war nicht da.

Er käme gleich wieder, ich sollte warten. Aber er kam nicht. Nachdem ich noch einmal nachfragte, sagte mir die Customs-Dame, dass er zur Bank gegangen sei und sie auch nicht wisse, wann er wieder kommt. Also habe ich Berthold gesucht und wir sind dann zusammen zurück ins Büro, der Herr war immer noch nicht da. Mittlerweile war seine Kollegin doch schon ziemlich angenervt von ihrem Kollegen und sagte, wir sollen doch einfach mal in die Bank gehen, er hätte ein Uniform an die so und so aussieht und wir sollten ihn fragen, wann er wieder da ist, oder eben kurz zum Flughafen gehen und dort zur Immigration. Das haben wir dann auch gemacht. Berthold und ich sind also in die Bank und suchten, weil wir ja schon lange gewartet haben, am Anfang der langen Schlange von wartenden Bankkunden nach unserem Immigration-Mann in Uniform. Der stand aber als Drittletzter in der Schlange = der war vorher noch sonst wo unterwegs. Er war etwas irritiert und leicht beschämt als wir ihn ansprachen, antwortete aber nur mit Zeichensprache und machte sowas von gar keine Anstalten sich aus der Schlange weg zu bewegen. Also sind wir wieder raus aus der Bank und weil wir bei der langen Schlange in der Bank mit noch mindestens einer Stunde Wartezeit rechnen konnten wollten wir uns auf den Weg zum Flughafen machen. Unterwegs sind wir unserm Wassertaxifahrer begegnet und schilderten ihm unser Problem und fragten wo denn der Flughafen ist und wie weit es bis dahin ist.

Nachdem er eine Schimpftirade über den Immigration-Mann abgelassen hatte, wie unverschämt der wäre und wo doch so viel zu tun wäre, würde er einfach privat zur Bank gehen, er hätte ja schließlich nicht um 10 Uhr Mittagspause, da, in Pause könnte er ja machen was er will … usw. usw. usw. – sagte er uns, dass wir nur gerade am Hafen entlang gehen sollen, dann durch eine kleine Hotelanlage hindurch, dann rechts und da wäre dann der Flughafen. So ca. 5-10 Minuten zu Fuß entfernt. Berthold und ich haben uns auf den Weg zum Flughafen gemacht. An der Landebahn vorbei in das kleine Flughafengebäude und da war dann auch schon das Immigration-Büro. Vor uns waren zwei Männer die eincheckten.

Als die Dame die dort arbeitet sah an den Formularen in meiner Hand, dass wir schon bei den Customs waren fragte sie, ob wir von einer Yacht kommen. „Yes“. Oh weh, dann ging es los. Sie war sowas von not amused. Wir sollten ins Stadtbüro, das wäre für uns zuständig. Also erklärten wir warum wir zu ihr kommen. Puh, war die sauer. Und überhaupt hätte sie seeehr viel zu tun und keine Zeit für uns. Wie gesagt, es waren zwei Herren vor uns, die zusammen eingereist oder ausgereist sind. Wir sind also geblieben. Als sie mit den beiden fertig war, hat sie erst einmal im Stadtbüro angerufen, und geschimpft und geschimpft und irgendwann hat sie uns dann endlich doch die nötigen Stempel in die Ausweise gedrückt und uns das Einreisegeld abgenommen und war in der Zwischenzeit auch schon etwas netter.

Nach uns kam noch die Crew von einer italienischen Yacht ins Flughafengebäude, die einen ähnlichen Weg wir Berthold und ich hinter sich hatten. Ich hätte eigentlich gerne gehört wie es denen ergangen ist. Aber wir waren nach dieser Reise durch die Ämter froh, dass wir weiter fahren konnten nach Carriacou, wir hatten ja den Termin mit Uwe. Also schnell zurück zum Hafen, unser Wassertaxi war noch da und brachte uns zurück an Bord und dann sind wir direkt losgefahren.

In Carriacou angekommen, haben wir einen schönen Ankerplatz in der Tyrrel Bay gefunden, die als sehr sichere Ankerbucht in unserem nautischen Reiseführer beschrieben ist. Und da ja immer noch der starke Wind angekündigt ist, sind wir ganz froh über diesen Platz.
Berthold hat bei Uwe angerufen um mitzuteilen, dass wir da sind, und Hagen, Josephine und ich wollten nach Hillsborough, die Hauptstadt der Insel (600 von insgesamt 3000 Einwohnern) um dort einzuklarieren, denn jetzt sind wir ja im Gebiet von Grenada.

Berthold brachte uns mit dem Dinghy an Land und wir sehen schon an der Straße einen Minibus stehen, der wie die Taxen auf den anderen Inseln aussieht. Ich frage den Fahrer, ob er ein Taxi ist. Er grinst und sagt: Nein, ich bin ein Bus. Da sehe ich auch schon, dass im Innenraum ganz viele junge Menschen sitzen. Und er fragt wohin es denn gehen soll. Und – ihr werdet es nicht glauben – wir wussten alle drei nur noch, dass die Hauptstadt von Carriacou mit H beginnt, aber wir wussten den Namen nicht mehr. Also standen wir da und jeder guckte den anderen fragend an und wir mussten schon lachen und im Bus die Jugendlichen grinsten auch schon. „Ähhhh – to the capital please“
Ah – Hillsborough?! – Ja genau, thank you. Also sind wir eingestiegen. Ich war erst einmal komplett verwirrt und hatte schon die Befürchtung, dass wir nicht nur in keinem Taxi sondern einem Bus, und oh nein evtl. in einem Schulbus sitzen. Aber dann ging die Fahrt los. An jeder Ecke an der jemand winkte wurde zugestiegen, oder der Bus hielt vor irgendeinem Haus an um jemanden aussteigen zu lassen und fuhr hin und her und immer weiter Richtung Hillsborough, das ca. 5 Kilometer von der Tyrrel Bay entfernt ist. Wir drei saßen mit großen Augen im Bus und erlebten Karibik pur und waren stumm vor Begeisterung und Eindrücken.

3,50 EC$, das ist ca 1 Euro pro Person pro Fahrt. In Hillsborough haben wir dann sehr unkompliziert bei Customs and Immigration eingecheckt, alle Stempel bekommen und sind in einem wunderschönen kleinen Restaurant mit Holzterrasse direkt zum Meer, mit pastellfarbenen Tischen und Stühlen zum Lunch gegangen. Danach sind wir noch durchs Städtchen geschlendert und dann wieder mit dem Bus zurück nach Tyrrel Bay.

Zurück an Bord war Uwe mit der Reparatur der Ruderanlage fast fertig. Leider war es nicht, wie er dachte die Hydraulik, sondern das Problem ist eine von der Werft wirklich sehr nachlässig konstruierte Steueranlage, bei der das Gestänge nicht besonders gut mit Nut und Federn, sondern nur mit Schrauben miteinander verbunden ist. Auf der Steuerbordseite hatte sich die Schraube durch die viele Bewegung durch Wellen und Steuerung gelockert und war sogar schon komplett abgeschert. Auf der Backbordseite war sie „nur“ gelockert. Uwe konnte die Verbindungsschraube wieder an der Drehbank nachdrehen und wieder einsetzen und er hat alle Schraubverbindungen nachgezogen und befestigt. Wie es aussieht, hatten wir Glück, dass Berthold beim Schnorcheln gesehen hat, dass die Ruder nicht mehr richtig stehen, denn an den Schraubverbindungen konnte man nichts erkennen. Wären wir so weiter gefahren, hätten wir wohl ein größeres Problem bekommen.

Eigentlich unverständlich, dass gerade solche wichtigen Teile eines Schiffes nicht massiv genug hergestellt werden. Aber wahrscheinlich ist es wirklich so, wie uns ein befreundeter Segler sagte, dass diese Schiffe einfach gar nicht mehr für solche großen Touren konstruiert werden, sondern eher für Wochenendsegelei mal aus dem Hafen raus in die ein oder andere Bucht und zurück. Dann fragt man sich, wie diese Schiffe zum Hochseezertifikat kommen. Wir wissen, dass auf der Überfahrt eine andere Helia auch große Probleme hatte. Bei denen fiel die Handsteuerung komplett aus, sie konnten nur noch mit Autopilot fahren.

Dennoch muß ich dazu schreiben, dass unser Händler, Herr Kohlhas, sich sofort auf unsere Email am zweiten Weihnachtsfeiertag gemeldet hat und auch Hans und Kerstin, die von ihm informiert wurden uns geschrieben haben. Sie hatten uns ei Foto geschickt, auf dem die Schrauben, die nachzuziehen waren markiert waren. Also, nehmen wir an, dass unser Problem öfter vorkommt. Nur dass in unserem Fall das einfache Nachziehen nicht mehr möglich war.

Wir fragen uns, warum man nicht direkt beim Kauf des Schiffes einen Wartungsbogen mitgeliefert bekommt, wie es z.B. bei den Volvo Motoren der Fall ist. Da müssten Zeichnungen oder Fotos dabei sein und es müsste dort stehen, welche Schrauben man wie oft kontrollieren und nachziehen muß und welche Pumpen man wann und wie oft warten und wie reinigen muss, etc. Und welche speziellen Ersatzteile man dabei haben sollte. Das wäre doch recht hilfreich.

Jetzt sind wir also in Carriacou, die Ruderanlage ist repariert, wir haben Uwe und dessen sehr sympathische Frau Jutta kennengelernt. Mittlerweile bin ich auch schon mit Berthold zweimal mit dem Bus ins Städtchen gefahren und zurück und jedesmal ist es ein Genuss. Und das sage ich, die Busfahren sowas von überhaupt nicht leiden kann. Und selbst wenn man hier manchmal für ein Stück des Weges wirklich eingequetscht in dem Minibus sitzt, macht es immer noch Spaß, weil man irgendwie gar nicht das Gefühl hat eingequetscht zu sein.

Der Bus ist auch gleichzeitig ein Überbringer von Waren. Plötzlich steht da jemand am Straßenrand und gibt einen Besen, oder einen Sack mit irgendwas, oder ein Medizinfläschchen an den Busfahrer, der nimmt es mit und woanders steht jemand der das dann entgegen nimmt. Tolles System.

Heute waren Berthold und ich in Hillsborough im Touristenbüro und haben uns für Freitag einen Guide für eine Wanderung gebucht. Darauf freue ich mich schon. Um 9 Uhr morgens am Freitag gehts los.

Außerdem möchte ich noch mit dem Bus in den Norden der Insel fahren. Dort gibt es ein Dorf namens Windward in dem hauptsächlich Nachfahren schottischer Einwanderer leben, die aus weißem Zedernholz Schiffe bauen. Schoner bis zu 30 m Länge. Einmal im Jahr, im August findet, wie ich gelesen habe, dort eine große Regatta statt. Auf die dann ja dann etwas weitere Busfahrt freue ich mich jetzt schon.

Hagen, Josephine und Berthold sind gerade zum Schnorcheln unterwegs. Ich wollte jedoch meinen Silvester-Bericht zu Ende schreiben und bin gespannt was sie von dem Schnorchelausflug berichten.

Für heute Abend haben wir uns mit Sven und Gabriele von der Cool Change zum Silvester feiern an Land verabredet. Die beiden liegen mit ihrem Katamaran nicht weit vor uns. Und als Sven sah, dass wir Deutsche sind kam er mit dem Dinghy vorbei um Hallo zu sagen. Sie sind mit ihrem Sohn auf längerer Reise in der Karibik unterwegs.

Die OOROOs werden auf Union Island feiern hat mir Leanne heute per Email geschrieben und sie kommen morgen hierher in die Tyrell Bay. Tess und Jeno fliegen am 05.01. von Grenada aus nach Australien zurück. Ich glaube, dass die beiden Mike und Leanne sehr fehlen werden. Sie waren eine wirklich tolle Crew zu viert.

Das war dann doch einmal wieder ein längerer Bericht. Jetzt bleibt nur noch:

Wir, Berthold, Hagen, Josephine und ich wünschen euch allen einen wunderschönen, trubeligen oder ruhigen, glücklichen und zufriedenen Start in das Neue Jahr 2015.

Für 2015 wünschen wir euch allen viel Glück und Gesundheit, Liebe und Wärme, interessante und bereichernde Begegnungen, Erfolg in euren Vorhaben. Eben ein glückliches Jahr 2015!!

Veröffentlicht unter 07/2014 bis 05/2015 | 6 Kommentare

Bequia – 24.12.2014 + 25.12.2014

Wir sind in der Nacht um 24 Uhr von der Ankerbucht zwischen den Pitons in Saint Lucia aus gestartet. Zuerst an der Insel entlang hatten wir gar keinen Wind, dann zwischen den Inseln hatten wir genug Wind um nur mit dem Vorsegel gut voran zu kommen und dann als wir an Saint Vincent vorbei gefahren sind war der Wind wieder weg, während er zwischen Saint Vincent und Bequia wieder da war. Leider ist es zwischen den Inseln dann auch recht wellig, was die Fahrt etwas ungemütlich gestaltet hat.

Um 9 Uhr herum sind wir dann in Bequia angekommen. Wir konnten eine der Bojen bekommen und ein netter junger Mann hat uns beim Festmachen geholfen. Danach haben wir alle erst einmal gefrühstückt. Mit dem üblichen Obstsalat mit Müsli, oder Brot. Wir liegen hier auf glasklarem Wasser bei drei Meter Tiefe. Das reicht dicke aus. Zum einen für unser Schiff und zum anderen, um den Grund sehen zu können. Immer mal wieder sehen wir hier und dort einen großen Schildkrötenkopf auftauchen um zu atmen.

Berthold und ich müssen los zum Einklarieren. Als wir durch das Dorf laufen und sehen wie wunderschön bunt und relaxed es perfekt der Vorstellung von der Karibik entspricht, setzt sich Berthold ins Dinghy und fährt zurück an Bord um Hagen und Josephine zu holen.

Bunte Häuser reihen sich an einander, in hellblau, gelb, orange, rot und grün. Die „Hauptstraße“ entlang sind Restaurants, Bars, Souvenierläden oder – stände, ein Supermarkt, das gelbe Haus mit dem grünen Dach ist Polizeistation und Immigrationoffice. Überall auf den parkenden Pickups sitzen gemütlich Leute und unterhalten sich, ein kleines Grüppchen junger Leute chillt unter einem Baum im Schatten. Hektik oder Eile kann hier gar nicht aufkommen. Und immer tönt von irgendwo her Reggae-Music.

Nachdem alle an Land waren, sind Berthold und ich zur Behörde. Immigation. Das ist immer ein bißchen abenteuerlich, weil die Herren und Damen ihren Job sehr ernst nehmen. Aber es hat alles geklappt und wir haben in Saint Lucia gelernt wo überall ein Stempel sein muss, um alles richtig gemacht zu haben. Darauf werden wir jetzt sicherlich immer sehr gut achten. (Wir hatten ein kleines Problem beim Ausklarieren in Saint Lucia. Aber es ist ja immer gut zu wissen wenn etwas verlässlich ist. Und in diesem Fall ist es so, dass wohl zuverlässig die Beamten überall auf der Welt dem Klischee des Beamten entsprechen.)

Ich will nicht ungerecht sein, die Herren und Damen Beamten in Bequia haben zwar sehr ernst dreingeschaut, aber es lief alles doch recht unkompliziert. Ich habe ein großes Formular ausgefüllt und wir haben bezahlt und alle Stempel bekommen. Das dauerte dieses mal nicht länger als 1/2 Stunde.

Danach haben wir uns wieder mit Hagen und Josephine getroffen und sind in ein nettes kleines karibisches Restaurant direkt am Meer um köstliche karibische Küche zu genießen. Auf dem Weg zurück habe ich noch die kleine Kirche mit den hellblauen Kirchenbänken und die wirklich schöne kleine Buchhandlung besichtigt. Dort möchte ich noch einmal hin, denn es gab dort ein paar schöne Bücher mit karibischen Kochrezepten.

25.12.2014

Die Bucht ist wirklich wunderschön. Wir wollen gar nicht mehr weg. Doch morgen geht es weiter, vielleicht können wir ja auf dem Rückweg hier noch einmal Halt machen.

Heute war für mich erst einmal Weihnachtsputztag. Das ist ja auch immer mal nötig. Währenddessen hat Berthold Hagen im Bootsmannstuhl den kompletten Mast hoch gezogen (20,5 m von der Wasseroberfläche bis zur Spitze). Hagen hat die für die Überfahrt oben angebrachte Dreifarbenlaterne wieder gegen das Glas für das Ankerlicht ausgetauscht.*

Wieder hört man irgendwo her Reggae-Music. Im Radio jagt ein Weihnachtlied das nächste und interessanter Weise sind selbst die und bekannten englischen Weihnachtslieder mit einem Reggaerhythmus hinterlegt. Das hört sich wirklich witzig an.

Berthold hat heute auch die Showerpump repariert. Sie hat gestern einfach gar nicht mehr gearbeitet. Diesmal war es nicht der Fühler sondern eine Sicherung war defekt. Jetzt hat er direkt den Fühler und die Sicherung ausgetauscht. Zum Glück haben wir ja drei Duschen an Bord, so dass er Ausfall nicht ganz schlimm war.

Und – worüber wir uns auch ganz dolle freuen: Unser Wassermacher hat heute ganz prima Wasser hergestellt!!!

Hagen und Josephine haben sich von Berthold an den Strand bringen lassen. Berthold und ich werden gleich noch einmal durchs Dorf gehen und dann zu den beiden zum Strand fahren.  Mal schauen, wie wir den Rest des Tages verbringen, der hier ja der eigentliche Weihnachtstag ist.

*In der Nacht wird das Schiff mit drei Farben beleuchtet. Vorne rechts, also steuerbord ist grün, links, also backbord ist rot und nach hinten weiß. Diese Beleuchtung ist am Bugkorb angebracht. Für die Überfahrt haben wir das Ankerlicht gegen eine Dreifarbenlaterne oben am Mast ausgetauscht, damit man die Farben trotz hoher Wellen von Weitem sehen kann. Das brauchen wir ja jetzt hier nicht mehr. Hier brauchen wir aber das Ankerlicht.

 

Veröffentlicht unter 07/2014 bis 05/2015 | Hinterlasse einen Kommentar

Weihnachtsgrüße aus der Karibik

Seit gestern ist die Sempre due wieder „at sea“. Wir haben am Nachmittag die Leinen gelöst und sind zumindest schon einmal aus der Marina heraus gefahren um vor der Marina im Ankerfeld zu ankern. Hagen und Josephine haben die Gelegenheit genutzt und sind noch schnell eine Runde im Meer geschwommen. Dann haben wir den in der Marina von zwei jungen Rastafari erstandenen Mahi-Mahi filetiert und die Hälfte davon gegrillt. Dazu gab es Salat und Kartoffel. Und zum Trinken das köstliche Piton-Bier.

Wir haben vor zu den Tobago Cays zu segeln. Das sind ca. 80 nm = 12 Stunden segeln bei 6 Knoten Geschwindigkeit. Aber wir werden diese Strecke sehr gemütlich angehen.

Heute Morgen sind wir noch vor dem Frühstück in die Marina zurück gefahren um zu tanken. Die Tankstelle hatte gestern nachmittags schon zu als wir starteten. Nach dem Tanken haben wir uns bei supertollem Segelwind in Richtung Pitons gemacht. Die Pitons sind zwei hohe spitze Berge, die das Wahrzeichen von Saint Lucia sind. es gibt den kleinen Piton und den großen Piton. Und dazwischen ist eine traumhafte Bucht in der man an einer Boje festmachen kann.

Hier liegen wir jetzt an der Boje, waren schwimmen und schnorcheln.  Das Wasser ist schön warm und an der steinigen Küste entlang gibt es viele wunderschöne bunte große und kleine Fische zu betrachten. Fächerkorallen und viele andere schöne Meerespflanzen. Diese Bucht ist ein wunderschöner Karibiktraum. Immer mal wieder taucht ein großer Schildkrötenkopf irgendwo auf. Beim Schnorcheln hab e ich leider keine getroffen. Schade.

Am späten Nachmittag haben wir dann noch die zweite Hälfte des Mahi-Mahi gegrillt und diesmal gab es Reis und Gemüsecurry dazu.

Jetzt wollen wir eine Runde Activity spielen und dann gegen 23-24 Uhr werden wir uns wieder auf den Weg machen. Nächstes Ziel: Bequia (das wird Beckway ausgesprochen). Dort müssen wir wieder einklarieren. Bis Bequia sind es ca. 8 Stunden und wir wollen gerne ankommen wenn es hell ist. Deshalb fahren wir in der Nacht los.

In Bequia bleiben wir wahrscheinlich auch nur einen Tag um dann weiterzusegeln zu den Tobago Cays. Diese sollen der schönste Platz in der Karibik sein mit glasklarem Wasser und einer unglaublichen Unterwasserwelt. Dort wollen wir uns mit der Ooroo und der Tanoa treffen um mit ihnen Silvester zu feiern. Die beiden Schiffe sind wahrscheinlich schon dort angekommen, sie sind ein paar Tage vor uns gestartet.

Wir mußten noch abwarten, weil wir nicht mehr ohne funktionierenden Wassermacher losfahren wollten und um hier einen Handwerker an Bord zu bekommen, braucht man Zeit.  Aber jetzt funktioniert der Wassermacher wieder perfekt.

Viele Weihnachtsgrüße und eine besinnliche gemütliche gemeinsame Zeit wünscht euch die Besatzung der Sempre due:

Ursula, Berthold, Josephine und Hagen

 

Veröffentlicht unter 07/2014 bis 05/2015 | 3 Kommentare

Wie waren ca. 3.100 nm auf dem Atlantik?

1732 nm bis zum Ziel. Dienstag 02.12.2014

Am 24.11. sind wir gestartet. Es war ziemlich viel los in der Marina Deportivo de Las Palmas. Da der Start wegen des schlechten Wetters vom 23. auf den 24.11. verschoben worden war, änderten sich auch die Startpläne. Das heißt, dass nicht wie für den 23. vorgesehen erst die Multihulls, dann die Racer und dann die Cruiser starten, sondern es starteten zuerst die Racer und dann ALLE anderen gleichzeitig.

In dem Bereich vor der Marina war ein Feld vorgesehen, in dem sich alle Schiffe (ca. 180) versammeln und um 11 Uhr fiel dann der Startschuss. Da das Wetter immer noch nicht ideal war und es vor dem Hafenbecken doch schon wellig wurde, mussten sich die Skipper gut konzentrieren und auf die Schiffe achten, die sich dann doch im letzten Moment noch vorbei drängeln mussten. Berthold blieb ganz gelassen und wir sind um 6 Minuten nach 11 Uhr über die Startlinie gefahren.

Es ist alles sehr gut gegangen. Wir waren froh und voller Erwartung auf die nächsten drei Wochen. Aber, da das Wetter in den Tagen vor dem Start schon sehr ungemütlich war, gab es noch immer eine Menge ungemütlicher Wellen. Und – leider leider – waren diese Wellen sehr hackelig und von der Seite, was ein Katamaran gar nicht gerne mag. Will meinen: das Schiff eierte nur so in den Wellen herum. „Segelt wie ein Holzschuh“, sagt Berthold gerne. Der Wind war nicht ideal, die Wellen nicht ideal, ich war erkältet und brütete an einem Husten und Halsschmerzen und fühlte mich nicht so gut. Alles das führte dazu, dass es mir wirklich übel ging und ich mich hinlegen musste. Und leider hat die Übelkeit Josephine auch erwischt.

Langer Rede kurzer Sinn, die weiblichen Crew-Mitglieder waren komplett außer Gefecht. So mussten Berthold und Hagen die erste und die zweite Nacht alleine wuppen. Die Tage weitestgehend auch. Was sie wirklich super gut gemacht haben. Die Wetterbedingungen wurden in den nächsten Tagen nicht besser. Ich erholte mich langsam und auch meine Erkältung wurde besser, während Josephine noch weiter an dem wirklich extrem ungemütlichen Seegang zu leiden hatte. Mal kamen die Wellen von der Seite, mal schräg von hinten, aber zuverlässig immer 3-4 m hoch und schnell hintereinander.

Es ging Josephine zwar jeden Tag etwas besser, aber eben nicht wirklich gut. So dass wir dann doch zu medizinischer Hilfe gegriffen haben. Das Scoboderm Pflaster aus der Bordapotheke hat wirklich super gut gewirkt. Schon ein oder zwei Stunden nach dem Aufkleben ging es ihr viel besser. Und 72 Stunden später, als das Pflaster dann entfernt werden mußte, war auch die Übelkeit und der Schwindel mit weg. Das hat uns alle sehr gefreut!

Mittlerweile haben wir uns eingegroovt. Leider kommt der Wind erst seit gestern, zumindest tagsüber einigermaßen aus der richtigen Richtung. Die Wellen haben sich noch nicht so ganz eingestellt. Vor allem die Nächte sind unentspannt, weil der Wind doch häufig an Stärke und Richtung wechselt.

Wir haben nach einem kurzen Ausprobieren, ob auch eine andere Reihenfolge gut geht, folgende Wachreihenfolge für uns als optimal herausgefunden: 20 – 24 Uhr Ursula, 24 – 3 Uhr Hagen und Josephine, 3 – 6 Uhr Berthold, 6 Uhr bis irgendwer aufwacht nochmal Ursula. Tagsüber geht jeder mal zwischendurch schlafen, wenn er möchte oder, wie seit gestern geht keiner schlafen. Naja, ich werde mich nachher doch noch für ein oder zwei Stunden hinlegen, weil ich ja bis 24 Uhr wach bleiben muss und schon seit 6 Uhr auf den Beinen bin.

Was machen wir so den ganzen Tag? Seit nicht ständig irgendwer gerade schläft und ein oder zwei Personen an Deck sind und den Kurs und die Segel im Blick behält, verbringen wir den Tag mit Kochen, Schiff in Ordnung halten, reden, Spiele spielen und – was wirklich das doofste an dieser Überfahrt ist – mit reparieren.

Vor drei Tagen wollten wir dann endlich einmal den Wassermacher einschalten. Die Wellen waren flacher und man konnte die Klappe zum Backbord-Motor öffnen, denn dort sitzt auch der Wassermacher. Beim Einschalten stellt Berthold fest, dass an einer Stelle Wasser in den Motorraum läuft. Alles schnell ausschalten – und schauen wo das Wasser herkommt. Berthold entdeckt eine zerbrochene Schraubverbindung, die wir so wahrscheinlich auch nicht mehr reparieren können. Wir werden es in den nächsten Tagen noch einmal versuchen. Der erste Reparaturversuch scheiterte. Das passende Ersatzteil haben wir nicht an Bord. Es war ja nicht damit zu rechnen, dass der ein halbes Jahr alte Wassermacher eine zerbrochene Schraubverbindung hat.

Es war ein bißchen meine Schuld, dass wir das erst jetzt festgestellt haben. Weil ich auf dem Weg zu den Kanaren immer sagte, dass wir den Wassermacher nicht ausprobieren müssen, weil er eh läuft und noch neu ist etc.
Das ist jetzt richtig blöd, weil wir jetzt mit dem Wassertank auskommen müssen. Trinkwasser haben wir zum Glück recht reichlich gekauft. Das sollte gut ausreichen. ABER – kein duschen, Waschen nur mit Schüssel und Waschlappen und wenig Wasser, kein Haare waschen – fast drei Wochen(!), Hände immer nur mit möglichst wenig Wasser waschen und immer gut aufpassen, dass man nicht mal einfach den Hahn aufdreht.
Der Wassertank ist jetzt noch etwas über halb voll. Stimmung nach wie vor optimistisch.

Gestern hatten wir einen wirklich schönen und gemütlichen und sonnigen Tag auf See. Die Männer haben die Angel ausgeworfen und wirklich schon nach ca. 1/2 Stunde hatten wir einen großen Fisch an der Angel. Wir glauben, es war ein Bonito. Der sprang und kämpfte am Haken und tatsächlich hat er es geschafft sich zu befreien. Schade. Das war ein ganz schön großer Brocken.

Eine dreiviertel Stunde später war wieder ein Fisch an der Angel. Diesmal blieb er dran, Berthold konnte ihn bis ans Schiff heranziehen. Es war ein Mahi-Mahi. Auch ganz schön groß. Aber dann machte Berthold einen Fehler, ich glaube er hielt die Angel zu hoch oder irgend so etwas, und so konnte auch der Mahi-Mahi es schaffen sich von der Angel zu befreien. Danach gab es einiges an Fachsimpelei zwischen den Herren und Jägern, was falsch war und wie man es beim nächsten Mal besser macht etc. Auf jeden Fall, war mal richtig etwas los. Josephine und ich hatten uns schon auf die köstliche Fischmahlzeit gefreut und wir haben eifrig mitgefiebert. Aber, so ist das eben. Wir werden schon noch einen Fisch aus dem Wasser ziehen. Das Ölkännchen mit dem Hochprozentigen steht zur Betäubung bereit und leider musste dann doch noch ein großer Metallhaken gekauft werden mit dem der Fisch aus dem Wasser geholt werden soll. Geht scheinbar doch nicht anders.

Am späten Nachmittag wollten wir dann für den Abend das Großsegel hochziehen, um mit Großsegel und Genua zu fahren. Schon beim Starten eines der Motoren merkte ich, dass irgendein Geräusch anders ist als sonst. Aber, wir waren erst einmal mit dem Segel beschäftigt. Ich merkte, dass das Schiff unheimlich lange brauchte, bis es sich von mir gegen den Wind steuern ließ. Irgendetwas war anders als sonst.

Am Ende des Segelmanövers stellte ich fest, dass der Gashebel zwar auf 2.100 Touren eingestellt war, wie beim anderen Motor auch, aber der Motor lief nur höchstens 1.000 Touren und wenn man Gas zurück nahm und wieder Gas gab, fiel der Motor sofort wieder auf die 1.000 Touren zurück. Was kann das sein? Berthold vermutete, dass irgendwie Luft ins System gekommen ist. Er und Hagen haben versucht die Luft herauszupumpen, aber es funktionierte nicht. So haben wir weitere Maßnahmen auf den heutigen Tag verschoben.

In der Nacht dann beim Wachwechsel von meiner zu Hagens Wache, bemerkte Hagen dass sich ein wichtiger Schekel an der Großschot geöffnet hatte und der Schraubverschluss nur noch dran hing. Also haben wir schnell Berthold geweckt und dann haben die beiden versucht den Schekel wieder zu schließen. Also erst einmal Segel runter, Druck raus – ein Motor an. Der Schekel hatte sich schon ziemlich verkeilt und beide mussten sich wirklich richtig ins Zeug legen, um da oben auf dem Dach, in der Dunkelheit und bei unruhiger See den Schekel wieder zu richten und zu schließen. Hagen hat sich bei dieser Aktion an der Hand verletzt. Er hat sich mit dem Schlitten des Travellers an der Handinnenfläche ein Stück Haut abgefetzt und daneben eine Blutblase. AUA. Und er konnte ja nicht einfach los lassen, sonst wäre die komplette Challenge in Gefahr gewesen. Gut dass die Bordapotheke gut ausgerüstet ist. Wir haben die Wunde gut desinfiziert, Salbe drauf und verklebt.

Gute Arbeit Hagen!

Heute haben wir dann versucht den defekten Motor wieder in Gang zu bekommen. Berthold hat einen Vorfilter ausgewechselt, der aber nicht so dolle verschmutzt war und ansonsten hat er weiterhin versucht die Luft aus dem Motor zu bekommen. Er hat wirklich sehr lange in dem Motorraum geschuftet, während ich davor saß und Schlüssel reichte und den Regenschirm als Sonnenschutz hielt. Aber es scheint irgendwo irgendwie Luft ins System zu gelangen oder es kommt kein Diesel nach. Berthold konnte den Fehler nicht finden. Der Motor startet nicht mehr durch. Futsch.

Gut, dass wir noch einen zweiten Motor haben. Wir sagen uns: Einrumpfschiffe haben immer nur einen Motor. Also muss es auch so zu schaffen sein. Wir brauchen den Motor dringend um Strom erzeugen zu können. Der Autopilot braucht eine Menge Strom und die Kühlschränke auch. Der Autopilot ist wohl das wichtigste Gerät an Bord. Aber – wir haben ja noch einen Motor. Also wollen wir uns mal nicht verrückt machen und hoffen, dass er nicht auch kaputt geht. So richtig verstehen kann man das alles nicht, weil wir ja noch eine Inspektion in Lanzarote haben durchführen lassen. Aber das bietet ja keine 100 %ige Sicherheit.

Nach kurzer Frustrationsphase haben sich Berthold und Hagen wieder mit der Angelei beschäftigt, während ich mich schlafen gelegt habe und Josephine war auch schlafen gegangen.

Heute hatten wir leider gar keine Angelglück. Wahrscheinlich weil wir bei dem wenigen Wind heute zu langsam sind und unser Köder nicht wild genug auf dem Wasser herumspringt. (Ich werde noch Fotos von unseren chicen Ködern nachliefern).

Also gab es heute, weil wir uns so auf Fisch versteift hatten, Thunfisch aus der Dose mit Nudeln und Weißwein-Sahnesoße. War auch lecker. Morgen werden wir bestimmt etwas fangen.
Die neueste Strategie: früh am Morgen die Angel ins Wasser bringen.

Da morgens immer ein Riesentrubel bei den fliegenden Fischen ist, gehen Berthold und Hagen davon aus, dass Jagdsaison unter Wasser ist. Und wir wollen den Jäger.

In den letzten Tagen hatten sich schon drei Fliegende Fische auf unser Schiff vor ihrem Verfolger gerettet. Aber das ist ihnen auch nicht gut bekommen. Sie liegen dann plötzlich irgendwo tot an Deck. Hagen hat sich ordentlich erschrocken, als er an der Reling saß, sich umdrehte und in die Augen eines toten Fliegenden Fisches guckte.

Wir alle arbeiten daran uns nicht von den defekten Dingen wie Wassermacher und Motor und immer wieder Problemen mit dem Satellitentelefon, aus der Bahn werfen zu lassen. Das klappt wirklich relativ gut. Was das Satellitentelefon betrifft haben wir es bisher jeden Tag geschafft, die Emails mit den Wetternachrichten herunterzuladen. Jedoch unsere neu erworbene Redbox die den Datenverkehr stark beschleunigen sollte, hat den Geist aufgegeben.

Wir hoffen sehr, dass nicht noch mehr kaputt geht und uns den weiteren Weg erschwert. Dass eine Atlantiküberquerung kein Kö-Bummel wird war uns ja allen klar. Aber ich muss schon sagen, es ist zeitweise wirklich eine Herausforderung. Mehr als ich es erwartet hätte. Zum Glück ist die Stimmung untereinander gut. Und wir kennen uns alle gut genug, um auch einmal über eine Laune wegen Übermüdung oder Frust hinwegsehen zu können. Ich bin ganz sicher, dass wir am Ende alle von dieser Erfahrung profitieren werden.

Josephine und ich träumen davon wie wir, sobald wir in Rodney Bay angekommen sind eine große Tasche packen mit SHAMPOO, Haarkur, Duschgel, Bodylotion und Gesichtscreme. Damit werden wir dann zu den Duschen gehen und dort mindestens 1/2 Stunde duschen und pflegen und genießen. So stellen wir uns das vor. Und über eine erholsame und entspannende Rückenmassage im Wellnessbereich eines schönen Hotels könnten wir uns auch einig werden.

Fest steht: es wird keine Fotos aus der Zeit der Überfahrt von der Damenwelt an Bord der Sempre due geben 🙂

Weiterhin: Stimmung gut. – Es ist jetzt 24 Uhr, meine Wache ist zu Ende ich werden Hagen und Josephine jetzt wecken.

1.582 nm bis zum Ziel – Mittwoch, 03.12.2014. (Heute waren wir, weil sehr wenig Wind, nur langsam unterwegs.)
Wundert euch nicht, wenn im Bericht das Heute und Morgen und Gestern etwas durcheinander kommt. Das liegt daran, dass ich an zwei Tagen geschrieben hat. Und – abgesehen davon – warum soll es euch denn besser gehen als uns hier an Bord. Wir wissen alle so oft nicht mehr, ob ein Ereignis gestern oder vorgestern war. Keine Sorge, das Heute bekommen wir noch auf die Reihe.

Auch braucht ihr nicht zu denken, dass die von uns gefahrene Schlangenlinie an dem guten Rum und Wodka aus Gibraltar liegen. Das liegt am Wind und an unserer Besegelung.

——- nächster Bericht —–

04.12.2014 – 7 Uhr – 1.558 nm bis zum Ziel
Draußen ist es noch stockdunkel. Windstärke 14,1 Knoten (wahrer Wind), Geschwindigkeit zwischen 5 und 5,7 Knoten, Kurs 284 Grad. Windwinkel 145 Grad.
Ein Kurs von 261 Grad wäre ideal, mehr Wind wäre auch ideal. Aber ich will mal nichts sagen, denn gestern und vor allem in der Nacht hatten wir so gut wie gar keinen Wind.
So dass unser eines Motörchen zwischendurch mal zwei Stunden arbeiten mußte.

Normaler Weise läuft der Motor nur im Leerlauf, um Diesel zu sparen, aber um die Batterien aufzuladen.

Irgendwie scheint es Tradition zu werden, dass ich am Ende meiner 24 Uhr-Wache für ein bißchen Familienalarm sorge. Heute war es dann ein Squall der alle auf die Füße brachte. Kurz vor Ende meiner Wachzeit nahm der Wind plötzlich zu, was mich erst einmal freute, weil wir wieder etwas zügiger voran kamen. Aber dann konnte er sich so gar nicht entscheiden, aus welcher Richtung er blasen möchte und hat mal kurzerhand alle möglichen Richtung ausprobiert. Als ich Berthold rief, war er schon fast aufgestanden, weil er durch die veränderten Wellengeräusche und Windgeräusche geweckt worden war.

Also, was tun? Etwas abwarten ob es nur wenige Minuten dauert? Den Gennaker gleich einholen?
Alte Seglerregel: Wenn du über das Reffen nachdenkst – tue es. Das ist übrigens auch eine geeignete Regel für andere Lebenslagen 🙂

Also: Wieder Schwimmwesten anziehen, Handschuhe anziehen, Motor an, etwas Fahrt nach vorne um dem Gennaker den Druck aus dem Segel zu nehmen, Segel einrollen.

Wind beobachten, abwarten was passiert.

In der Zwischenzeit sind Hagen und Josephine wach, denn der funktionierende Motor ist der auf der Backbordseite und der Gennaker war auch zur Backbordseite draußen, so dass die Aktion direkt vor ihrem „Schlafzimmerfenster“ stattfand.

Als die beiden dann an Deck waren, konnte ich schlafen gehen. Den Rest des Manövers machen dann Berthold, Hagen und Josephine.

Um 6.30 Uhr hat mich Berthold geweckt. Er hat mich eine halbe Stunde länger schlafen lassen. Und ganz ehrlich , ich habe schon lange nicht mehr so tief geschlafen wie in den letzten 6 Stunden. Erste Aktion: Motor an, nein – Schwimmweste an, Motor an, etwas Fahrt, Genua einrollen, Gennaker ausrollen. Motor in Leerlauf um Batterien zu laden (ca. 1 Stunde werde ich ihn laufen lassen).

Berthold geht schlafen. Ich mache mir ein Müsli und die erste Tasse Kaffee seit wir in Las Palmas gestartet sind.

Was wirklich schön ist, ist die Tatsache, dass man sich seit drei Nächten nicht mehr so warm anziehen muss. Mittlerweile kann man barfuß und in kurzer Hose die Nacht verbringen. Ich bin die Einzige die noch ab und zu eine Fleecejacke anzieht. Ab und zu – Insider wissen Bescheid.

Und was wirklich wunderschön ist, ist der Sternenhimmel – und die Sonnenaufgänge – auch die Sonnenuntergänge versteht sich. Aber jetzt warte ich erst einmal auf den Sonnenaufgang und hoffe schon sehr, dass wir heute ein wenig mehr Strecke in Richtung Westen machen können als gestern.
Ein neuer Tag beginnt und ich bin gespannt, was er bringt. Wieviele Seemeilen in Richtung Ziel er uns bringt und ob er uns wohl heute einen leckeren Fisch beschert?

1.555 nm bis zum Ziel – 7.30 Uhr – 04.12.2014

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04.12.2014 – 22.30 Uhr und noch 1.484 nm bis Saint Lucia

Schlappe 71 nm seit meinem Dienst heute Morgen. Das ist nicht so viel wie wir es gerne hätten. Aber der Wind hat heute wieder einmal ziemlich nachgelassen, so dass wir teilweise nur 3-4 Knoten Fahrt gemacht haben.

Das hat der Stimmung an Bord einen kleinen Knick gebracht. Wir sind jetzt 11 Tage unterwegs und müssen, durch den ständig unterbrochenen Schlaf doch alle ein bißchen kämpfen. Nein, es ist keine schlechte Stimmung an Bord und auch keine Auseinandersetzungen, aber … jeder wird mal so ein bißchen stiller als sonst oder ist mal ein bißchem empfindlicher.

Wir haben alle einen Mittagsschlaf gemacht. Natürlich nicht gleichzeitig, aber heute brauchte jeder etwas Schlaf.

Als Erfolgsmeldung des Tages, gibt es News von der Anglerabteilung: Am Nachmittag hat ein Bonito angebissen. Wir dachten schon, dass wir nur das gestern schon vorbereitete Ratatouille essen müssen, denn wir hatten auch kein Fleisch aus dem Gefrierschrank genommen. Und der Wobbler hing schon seit heute Morgen im Wasser. Konnte aber nicht gut wobbeln, wegen der langsamen Fahrt. Am späten Nachmittag dann, spulte die Angel plötzlich ab.

Alle Erfahrung des Angelausfluges und der letzten beiden „Testläufe“ wurden zusammengenommen und mit aller Ruhe und Gelassenheit wurde der Fisch langsam immer näher ans Schiff gezogen. Hagen stand mit Rum und Metallhaken bereit um den Fisch zu betäuben und aus dem Wasser zu ziehen. Berthold holte die Angel ein. Es klappte alles wie im Handbuch für Hobbyangler. Heraus kam wie gesagt, ein Bonito von genau der richtigen Größe für uns 4 Personen.

Meerwasser in den Topf, Kartoffeln dazu. Gemüse aufwärmen und die frischen Thunfischfilets landeten in der Pfanne. hmmm Das war ein köstliches Abendessen.
Danach kam ein kleiner Squall, der uns endlich mal ein bißchen Fahrt brachte. Zum Glück drehte der Wind nicht während er zunahm. Berthold beobachtete das ca. 1/2 Stunde dauernde Windgetöse genau, während ich den Berg Geschirr vom Tag gespült habe. Meine Wachzeit hatte schon begonnen. Ich war froh, dass Berthold da saß und mich durch den starken Wind manövriert hat. Das macht mich doch immer etwas unsicher, wenn es so bläst.

Nachdem der Wind sich wieder auf ein gleichmäßiges Level eingegroovt hatte ging Berthold ins Bett. Ich schreibe, beobachte den Wind und Windwinkel, schaue mir den Mond und die Sterne an und habe jetzt noch eine Stunde Wache vor mir. Ich werde noch ein paar Fitnessübungen machen, und dann noch ein bißchen Hörbuch hören. „Der Schwarm“. Vielleicht nicht so ganz die richtige Überfahrt-Lektüre, könnte man meinen.
1.373 nm bis zum Ziel – 05.12.2014 – 21 Uhr
Heute Morgen wollte es gar nicht hell werden. Das lag nicht nur daran, dass wir ja nach UTC-Zeit unsere Wache eingeteilt haben, sondern hauptsächlich an dem sehr stark bewölkten Himmel. Kurz vor Tagesbeginn kam dann noch einmal starker Wind auf, bis 29-30 Knoten. Ich habe Berthold geweckt, weil wir ja den Gennaker draußen hatten. Aber da der Wind doch so schnell stärker wurde, war auch die richtige Zeit ihn einzuholen schon eigetlich überschritten. Wir überlegten ob es nicht evtl. gefährlicher für das Segel ist ihn einzurollen, als es einfach stehen zu lassen und zu hoffen, dass der Wind wie in der Nacht zwischendurch, nicht stärker wird als in kurzen Spitzen 29 Knoten. Wir saßen also vor dem Bildschirm und haben den Windwinkel genau im Auge behalten, weil es ja immer sein kann, dass in so einem Squall der Wind plötzlich dreht. Das wäre dann unserem Gennaker sicher nicht gut bekommen.

Nach einer halben Stunde ca. war das auch wieder durchgestanden. Man ist doch immer ziemlich angespannt, wenn es so plötzlich anfängt zu winden. In der tiefschwarzen Nacht kann man leider diese Wetterfronten nicht gut ausmachen. Der Gennaker hat jedoch brav seine Arbeit gemacht und wir hatten richtig gut Fahrt zwischendurch. Da sieht man dann ganz viel die 8 Knoten aber in Spitzen auch 9 oder über 10 Knoten Fahrt.

Und so verlief eigentlich der ganze Tag. Wir hatten entweder relativ wenig Wind und konnten nur wenig Strecke machen, oder wir hatten starken Wind und Regen.

Einen dieser Regengüsse hat Hagen genutzt um sich zu „duschen“. Das war sehr lustig, wie er in Unterhose im Regen stand und sich gewaschen hat. Die Seife, die der Regen nicht geschafft hat wegzuspülen, wurde dann mit dem Regenwasser abgespült, das sich im Dinghy gesammelt hatte.

Danach spielten wir eine Runde Activity und kochten uns einen Topf Nudeln, die wir mit Pesto verspeist haben. Wir wollten abends die aufgetauten Iberico-Chops auf den Grill legen. Dazu kam es dann aber nicht, weil wir immer noch satt waren von der Nudelmahlzeit am Nachmittag.

Stimmung gut. Jedoch wird immer häufiger gerechnet, wie lange wir noch unterwegs sind. Das liegt natürlich auch daran, dass wir in windschwachen Zeiten nur mit 4-4,5 Knoten unterwegs sind.

Einen Hoffnungsschimmer brachte der Tag. Wir haben eine Email-Antwort von unserem Herrn Krützkamp aus Lanzarote zum Thema „Motor kaputt“ erhalten: Aufgrund unserer Fehlerbeschreibung und dem Ergebnis der bereits durchgeführten Maßnahmen, ist er der Meinung, dass die Dieselleitung zum Motor hin verstopft sein könnte. Das war ja auch schon eine von Bertholds Vermutungen. Herr Krützkamp sagte, wir sollten es einmal damit versuchen die Leitung durchzupusten. Mit der Luftpumpe oder einem Fender. Daran werden wir uns dann morgen machen. Ich werde berichten, ob die Aktion erfolgreich war.
1.219 nm bis zum Ziel – 07.12.2014 – 1 Uhr UTC
Berthold hat heute die Uhr im Salon etwas der karibischen Uhrzeit angepasst. Er hat die Uhr nicht die kompletten 4 Stunden zurück gestellt, sondern erst einmal nur zwei Stunden. Für uns zum Eingewöhnen. Das bedeutet, dass meine Wachezeit heute bis 2 Uhr geht.

Heute ist nicht so ganz mein Tag. Ich bin müde, habe Kopfschmerzen und könnte mal so ein zwei Tage Pause vom Bordalltag gebrauchen. Morgen bzw. heute wenn die Sonne aufgeht, ist das bestimmt schon wieder alles anders.

Wir hatten ja heute einen wirklich schönen und erfolgreichen Tag. Berthold hat den Steuerbord-Motor repariert. Der Tipp die Leitung mit einer Luftpumpe durchzupusten hat geklappt. Wir haben eine Luftpumpe mit Saug- und Pump-Funktion und so habt Berthold erst einmal die Leitung durchgepustet und dann angesaugt und – der Diesel fließt wieder. Berthold hat alles wieder zusammengebaut und den Motor gestartet. Beim dritten Starten schnurrte der Motor wieder, wie ein Kätzchen. Ihr könnt euch bestimmt gut vorstellen, wie erleichtert wir alle waren. Und stolz auf Berthold und Berthold stolz auf sich und dankbar Herrn Krützkamp für die gute Lösungsidee.

Danach gab es erst einmal Barbecue. Die aufgetauten Iberico-Chops wurden auf den Gasgrill, der an der Reling hängt gelegt und köstlich gegrillt. Dazu gab es Kartoffeln und die mittlerweile übliche Gemüsemischung: Paprika, Zucchini, Aubergine, Zwiebel und Tomate.

Unser Gemüse macht so langsam aber sicher schlapp. Etliches mussten wir ja schon vor einigen Tagen immer wieder entsorgen. Interessanter Weise machten die Möhren gar nicht lange mit. Sie fingen bald am Strunk an zu schimmeln. Was bestimmt auch daran lang, dass wir ja alles Gemüse waschen sollten bevor es an Bord kommt. Das hätte ich so vorher nicht eingeschätzt. So wird die letzte Woche vor der Ankunft eine Gemüse und Obst freie Woche werden. Beim Obst haben sich die Orangen, die beim Kauf ja noch fast grün waren am besten gehalten. direkt gefolgt von den Mangos und Kiwis. Auch die Birnen und Äpfel waren ganz gut lagerbar. Die Birnen wurden irgendwann weich. Die Äpfel halten noch durch bis auf einzelne die braune Stellen bekommen. Aber da der Joghurt jetzt auch zur Neige geht, ist die Zeit der üppigen täglichen Obstsalate jetzt eben vorbei. Dann gibt es Müsli mit Orangenfilets 🙂

Ich will noch einmal erwähnen, dass unser Motor wieder läuft!!! Ich bin so stolz auf Berthold, der wirklich viel Zeit gebückt im Motorraum verbracht hat, bei Gewackel und Geschaukel und es gibt im Motorraum keine Stelle an der man die Füße gerade hinstellen kann. Und er hat nicht aufgegeben. Er hat eigentlich eine Volvo-Medaille verdient.

1.216 nm bis zum Ziel.

Montag, o8.12.2014 – 970 nm bis zum Ziel
Die letzten beiden Nächte waren sehr anstrengend. Kurz nachdem ich meinen Bericht geschrieben hatte, ging es los. Die Wellen waren wild und hackelig und es war entweder zu viel oder zu wenig Wind. Die Richtung nicht wirklich gut und wechselte immer mal wieder, so dass man sehr genau auf den Windwinkel aufpassen musste. Es war dauernd irgend etwas, so dass man auch nachts in den wachfreien Phasen nicht richtig schlafen konnte. Vor allem Berthold wurde öfter geweckt und gebraucht oder er konnte von sich aus nicht schlafen, weil er immer mit einem Ohr angespannt lauschte, was das Schiff macht.

Hagen ist mittlerweile so gut, dass wir Berthold zum Glück nicht für jedes Segelmanöver wecken müssen. Es sei denn es ist zu viel Wind und es ist Kraft gefragt. Da scheiden dann Josephine und ich aus.

Es war aber auch wirklich durch die vielen kurzen Wellen sehr laut in den Kufen und hörte sich dort oftmals noch schlimmer an, als es dann oben und draußen wirklich war.

Um etwas mehr Ruhe an Bord zu bekommen und weil man ja auch nie weiß, ob der Wind sich nicht doch noch steigert, sind wir in der Nacht nur mit der Genua gesegelt. Was uns dann natürlich, wenn der Wind wieder schwach war, langsamer gemacht hat.

Seit heute haben wir wieder besseren, stabileren Wind. Wir konnten tagsüber mit dem Gennaker fahren und haben ganz gut Strecke gemacht. Gegen Abend wurde der Wind stärker und wir tauschten wieder das Segel gegen die Genua aus. Jetzt habe ich Wache, es ist nach unserer umgestellten Uhr 21.30 Uhr und wir haben wahren Wind von 24-27 Knoten und nur mit der Genua eine Geschwindigkeit von 7-8 Knoten. Manchmal 6 Knoten, wenn der Wind auf 20 Knoten zurück geht.

Zu dem Wind haben wir relativ hohe Wellen. 3-4 Meter bestimmt. Sie bringen uns auch Geschwindigkeit, Da liest man dann schon mal 9,8 bis 10,irgendwas Knoten, wenn wir die Welle abreiten. Leider drehen sie das Schiff ab und zu etwas, so dass man in der Wache nicht so ganz gemütlich herum lümmeln kann, sondern den Windwinkel gut im Auge behalten muss, um rechtzeitig zu korrigieren, damit das Segel nicht umschlägt.

Ich hatte in den letzten beiden Tagen ziemlich mit mir zu kämpfen. Der Lärm unter Deck, das Gehacke der Wellen, dann immer in den Nächten diese Unruhe und immer war etwas, nie schläft man wirklich fest und aus. Man ist ständig in Bewegung, bzw. wird ständig bewegt und muss ausgleichen. Dann das Gefühl nicht voran zu kommen, kein Ende in Sicht. Und plötzlich kommen einem Gedanken in den Kopf, was alles passieren könnte. Nicht wirklich Angst, aber eben ein Gefühl der Unsicherheit. Vor allem die Nächte sind dann wirklich eine Herausforderung für mich. Eines steht fest: ich werde den Atlantik nicht noch einmal mit dem Segelschiff überqueren. Diese Erfahrung reicht es für mich einmal zu machen. 🙂
Aber auch Berthold würde wohl nicht noch einmal auf die Idee kommen. Denn es ist schon wirklich sehr anstrengend.

Seit heute Mittag geht es mir wieder besser. Irgendwie habe ich mich wieder gefangen. Zum Glück. Die Zuversicht und positive Einstellung hat gesiegt. Ich hatte ein schönes Gespräch mit Hagen und Josephine, während Berthold versuchte etwas Schlaf aufzuholen, was ihm aber nicht gelang. Ich hoffe, dass er jetzt einigermaßen schlafen kann.

Es wird doch wohl nicht der Vollmond sein, der uns vom Schlaf abhält? Er leuchtet jedenfalls einen wunderschönen silbernen Fluss ins Schwarz des Meeres. Das sieht wirklich sehr schön aus.

962 nm bis zum Ziel – 22.30 Uhr – Auf meinem Bildschirm tauchte gerade ca 10 nm parallel zu uns ein die Blue Ocean auf. Es ist eine Lagoon 560, die auch an der ARC teilnimmt. Wir hatten tagelang kein Schiff der ARC mehr gesehen. Wir dachten schon, wir wären ganz hinten in der Multihull-Division, weil die meisten mit ihren Spinnakern und Parasailern schneller sind als wir. Sie müssen nicht immer wieder shiften, also nicht wie wir im Zickzackmuster segeln.

09.12.2014 – 7.13 Uhr – noch 910 nm zum Ziel
Ich habe geschlafen wie ein Murmeltier. Und auch Berthold hat bis zu seiner Wache um 3 Uhr tief und fest geschlafen. Der Wind blieb die ganze Nacht bei 20-25 Knoten und drehte sogar ganz sanft so, dass wir noch bessern Kurs in Richtung Saint Lucia fahren können. Die Wellen sind immer noch relativ hoch, scheinen sich aber auch immer mehr zu beruhigen. Berthold liegt im Bett und schläft schon. Puh, das war wirklich notwendig, sonst wird das alles hier zu kräftezehrend.

An der Frontscheibe kleben ein paar Schuppen. Da hat wohl mal wieder ein Fliegender Fisch die falsche Richtung zur Flucht genommen. Ich werde ihn gleich entsorgen. Fast jeden Tag findet man einen toten Fisch an Bord.

Auf meinem Navigationsbildschirm sehe ich im Moment zwei weitere Segelschiffe. Zum einen immer noch die Blue Ocean die mit uns Richtung Saint Lucia fahren wird und dann noch ein großes Segelschiff Yacana (21×5 m), das Kurs nach weiter südlich fährt. Interessant, was auf so einem Atlantik los ist. Außer ein paar wenigen Frachtschiffen hatten wir in den letzten Tagen niemanden mehr „gesehen“. Die beiden erwähnten Schiffe sehe ich auch nicht. Nur auf dem AIS-Bildschirm. Die Blue Ocean ist ca. 6-7 nm von mir entfernt.

Die Sonne ist gerade aufgegangen. Ein neuer Tag an Bord der Sempre due beginnt. Ich bin so froh, dass ich mich wieder wirklich gut fühle. Und ich hoffe sehr, dass wir die restlichen 900 nm das Atlantiksegeln erleben, das immer in so vielen Büchern und Erzählungen beschrieben wird. „Stabiler Passatwind mit 15-25 Knoten, 2 m-Wellen die sehr lang sind“. Das wäre wirklich wunderschön und ich finde wir haben es uns verdient.

Wir sind ja mittlerweile auch Profis im Wassersparen geworden. Unser Wassertank ist immer noch halb voll. Aber wir trauen uns aber noch nicht zu duschen. Man weiß ja nie was noch kommt. Tagelange Flaute, das Trinkwasser wird knapp oder sonst irgendetwas blödes.

Aber davon gehen wir jetzt mal nicht aus. Heute wird ein schöner Tag und ich hoffe doch sehr, dass wir heute wieder angeln können und einen schönen Fisch aus dem Meer ziehen. Hagen wünscht sich so sehr einen Mahi-Mahi. Mir ist es egal, Hauptsache er schmeckt. Vorsichtshalber, falls den Fischen in der Gegend hier unser Wobbler nicht gefällt, habe ich gestern Abend Lamm-Chops aus dem Gefrierschrank genommen.
10.12.2014 – 7 Uhr – noch 783 nm zum Ziel
Kamen wir gestern tagsüber noch ziemlich flott voran, schlief in der Nacht leider der Wind wieder zu sehr ein, so dass wir in den letzten 24 Stunden nur 127 nm geschafft haben. Schade.

Wir lernen: für eine Atlantiküberquerung lohnt es sich ein Parasail oder einen Spinnaker anzuschaffen. Damit ist man bis zu 3-4 Tage schneller.

Aber nur Geduld, wir kommen schon an. 🙂
Geduld ist ja bekanntlich nicht gerade eine meiner großen Eigenschaften. Dafür jedoch Ausdauer. Zum Glück.

Hagen hingegen hat wirklich Spaß an Bord. Er hält die Laune hoch und er lernt vieles über das Segeln und hat Spaß am ANGELN.

Wo wir dann auch schon beim Highlight des gestrigen Tages wären: Die Herren Angler waren sehr erfolgreich. Nachdem wir fast den kompletten Tag die Angel hinter uns her gezogen haben, der Wobbler eifrig über die Wellen wobbelte, saßen wir gerade zusammen im Salon und unterhielten uns, als ich beim Blick nach draußen einen Fisch hochspringen und wieder eintauchen sah. Und Sekunden später rauschte die Angelschnur nach draußen. Was bedeutet: Fisch am Haken.

Das mittlerweile schon gut eingespielte Angelteam machte sich an die Arbeit. Berthold an der Angel. Er ließ noch weitere Schnur ablaufen, denn man konnte schon feststellen, dass am Haken ein Kämpfer hängt und offenbar ein größerer Fisch. In der Zwischenzeit stellte Hagen alles bereit, was zum Einholen des Fisches nötig ist. Eine Pütz voller Meerwasser, das große Brett und das Messer, die Gaff und den Rum.

Wie es immer so ist, kommt der Wind dann auf, wenn man ihn gerade einmal nicht gebrauchen kann. Also nahmen wir von bisher 5-6 Knoten Fahrt auf bis 7-9 Knoten. Also: Erst einmal Geschwindigkeit aus dem Schiff nehmen. Angel in der Halterung, Fisch am Haken weit draußen, Motor an, Gennaker einrollen, Vorsegel bzw. Genua ausrollen. Schon besser. Man sollte meinen, der Fisch wäre mittlerweile etwas müder geworden und würde sich ein bißchen leichter einholen lassen. Aber so war das nicht. Es dauerte wirklich sehr lange, vielleicht eine halbe Stunde, bis der Fisch endlich so nah am Schiff war, dass Hagen ihm einen großen Schluck Rum ins offene Maul schütten konnte. Das wirkte sofort. Ein großes Zucken ging durch den Fisch und er war tot. Hagen nimmt den Fisch mit der Gaff aus dem Wasser, legt ihn auf das Brett und Berthold gibt ihm den Stich ins Herz, so dass der Fisch ausbluten kann.

Die Begeisterung war groß, als Berthold und Hagen schon ca. zwei drei Meter bevor der Fisch nah am Schiff war sahen, dass es ein wirklich sehr großer Mahi-Mahi ist. Da ich während dieser Aktion im Salon saß, konnte ich gar nicht die schöne leuchtend grün-gelbe Farbe des Fisches sehen. Sobald der Fisch tot ist, verändert sich seine Farbe auf ein dunkelbläuliches Grau-Silber. Josephine war mit fotografieren beschäftigt.

Wahnsinn, es ist wirklich ein großer Fisch. Wir haben ihn von Nase bis Schwanzspitze gemessen: ziemlich genau 1 Meter!!! und ein riesiger Kopf. Selbstverständlich werde ich für euch ein Foto nachliefern. Gegen diesen Fisch war unser Bonito ja winzig.

Mittlerweile ist es dunkel geworden. Berthold und Hagen tauschen die Genua gegen den Gennaker aus und dann macht sich Berthold ans Filetieren. Zwei ziemlich große Fischfilets landen in der Frischhaltebox und diese im Kühlschrank.

Wir alle freuen uns schon auf die köstliche Fischmahlzeit. Wobei ich glaube, dass wir mindestens zwei Tage mit dem Fisch beschäftigt sein werden.

Mittlerweile ist es 8 Uhr. Die Sonne ist aufgegangen. Das schöne an meiner Wachzeit ist, dass ich fast jeden Mondaufgang und fast jeden Sonnenaufgang sehe.
Heute Morgen ist es wieder etwas bewölkt. Aber das heißt noch gar nichts. So beginnen fast alle Tage. Am Horizont kann man ein paar Regenschauer sehen.

Die Blue Ocean, die gestern ja auch noch fast den ganzen Tag in unserer Nähe war ist übrigens auch wieder von unserem AIS-Bildschirm verschwunden.

Für den heutigen Tag wünsche ich uns 20 bis 25 Knoten Wind und zügige Fahrt. (Ich versuche es einfach nochmal, nachdem das mit dem Wünschen gestern so gut geklappt hat)
712 nm bis zum Ziel – 10.12.2014 – 21.45 Uhr
Schlappe 71 nm in 15 Stunden. Das ist ein Schnitt von 4,7 Knoten. Ich hätte fast mit noch weniger gerechnet, weil heute tagsüber wirklich kaum Wind war. Also das mit dem Wünschen klappt nicht immer, wie sich zeigt.

Jetzt gerade frischt der Wind etwas auf und wir haben ca. 16-17 Knoten Wind. Ich hoffe er bleibt so. Tagsüber waren es manchmal 10-12 Knoten.

Berthold hat den Tag genutzt um auf dem Vordeck eine Salzwasserdusche zu nehmen, die er mit 1,5 Liter-Süsswasser beendete.
Das Highlight des Tages war das Abendessen: Mahi-Mahi vom Grill an in Meerwasser gegarter Kartoffel und Zucchini-Tomaten-Gemüse.
Das war wirklich ein ganz besonders köstlicher Fisch. Zartes aber festes Fleisch, keine Gräten, vorzüglicher Geschmack.

Und ich freue mich schon, weil morgen gibt es wieder Mahi-Mahi. Wir haben heute ja nur ein einziges Fischfilet zu viert geschafft. Und jeder hatte wirklich reichlich Fisch auf dem Teller.

Was wir heute auch festgestellt haben ist, dass es gut ist, den Fisch ein paar Stunden liegen zu lassen, dann ist da Fleisch immer noch fest aber nicht hart. Wir hatten den Tipp schon von einem Angler bekommen, dass man den Fisch erst ein paar Stunden ruhen lassen sollte bevor man ihn zubereitet, da durch den Kampf mit der Angel noch zu viel Energie im Fleisch ist. Es scheint tatsächlich so zu sein. Wir werden es, falls wir noch einmal das Angelglück haben und einen Bonito fangen, ausprobieren.

Alles in allem war heute ein schöner Tag an Bord. Außer dass Josephine beim Biss in ein Oreo ein Stück Plombe verloren hat. Da müssen wir wohl in Rodney Bay zum Zahnarzt. Ich hoffe nur, dass sie nicht doch noch Zahnschmerzen bekommt. Das wäre wirklich ganz übel.

Dafür wurden wir am Abend mit einem unglaublichen Sternenhimmel belohnt. Man sieht die Milchstraße und eine Unmenge an Sternen. Den Mond habe ich heute noch gar nicht erblickt. Obwohl er ja immer noch fast voll ist. Ich werde gleich mal nachschauen wo er bleibt.

Mein Motto des Tages: Der Weg ist das Ziel.
11.12.2014, 22 Uhr, noch 576 nm bis Saint Lucia
136 nm in 24 Stunden.
Ein Tag voller Squalls, Regenschauer. Gennaker raus und rein, Genua raus und rein. Viel Wind, wenig Wind. Zum Glück waren die Squalls nicht stürmisch.
Anstrengend.

In der Nacht fahren wir mit der Genua. Sicherheit und etwas Schlaf für jeden geht vor. Lieber brauchen wir einen halben Tag länger bis zum Ziel.
14.12.2014, 8 Uhr, noch 253 nm bis zum Ziel
Flaute. Seit gestern ist der Wind eingeschlafen. Das Meer ist leicht wellig, die Sonne steht am wolkenfreien Himmel und gibt alles und es weht kein Windchen. Naja, ich will mal genauer sein, wir haben zwischen 7-9 Knoten Wind. Wobei ich auch schon die 4,2 auf dem Display gesehen habe. Was wir gebrauchen könnten, wären mindestens 16-22 Knoten Wind.

Seit gestern fahren wir unter Motor. Das Dauergeräusch des Dieselmotors ist anstrengend. Zumal die Kojen, ja im jeweiligen Rumpf immer direkt vor dem Motor liegen. Wir fahren immer nur mit einem Motor, um Diesel zu sparen und wir versuchen die Motorlaufzeiten so aufzuteilen, dass er immer in dem Rumpf läuft in dem gerade nicht geschlafen wird, aber das funktioniert nicht immer, weil wie jetzt gerade in jedem Rumpf jemand schläft.

Die letzten Seemeilen werden wirklich mühsam. Wir wollen nur noch ankommen. Ich erwische mich ständig dabei, auf dem Display nachzusehen, ob wir wieder eine nm weiter in Richtung Ziel gekommen sind. Unsere Vorräte neigen sich dem Ende zu und der Wunsch nach einer ausgedehnte Dusche wird auch immer größer.

Auch die Tatsache, dass schon viele Schiffe in Rodney Bay angekommen sind, demotiviert uns etwas. Wir hatten uns zwar von Anfang an vorgenommen, dass wir Sicherheit an erste Stelle setzen und nichts riskieren, und es uns egal ist wann wir ankommen, Hauptsache, wir kommen gut und heile an, aber irgendwie fragen wir uns dann doch, was wir hätten anders machen können.

Die Antwort ist nicht so schwer: Hinterher weiß man immer mehr. 🙂
Wir sind so gefahren, wie wir es konnten und wie wir es, vor allem Berthold es für richtig gehalten haben. Der einzige, der wirklich Segelerfahrung vorweisen kann hier an Bord ist Berthold. Auf ihm lastet die komplette Verantwortung. Wir anderen sind nur Crew. Wir haben unterwegs einiges gelernt. Vor allem Hagen übernimmt mittlerweile schon selbständig einige Segelmanöver, aber das hat sich so in den letzten drei Wochen erst entwickelt.

Und außerdem ist die Bordfrau, also ich, eine eher nicht risikobereite Mitseglerin. Wenn dann wie gestern plötzlich die Steuerung nicht so richtig funktioniert, werde ich doch ängstlich ob wir noch sicher weiter kommen. Im Meer schwimmen eine Unmenge an Wasserpflanzen, manchmal ganze Teppiche von diesem harten Zeugs. Wir vermuten, dass sich gestern in den Rudern ein solcher Teppich verfangen hatte. Berthold fuhr einen Vollkreis und auch mal kurz rückwärts und es scheint sich gelöst zu haben.

Dann ruckelt der Motor plötzlich. Es scheint wieder irgendetwas von diesem Zeugs unter dem Schiff zu hängen. Das kostet eine Menge Energie. Zum Glück ist es bis jetzt immer wieder gut gegangen.

Aber, bis das dann immer gelöst ist, bis man darauf kommt was los sein könnte und das nach einem kompletten Tag Flaute … und wo ich im Moment mit ganz anderen Gedanken beschäftigt bin, die nichts mit Segeln zu tun haben und die mich etwas dünnhäutiger machen … Da fällt es mir doch manchmal schwer, wieder meinen Optimismus heraus zu kramen. Aber es ist gut, an sich zu arbeiten und, wie meine Schwester immer sagt: … die Nase in den Wind zu strecken.

Insofern kann ich für heute zusammenfassen und sagen, dass der Skipper die richtigen Entscheidungen getroffen hat. Wir sind das der Mannschaft entsprechende Tempo gefahren. Zumal wir ja nicht gerade das Bilderbuch-Überfahrt-Wetter haben. Und jetzt fahren wir eben unter Motor, entweder bis Saint Lucia oder bis wieder Wind in unsere Segel weht. Also war es doch sehr gut, dass wir bisher sehr gut Diesel gespart haben.

Mein Tagesmotto: Alles wird gut, wie sollte es bei einer so großartigen Besatzung auch anders sein.
16.12.2014 – Rodney Bay – Saint Lucia
In der letzten Nacht um 23.43 Uhr sind wir über die Ziellinie gefahren. Wir wurden herzlich von zwei ARC-Mitarbeitern und einem Vertreter des Touristboard Saint Lucia mit lieben Worten, einem Obstkorb und einem köstlichen Rum-Punch für jeden empfangen. Das war schön. Danach sind wir noch kurz in die Bar der Marina, um noch einen weitern Rum-Punch zu genießen. Das erste Mal festen Boden unter den Füßen seit drei Wochen!!!
Dort wurde noch getanzt und gefeiert, wir haben das Treiben beobachtet und uns einfach irgendwo hingesetzt und zugesehen. Wie schön, wir sind da!!!!!!

Zur Feier des Tages und weil wir ja so super gut mit unserem Wasser gehaushaltet hatten, waren wir alle picobello frisch geduscht, mit frisch gewaschenen Haaren glücklich und zufrieden. Es war ein ganz komisches, fast unwirkliches Gefühl, angekommen zu sein.

Den Vormittag heute haben wir mit einchecken, und einklarieren verbracht und damit dem Bankautomaten ECD East Caribbean Dollar zu entlocken. Der sperrte sich zuerst etwas. Aber das schaffen wir jetzt auch noch, uns kann ja nichts mehr so schnell aus der Bahn werfen. Für heute Abend gibt es eine Party die die Marina für die ARC-Teilnehmer ausrichtet.

Ab morgen sind wir sicher so richtig da und fit und munter und wieder unternehmungslustiger als heute. Dann werde ich auch endlich mal das Schiff von innen putzen und anfangen Wäsche zu waschen. Das ist dringend nötig.

Nachher wollen wir noch unser Dinghy ins Wasser bringen und den Motor anbringen und dann geht’s bald mal um die Ecke zum Strand. Mal schauen, ob wir das heute noch schaffen. Wir hängen ja alle ein bißchen faul herum und sind schon erschöpft von den vielen Bürobesuchen, die hier doch immer etwas längere Zeit in Anspruch nehmen. Eine SIM-Karte für das WIFI an Bord, dauert dann schon mal ca. 1 1/2 Stunden.

Veröffentlicht unter 07/2014 bis 05/2015 | 7 Kommentare

Angekommen

Nach 21. Tagen sind wir gestern Abend 23:45 Uhr Saint Lucia Zeit über die Finish Line gefahren.
Wir sind glücklich und sehr stolz.
Später mehr.
Liebe Grüße aus der Karibik
Die Sempre due

Veröffentlicht unter 07/2014 bis 05/2015 | 10 Kommentare

Tschüss

Bis in drei Wochen

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Veröffentlicht unter 07/2014 bis 05/2015 | 6 Kommentare

Noch eine Stunde

Die Racing Division fährt raus

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Veröffentlicht unter 07/2014 bis 05/2015 | 1 Kommentar

Neuer Start-Termin: 24.11.2014 – 11 Uhr

Mit der Funkdurchsage von 15 Uhr haben wir erfahren, dass das Tief sich bis morgen verzogen haben soll. Es war etwas langsamer unterwegs als es den Eindruck machte. Aus diesem Grund ist der Start auf morgen – Montag, 24.11.2014 – 11 Uhr verschoben worden.

Um 10.30 Uhr startet die Racing Division. Und um 11 Uhr ALLE anderen. Einrumpfschiffe UND Katamarane. Na das kann ja heiter werden. Sind ca. 160 Schiffe die gleichzeitig los wollen. Wir werden nicht ganz so früh aus dem Hafen fahren um uns das Kuklimukli zu ersparen.

Den Kurs haben wir nach dem neuesten Wetterbericht festgelegt: Wir fahren ca. 10 sm von der Küste entfernt die Küste von Gran Canaria entlang in Richtung Süden. Dann gerade aus weiter bis wir nach ca. 24 Stunden ca. 160 sm nach Süden gefahren sind, mit schon einem kleinen Schlenker nach Westen. Dort sollten wir dann auf den Tradewind treffen und biegen nach Westen ab, direkter Weg = Rhumb-Line-Route, nach Saint Lucia.

Die Strecke wird ca. 2.678 sm sein. Wir rechnen mit 17-19 Tagen. Laut ARC-Wettermann Chris Tibbs können wir mit einer schnellen Überfahrt rechnen. Wir melden uns dann sobald wir angekommen sind.

Stimmung an Bord ist gut bis sehr gut!! Und wir freuen uns über die bisher 4.367 Aufrufe unseres Blogs und die vielen lieben Wünsche zu unserer Überfahrt.

Ahoi! von Bord der Sempre due: Skipper Berthold und seiner Crew Ursula, Hagen und Josephine.

 

Veröffentlicht unter 07/2014 bis 05/2015 | 2 Kommentare

Fotos: Skipper und Crew in Start-Outfit

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Veröffentlicht unter 07/2014 bis 05/2015 | Hinterlasse einen Kommentar

Start um mindestens 18 Stunden verschoben

SCHADE: Wir wären so gerne bei 30-40 Knoten Wind und 3-4 m Welle gestartet 🙂

Die Palmen biegen sich, im Hafen sind drei Mooringleinen gerissen. An einem Schiff hat sich ein Segel in der Nacht gelöst. Das war ein ordentliches Getöse.

Nein – ganz ehrlich – wir sind alle sehr erleichtert. Auf allen Booten merkt man die Erleichterung.

 

Veröffentlicht unter 07/2014 bis 05/2015 | 4 Kommentare

Geburtstagsgrüße

Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag, alles Gute, Gesundheit und viel Spaß bei der Geburtstagsfeier. Wir werden an euch denken:

 

29.11. – Annika

08.12. – Lisa

12.12. – Michele

Liebe Grüße von der Sempre due, die an euren Geburtstagen irgendwo mitten auf dem Atlantik herumschippert.

Ursula und Berthold, Josephine und Hagen

Veröffentlicht unter 07/2014 bis 05/2015 | 1 Kommentar

Bilder

Hier die versprochenen Bilder von der Arabischen Nacht und von unserem kleinen Kaufmannsladen in der Gästekajüte:

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Veröffentlicht unter 07/2014 bis 05/2015 | 1 Kommentar

Samstag, 22.11.2014 – Letzter Tag vor dem Start

9.00 Uhr – Der Skipper geht von Bord um im ARC-Büro auszuklarieren.

Währenddessen ist die Crew mit Putzen und noch einer letzten Maschinenwäsche beschäftigt. Wir haben immer noch ordentlich Wind, so dass alles sehr schnell trocknet. Alles ist für etwas gut.

Nachdem Berthold zurück war, hat er mit Hagen das Schiff außen abgespült und geputzt. Immer mal wieder mußten sie wegen kräftiger Regenschauer die Arbeit unterbrechen. Aber irgendwann kam sogar die Sonne heraus und wir konnten den Gennacker hochziehen.

12.00 Uhr – Skipperbriefing vom Wettervorschau. Berthold und ich waren beim Skipperbriefing. Es wurden die Rally-Regeln erklärt und wann welche Division startet. Und danach gab es eine ausführliche Wetterinformation. Das Wetter soll sich ab morgen bessern. Wir werden zwar die ersten beiden Tage relativ viel Wind haben, aber es ist Besserung in Sicht. Die Empfehlung ist, dass wir am ersten Tag entlang der Küste in Richtung Süden fahren werden und nach der ersten Nacht schon rechts abbiegen 🙂 in Richtung Saint Lucia.

Also gar nicht erst weit Richtung Süden (bis die Butter schmilzt) und dann erst nach rechts.

Jetzt wo wir wissen dass wir losfahren sind wir schon alle ein bißchen aufgeregt und gespannt, was auf uns zukommt.

Die Katamarane starten als erstes. Um 12.30

Jetzt ist alles sauber und aufgeräumt und vorbereitet. Jetzt schicke ich euch nur noch die versprochenen Bilder und dann wird geschlafen.

Veröffentlicht unter 07/2014 bis 05/2015 | Hinterlasse einen Kommentar

Freitag, 21.11.2014 – noch 2 Tage bis zum Start

Auf allen Booten wird geräumt, geputzt, Segel werden hochgezogen und noch einmal kontrolliert, auf irgendeinem Boot hängt immer einer im Bootmannsstuhl oben im Mast. Eifriges Treiben in der Marina.

Was haben wir heute alles erledigt?

Josephine und ich sind früh mit dem Taxi zum Central Mercado gefahren um dort frisches Obst und Gemüse für die Fahrt zu ordern. Die Marktstände sind darauf eingerichtet, dass viele Segler heute und morgen ordern. Und damit auch alles einigermaßen hält, gibt es eine Mischung aus frischem reifem Obst und Gemüse und Obst und Gemüse das noch ein paar Tage reifen kann. Der Herr vom Marktstand unserer Wahl hat uns sehr gut beraten. Wir konnten uns wirklich alles, jede Tomate, jede Zucchini, jedes Obst ansehen und auswählen. Das hat Spaß gemacht und dann wurde alles zur Seite gestellt und ca. drei Stunden später direkt ans Boot geliefert. So macht Einkaufen Spaß.

Vom Markt sind wir erst einmal zurück an Bord. Hier waren Hagen und Berthold gerade mit dem Dinghymotor beschäftigt, der für die Überfahrt wieder sicher vorne im Schiff in einer großen Box sicher liegt. Dafür mußte er erst noch einmal ins Wasser und gestartet werden, so dass sich kein Benzin mehr im Motor befindet. Mit dem Großfall haben sie ihn dann soweit hochgezogen, dass sie ihn gut nach vorne transportieren konnten. Danach haben sie das Dinghi wieder hoch gezogen, es festgezurrt, so dass es sicher an den Davits hängt und nicht schaukelt.

Auch an Bord der Sempre due herrscht geschäftiges Treiben. Zwischendurch kurze Fischfang-Infos und Tipps von der OOROO1. Weiter gehts.

Dann noch eine Einkaufstour zum Hiperdino und zur Apotheke. Es fehlten uns dann noch noch ein paar Kleinigkeiten.

Kaum waren wir zurück an Bord, kam auch schon die Lieferung vom Markt. Das bedeutet. Vier große Kisten mit Obst und Gemüsen stehen auf dem Steg und alles (!!! alles) muss gewaschen und abgetrocknet werden. Die Bananen werden für eine Weile in einen Eimer mit Wasser gelegt und alles andere wird einzeln gewaschen. Jede Zwiebel, jede Möhre. Uff, da weiß man was man getan hat. Das alles um zu vermeiden, dass man sich Ungeziefer, Kakerlakeneier, Spinnen etc. an Bord holt. Wollen wir nicht.

Jetzt sieht unsere Gästekabine aus wie ein kleiner Supermarkt. Foto folgt.

Danach habe ich vorgekocht: eine Kürbissuppe, Bolognesesoße und Albondigas gebraten. Morgen mache ich dann noch ein Gemüsecurry. Das reicht dann erst einmal für die ersten Tage auf See, die man ja immer braucht um sich einzugrooven. Dann ist es schön, wenn man nur eben etwas warm machen muss.

Wetter: Heute war es tagsüber ganz o.k. Am Nachmittag fing es wieder an zu regnen und es ist auch windig mit ordentlichen Böen. Der Wind kommt derzeit von NNW.

 

Veröffentlicht unter 07/2014 bis 05/2015, Uncategorized | 1 Kommentar