Thilo schreibt

„Erst jetzt begreife und spüre ich richtig, wie weit und wie lang die Überfahrt von Panama zu den Marquesas-Inseln wirklich ist. Mit dem Finger auf der Landkarte ist das zuhause im Wohnzimmer schnell gemacht. Anfangs war ich wie betrunken von der ständigen Fahrt des Schiffes und seinen Bewegungen. Ohne Unterbrechung wird die Sempre due von Skipper und Crew vorangetrieben und rauscht unaufhaltsam weiter nach Westen.

Dabei stets umhüllt von dem lauten Getöse des Ozeans, dem Ächzen und Knarren des Rumpfes, dem Heulen und Toben des Windes, dem Prasseln und Peitschen des Regens und dem lauten Knallen der Wellen gegen die Unterseite des Deckshauses zwischen den beiden Kufen.

Des Nachts noch verstärkt durch die fehlende Sicht – hinein in tiefes Schwarz, bis die Nachtwache endet. Das Boot tanzt auf den Wellen, neigt und dreht sich im Rhythmus des Pazifiks. Es ist wie ein Rausch, dem ich mich nicht entziehen kann. Meine Sinne werden klarer. Und wir tanzen einfach mit.

Es ist ein unglaubliches Erlebnis, das ich wohl erst viel später in seinem vollen Umfang erfassen kann.“

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Die Rennmaus und der Hai

„Welche Freude du bei meinen Mitseglern über die Kommentare auslöst. (Bei mir übrigens auch). Jan und Thilo haben heute Nacht ihre Eindrücke geschrieben.

Wir sind unglaublich schnell. Die Sempre due ist eine rasende Rennmaus auf dem Pazifik. Ich stehe heute morgen auf und staune: auf dem Monitor, nur noch 1.750 sm. Und weiter geht die wilde Hatz. Ich glaube wir sind so schnell, das kein Fisch hinterher kommt.

Gestern ging die Angel los. Und ich habe langsam die Bremse angezogen. Ohne Wirkung. Die Leine rauscht weiter raus. Und ich bremse stärker, die Leine rauscht weiter raus. Ich bremse auf absolutem Maximum. Die Leine rauscht komplett von Trommel. Dann Stille. Ich dachte schon, wir hätten ein U-Boot gefangen. Da lockerte sich die Leine und dann war der Köder weg. Ich  glaub, es war ein Hai. Auf jeden Fall  etwas richtig großes.

Jetzt sind die Angeln mit neuem Köder wieder draußen. Die Teaser waren gestern auch draußen, haben aber Wuhling mit der Angelleine gemacht. War doof.

Dank Mikes Turtelpack haben wir immer noch einen dreiviertel vollen Dieseltank. Genial. Ich bin ihm so dankbar.

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Nur noch 1.800 sm

Vielen Dank für die vielen motivierenden Kommentare von euch. Ich habe sie ungeachtet der Datenmenge via Satellit an die Sempre due Besatzung weitergeleitet. Das wird wahrscheinlich ein teurer Spaß. Aber die gewünschte Wirkung haben wir erreicht:

„Welch eine Freude du uns machst. Bedanke dich doch bei allen in unserem Namen. Turi’s Herrenwitze waren das Highlight des Tages.
Wir haben „nur noch“ 1.800 sm bei gutem Segelwind.“

Jetzt wissen die drei Männer da draußen wieder, dass sie keineswegs alleine unterwegs sind, sondern dass wir alle mit Gedanken und guten Wünschen mit von der Partie sind.

 

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S 09°50 – W 107°50

Es scheint wirklich etwas langweilig zu sein, denn ich habe noch eine Email bekommen, die ich gerne mit euch teile. Ich hatte vorgeschlagen, gegen die Langeweile anzuputzen und habe nach Segeldetails gefragt, bezüglich des Fischfangs zu häufigerem Köderwechsel geraten (alles gegen die Langeweile) und gefragt, ob es denn Wildlife- und Schiffs-Beobachtungen gibt. Und gefragt, ob Jan und Thilo denn auch mal ihre Sicht der Dinge mit euch teilen wollen. Das ist die Antwort:

„Überfahrt-Phase 3

Ja, jetzt geht es ans Durchhalten. Lustigerweise haben wir für heute einen Putztag beschloßen. Küche abwaschen, Schränke und Fußboden wischen. Das Cockpit ist ziemlich sauber. Immer wenn ein Squall durchgezogen ist nehmen wir das Süßwasser aus dem Dinghy, um das Cockpit zu spülen.
Übrigens ist es relativ frisch des Nächtens. Man muss sich schon zudecken. Kein Vergleich zu Panama. Die Sonne ist heiß, klar, aber der Wind ist kühl. Die Nachtwache trägt auch gerne mal Fließ.
Ja, welches Segel? Ich trau es mich kaum zu sagen, aber seit zwei Wochen steht der Genaker und zieht uns mit 7 kn gen Marquesas. Weil wir Südost-Wind haben, mit einem Windwinkel zwischen 110 Grad und 140 Grad. Aber in zwei bis drei Tagen dreht der Wind laut Grib-Files auf Wingaker-Kurs. Mal schauen, ob die Grib-Files und die Realität übereinstimmen.
Wir wechseln Köder und schon im Morgengrauen sind beide Angeln draußen. Nichts
Noch haben wir Fisch und Fleisch im Tiefkühlschrank. Aber wir haben noch 1.929 sm vor uns. Also 13 – 14 Tage. Wenn der Wind durchsteht. Es ist noch die Strecke vor uns, wie ca. als wir bei den Kapverden vorbei waren.  Was für ein Satz. Aber wir haben auch schon 2.400 sm hinter uns.
Die Stimmung ist gut. Ich werde Jan und Thilo fragen, ob sie Text für den Blog liefern wollen.

Tier- und Schiffs-Beobachtungen? Selten mal ein Delfin, zwei Frachter und täglich Fliegende Fische vom Deck aufheben. Ach ja, und bei Activity gab Thilo ein sehr interessantes Tier: Eine Mischung aus Wasserbüffel und Ameisenbär. Wir wissen bis heute noch nicht, was der Pantomime darstellen wollte, hat uns aber sehr gefallen. :-))))“

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Bitte um Unterstützung

Liebe Blog-Leser,

für den einen und anderen kurzen aber aufbauenden Kommentar, den ich dann via Satellit an unsere Helden auf der Sempre due schicken kann, wäre ich euch sehr dankbar.

 

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Noch 1.997 Seemeilen

„Unter 2.000 sm bis Nuku Hiva. Heute haben wir Schlag den Raab gespielt. Das war sehr lustig. Thilo hat haushoch gewonnen. Das hat mir aber gar nicht gepasst. ;-))

Jetzt beginnt die schwierigste Zeit. Die Disziplin aufrecht zu erhalten und durchhalten. Es passiert ja nichts. Die Tage ziehen sich wie Gummi und die Nächte auch. Das auszuhalten, ist das eigentliche Abenteuer. Wir haben 2.350 sm hinter uns. Da hatten wir auf dem Atlantik nur noch 700 sm vor uns. Jetzt sind es noch 1.990 sm.

Aber auch das werden wir meistern. Jawohl.“

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Kurz und knackig

„Wir haben jetzt (19.2., 21 Uhr) noch 2.305 sm bis Hiva Oa und wir kommen nach wie vor sehr gut voran.

In den letzten 24 Stunden haben wir 170 sm zurückgelegt. Das ist viel.

Die Stimmung ist bestens. Wir lesen uns Artikel aus der Zeit vor oder spielen Activity oder machen Sport oder kochen oder quatschen. Und staunen immer mal wieder was wir drei Kerle hier eigentlich machen, wie wir hier hingekommen sind und überhaupt. Etwas Philosophie und abends schauen wir Fargo, die Serie. Da freuen wir uns schon so ab fünf Uhr drauf. Wie Knackies….;-)

Der Gefrierschrank wird langsam leer, es könnte gerne wieder mal ein Fisch anbeißen. Wir haben beide Angeln draußen und eine Bestellung aufgegeben.

Morgen früh (20.02.) überschreiten wir die 100° West. Bei 138° West sind wir da. 1 Grad sind 60 sm.

PS: Bordzeit ist eine Stunde früher als Panama.“

Ein dreifach donnerndes Petri heil aus dem jecken Düsseldorf – Einen großen Marlin oder Sailfish oder Thunfisch, wünsche ich euch!!!!!

Die Sempre due muss bis Hiva Oa die Uhr von der Panamazeit ausgehend um 4,5 Stunden zurück stellen. Dazwischen gibt es Special-Sempre-due-Uhrzeiten zum langsamen umgewöhnen.

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19.02.2017

S09°34′ – W98°50′

„Wir kommen super gut voran. Nur noch 2.350 sm und laufen um die 7 kn. Nur mit dem Genaker.

Ist schon ganz schön schön.
Seit La Playita 1.870 sm. Und das Flautenloch ist hinter uns.

Wir sind auf Platz 1

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18.02.2017, 11 Uhr – 13. Tag auf See

Position:  S 09°20’ W 096°

„Wir haben noch 2.520 sm vor uns und haben seit La Playita Marina, Panama 1.700 sm zurückgelegt.  Wir haben meistens guten Wind, manchmal, gerne gegen nachmittags schläft er etwas ein.

Aber dann geht es wieder mit 15 -20 kn los. Ein großes Regengebiet haben wir nun auch verlassen und inzwischen scheint sogar wieder die Sonne und man muss sich wirklich eincremen, da die Reflexionen vom Meer her so stark sind, das man sich sogar im Schatten einen ordentlichen Sonnenbrand holen kann.

Wir verstehen uns weiterhin sehr gut. Jan und Thilo spielen manchmal Schach oder wir spielen Activity.

Sport ist zur Zeit schwierig, weil ziemliche Wellen von schräg hinten kommen und wir doch bei allem Balancieren müssen. Wellenhöhe 2, 5 -3 Meter.

Wir kommen allerdings gut voran mit 6 -7 kn. Wenn es so bliebe, wären wir in ca. 18 Tagen auf Hiva Oa. Ist etwas optimistisch, da natürlich keiner weiß, wie der Wind sich in den 18-20 Tagen verhalten wird.

Gestern hatten wir fast den ganzen Tag den Wingaker oben, danach den Genaker, dann die Genua und jetzt wieder den Genaker.“

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Korrektur

„Liebe Blogbetreiberin,

ich habe dich in eine mißliche Situation gebracht, in dem ich von einem Blue Marlin geredet habe. Aber nach einer Konsultation der einschlägigen Fischbestimmungskarten ist es ein Sailfish. Mike hat immer von einem Sailfish gesprochen. Jetzt kocht Thilo gerade Reis mit Sailfish auf unserem Sailboat.
Ich weiß ich bin witzig…..

Ein Bild hänge ich an. Wir konnten ihn nicht hochheben. Er war zu groß und zu schwer. Aber kleinfiletiert passt er ausgezeichnet auf den Teller.

Noch 2738 sm

Berthold“

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Der Fächerfisch (Istiophorus platypterus), oft auch Segelfisch genannt, ist ein großer, im offenen Ozean lebender Raubfisch, der fast weltweit in tropischen und subtropischen Regionen vorkommt. Fächerfische können Spitzengeschwindigkeiten von 40 bis 59 Knoten (ca. 75–110 km/h) erreichen und gelten daher als die schnellsten Fische.[3][4]

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15.02.2017

Jetzt sind die drei Männer schon seit über einer Woche auf dem Wasser. Offenbar gut eingegrooved und mit einer Menge Spaß. Berthold schickte mir gestern noch ein Foto von dem nächtlichen Segelwechsel-Team.

Und außerdem gibt es einen weiteren Angelerfolg zu vermelden, mit dem folgenden Text:

„Für alle Fischliebhaber, der Bonito hat tiefdunkelrotes Fleisch und Thilo machte zum Mittag ein herrliches Fisch Tatar. Und ein frisch gebackenes Brot dazu mit einem eiskalten Pellegrino. Mhhh“

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14.02.2017

„Wir sind um 02:00 Uhr – S 06° W 088°

Ich habe das erste mal das Gefühl heute Nacht, dass wir ein kleines bißchen Passatwind haben. Nachdem er die letzten zwei Tagen aus unterschiedlichen Richtungen kam, oder eben gar nicht und gestern die ganze Zeit von vorne, hat sich alles beruhigt und wir laufen mit Groß und Genua ruhig und flott Richtung Süd/West. Ich denke wir sind durch. Und das Beste, wir haben einen fast vollen Tank , 60 Liter Reserve und eine gut gelaunte Mannschaft.

Wir sind ganz gut vorangekommen, haben ein großes Gebiet mit wechselnden Winden durchfahren, mit viel und sehr viel Regen. Die Sempre due blitzt blitzsauber, Thilo sprang in Badehose mit dem Schrubber übers Deck und schrubbte allen Dreck weg. Auch unsern Schweiß von den Sportübungen auf dem Vorschiff. Und dann sind wir einshampooniert übers Deck gehüpft und haben die kostenlose Dusche vom Himmel genutzt.

Ich habe ja mit den Beiden das große Los gezogen. Kein Manöver ist zu viel, ob tags oder nachts, wenn Segelwechsel ansteht oder das Groß rauf, runter, Reff rein, Reff raus, Wingaker rauf, runter, Genaker weg und wieder drauf, es macht richtig Spass zusammen und wir Drei sind ideal. Bei Vieren würden wir uns alle im Weg stehen und uns gegenseitig behindern.

Zu essen haben wir mehr als genug. Heute hat Jan einen Rote Beete Salat gemacht. Sehr lecker. Unser Tagesablauf hat sich eingespielt und wir respektieren uns gegenseitig so wie wir sind.“

Das nenne ich eine Überraschung, Berthold verballert Iridium-Zeit und schickt mir ein Wingaker-Bild:

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13.02.2017

S 04° 12’  W 087°43’

Das schrieb Skipper Berthold in der letzten Nacht an WetterWelt:
„… unser Kurs ist 185 Grad und die Geschwindigkeit schwankt.  Tagsüber in Abhängigkeit des unstabilen Windes (Genaker, Parasailor) zwischen 4 kn im Moment bis manchmal 6 kn. Es ist Nacht und regnet bei 8-10 kn wahren Windes.
Aber warm ist es :-)))“

Das ist die Antwort von Wetterwelt:

„… tatsächlich haben Sie den Großteil des Schwachwindbereichs schon hinter sich gelassen. Weiterhin ist es so, dass sich der Südostpassat erst ab ca. 8°S aufbaut und spürbar sein wird.

Sollte er vorher eingreifen, dann können Sie gerne schon etwas abfallen und 10-20 Grad weiter nach Südwesten fahren, grundsätzlich sollten Sie an dem eg nach 8°S weiter festhalten.

Bei 5 kn im Mittel SOG sind es somit noch ca. 36-48 Std. bis sie den Punkt erreicht haben sollten. Dann können Sie den Westkurs einlegen.

Sollte dann immer noch zu wenig Wind herrschen, dann scheuen Sie sich nicht auf dem Weg nach Westen noch etwas tiefer/südlicher als 270° COG zu fahren.

Im weiteren Verlauf werden Sie noch genug Wind finden, der Sie entspannt ans Ziel bringen wird.

Viel Erfolg weiterhin und gutes Durchhalten.
Hoffnung ist in Sicht!“

Das hört sich doch gut an! Und wer wissen will was COG und SOG sind:

SOG = Speed over Ground – includes current forecast
COG = Course over Ground to the next waypoint

Die Sempre due befand sich in der letzten Nacht nicht mehr vor Ecuador, sondern vor Peru:
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Nachtrag zum 10.02.2017

„Am 10. Februar 2017 um 20:40 Uhr local time haben wir den Äquator passiert und unsere Koordinate sprang in der Sekunde von N auf S.

Es war ein herrlicher Vollmond und wunderbarer Segelwind. Es war wirklich ein feierlicher Moment. Wir standen da und starrten auf die Anzeige, wie auf die Uhr am Millenium-Silvester.

Jan sagte, dass dieser Moment ein großer in seinem Leben ist und Thilo bedankte sich, dass er dabei sein durfte. Und somit versicherten wir uns alle, wie toll wir zusammen sind. Und das stimmt. Wir genossen den Augenblick.

Unsere Adresse lautet im Moment: S01°01’ W086°21′

Jetzt haben wir einen leichten Wind von 8 kn und kommen mit 5,5 bis 6,5 kn voran Richtung Süd.

WetterWelt sagt, bei 08° bis 09° Süd finden wir den Tradewind, der uns nach Tahiti bringt.“

 

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11.02.2017

„Ein ereignisreicher Tag. Erstens haben wir, um Wind zu finden, dreimal den Kurs geändert. Süden gen Äquator und Westen gen Galapagos und wieder gen Süden.

Jetzt um 18:00 Uhr local time sind wir 14 sm vor dem Äquator. Wir freuen uns alle  drei schon auf die Äquatortaufe.

Das Besondere des Tages war, dass wir erstens den Diesel aus der Turtlebag von Mike in den Tank gebracht haben und die Tankanzeige zeigt wieder fast voll. Das gibt nach den Nerven aufreibenden 2 1/2 Motor-Tagen ein gutes Gefühl.

Dann konnten wir ca. zwei Stunden den Big Orange Wingaker fahren. Wow, war das ein wunderschönes Bild. Wie er da so in voller Pracht stand und uns gen Westen zog. Und Herr Weber hat recht, der Wingaker zieht schon bei 6-7 kn Wind.
Leider ließ nach den zwei Stunden der Wind nach und wir mußten Big Orange bergen.

Aber der Reihe nach:

Morgens Genaker

Mittags Wingaker

Abends Groß und Genua

Im Moment haben wir leichten, aber schönen Segelwind, der uns mit 5-6 kn Richtung Äquator segeln lässt. Kein Diesel, kein Lärm.

Wir haben gerade unser Sportprogramm beendet und ich werde jetzt gegen den Verderb des Gemüses ankochen und ein zweites Mal ein Ratatouille zubereiten.

Thilo sagte heute, als wir auf dem Vorschiff Sport machten: „Das ist doch der schönste Platz der Welt, bei strahlendem Sonnenschein und blauem Ozean zu Pilatieren.“ 😎😊

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10.02.2017 – The Big Orange is beautiful

N 00°32’ W 085°24’ – Kurs 255 Grad

Endlich wieder Wind. Der Wingaker, unser Big Orange, zieht die Sempre due mit 5 Knoten nach Südwest.

„Was für eine Stille an Bord“. Das kann ich mir gut vorstellen, nachdem immer ein Motor rund um die Uhr 2 1/2 Tage lang lief.

 

 

 

 

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09.02.2017

N 01° 50’ und W 083° 20’, kein Wind:

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08. Februar 2017

04° Nord – 80° West, auf der Höhe von Ecuador

„Nach der ersten Nachtwache sind wir alle recht müde. Thilo hat den Anfang gemacht von 22:00 Uhr bis 01:00 Uhr, dann kam ich bis 04:00 Uhr und danach übernahm Jan die Wache.

Kurz nach dem Start hatten wir schwache Winde, kamen aber mit dem Genaker einigermaßen gut voran. Dann am späten Nachmittag frischte der Wind auf und wir mussten den Genaker einholen, konnten aber mit der Genua gut weiterfahren.

Der Wind erreichte bis 25 kn wahrer Wind und wir machten die ganze Nacht 7-8 kn Fahrt. Es war etwas unruhig, aber o.k.  Jetzt hat sich der Wind etwas beruhigt und wir fahren mit 6-7 kn. Perfekt.
Die Orangen schimmeln, aber sonst ist alles gut. Gestern gab es Nudeln mit Ratatouille und Jan war schlichtweg begeistert und hat gegessen, wie Hagen, wenn es Salsicia gibt.
Immer noch kein Fisch. Sehr enttäuschend was die Angelei betrifft.

Die Stimmung ist gut. Uns geht’s auch gut. Ich schreibe vielleicht heute Nachmittag weiter.

Heute Nachmittag haben wir einen 2 Meter langen Blue Marlin gefangen und nach langem Kampf an Bord bekommen. Ein prächtiger Fisch. Thilo hat alles gut mit der GoPro dokumentiert.

So gab es heute von Thilo zubereitet und serviert Fisch mit Minitomaten und gerösteten Zucchinis. Mittags habe ich einen Orangensalat gemacht, was Frisches muss sein :-).

Jetzt ist es 3 Uhr und ich habe noch eine Stunde Nachtwache. Bis vor zwei Stunden hatten wir tollen Wind und sind fantastisch vorangekommen.

Wir sind bei 4° Nord und 80° West. Auf der Höhe von Ecuador. Leider ist der Wind heute Nacht völlig eingeschlafen und wir müssen derzeit motoren.

Dafür machen wir tags auf dem Vordeck alle drei zusammen Angelikas Pilates-Übungen in Badehosen. Du hättest Spass.“

(Liebe Angelika, vielen Dank für deine Mühe, die du dir mit unserem Fitness-Plan für die Reise gemacht hast. Und ich hoffe doch sehr, dass wir in ein paar Wochen auch ein paar Fotos von den sportlichen Aktivitäten der Männer an Bord bekommen.)

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06. Februar 2017

Ich werde euch ab sofort mit Auszügen aus den Emails, die mir Berthold via Iridium von Bord der Sempre due schickt, informieren:

„Heute morgen um 08:45 Uhr haben wir den Anker hochgeholt und sind bei strahlendem Sonnenschein und gutem Segelwind auf zu unserem 1. Waypoint von WetterWelt N07 und 79’20 West. Der Genaker zieht uns mit ca. 5 Knoten in Richtung Süden.

Wir haben Rasmus ein kräftigen Schluck Rum gegönnt und um eine sichere und gute Überfahrt gebeten.
Zuvor waren wir alle noch einmal im wirklich kalten Pazifik schwimmen.
Jetzt ist es seltsam still an Bord, obwohl es erst 10:00 Uhr ist. Alle hängen ihren Gedanken nach. Aber die Stimmung ist sehr gut und wir freuen uns alle auf das Abenteuer.“

Anmerkung: Ich kann mich noch sehr gut an die Atlantik-Überquerung erinnern und an den Moment nach dem Start, in dem einem klar wird, dass es kein Zurück mehr gibt, dass in den nächsten Wochen nur der Weg zählt. Nicht dass man zurück wollte, aber dennoch ist es diese Endgültigkeit, die nachdenklich stimmt. Es war damals eine gute Erfahrung für uns alle.

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Las Perlas, Isla San Jose

https://goo.gl/maps/atxEPfXDUjJ2

Erste Meldung über Iridium: Die letzte Station in Panama sind die Las Perlas Inseln und von dieser Inselgruppe ist es die kleine Insel San Jose. Auf dem Weg dorthin gab es dann doch noch sehr guten Segelwind und die Sempre due kam mit dem Genaker mit 6 bis 6,5 Knoten sehr gut voran.

Berthold schrieb, dass sie jetzt an einem idyllischen menschenleeren Sandstrand vor der Insel San Jose die letzte Rast vor der Überfahrt machen. Die Crew ist begeistert. Es sind 35 Grad Außentemperatur, jedoch das Wasser ist wohl relativ kühl und erfrischend und das läßt sich natürlich keiner entgehen und nutzt die Gelegenheit für einen letzten Schwimmausflug bevor am nächsten Morgen die lange Strecke der Überfahrt (ca. 4000 sm) beginnt. In den folgenden vier Wochen gibt es zwar viel Wasser um das Schiff herum, aber es wird niemand schwimmen gehen. Keiner verläßt das Schiff, kein Sundowner, dafür hoffentlich ausreichend Fische an der Angel.

 

 

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