Vorbereitungen und Ausflüge

Wir haben uns vor drei Tagen ein Auto gemietet und genießen unsere kleinen Ausflüge nach Colon und Panama City. Wie es immer so ist, mussten wir unseren geplanten längeren Ausflug kreuz und quer durch Panama per Auto verschieben oder wahrscheinlich sogar streichen, weil hier nichts so klappt wie man es sich vorstellt.

Jedoch die Fahrten von der Marina aus sind schon immer wunderschön. Um von der Marina aus irgendwohin zu kommen,  muss man erst ein langes Stück durch ehemaliges Armee-Gelände fahren, das ist schon etwas spuky, denn die Häuser sind alle leer, ohne Fenster und halb zerfallen. Hagen hätte großen Spaß und wenn jemand einen Zombie-Film drehen will … hier ist die passende Location, durchwachsen von Regenwald. Hat was. (Foto folgt)

Dann kommt eine lange Strecke durch Regenwald und plötzlich kreuzen Nasenbären den Weg. Und wenn man in der Dunkelheit zurück fährt, fliegen die Feldermäuse hin und her. Und mit ein bißchen Glück kann man auch Affen sehen. Leider habe ich die schönen Nasenbären (Coati) noch nicht fotografieren können. Ich arbeite daran.

Dann kommt man zur Fähre die über den Panama-Kanal führt. Von der Fähre aus kann man schon die Tore der ersten Schleuse sehen. Und neben der Fähr-Strecke wird gerade die riesige Brücke über den Kanal gebaut. Ein gigantisches Projekt, das jedoch noch ein paar Jahre brauchen wird. Die Fähre kann einen, mit etwas Pech schon bis zu 1 1/2 Stunden Zeit kosten.

Auch wenn unsere geplanten Tour nichts wird, so können wir die Einkäufe und das große Proviantisieren bequem erledigen und zu verschiedenen Läden fahren um noch die letzten benötigten Dinge fürs Schiff zu suchen. Es gibt in Panama KEINEN gut sortierten Marine Store. Unglaublich, bei all den Seglern die vor der langen Strecke über den Pazifik oder zu anderen Zielen, noch Ersatzteile etc. benötigen. Es gibt Abernathy zwei mal in Panama und ein Store davon ist auch relativ groß, aber auch da ist die Angel-Abteilung größer als die für Bootsausrüstung. Abernathy gibt es auch in Miniversion noch in anderen Städten. Wenn also einer von euch nichts besseres vor hat, würde es sich sicher lohnen einen Marine Store zu eröffnen. Wir vermissen Island Waterworld. Üblicher Weise bestellen sich die Segler die Teile in USA, Miami bei Marine Warehouse. Man wartet dann halt auf die Teile.

Für mich sah es im Internet so aus, als gäbe es in Panama City einen Marine Warehouse Store. Berthold und ich haben ihn gesucht und gesucht und irgendwann nach einer Stunde ein kleines Büro gefunden an dessen Tür „Marine Warehouse“ steht. Wir sind hinein, der Fernseher lief laut, die Frau des Büros  schaute Trash-TV und der nette Herr erklärte uns zwischen Papieren und allem möglichen was so herumlag, dass er für uns gerne alle Teile von Marine Warehouse in Miami bestellt. Man kann dort also den 500 seitiges Katalog durchblättern und sich heraussuchen, was man braucht und er bestellt es dann und es kommt dann per FedEx in die Marina oder zu ihm.

Es war auf jeden Fall sehr abenteuerlich mit dem Auto durch Panama zu fahren. Berthold hat das bravourös gemeistert. Die Verkehrsregeln sind nicht so ganz eindeutig, und es erscheint einem manchmal schon etwas ungewöhnlich, aber Berthold hat uns beide sehr gut und sicher durch die Straßen und Gassen geführt. Wenn nicht gerade die anderen Verkehrsteilnehmer die volle Aufmerksamkeit erfordern, dann sind es die riesigen Löcher in der Fahrbahn. Langweilig wird es nicht.

Für Freitag hatte sich Volvo für die Inspektion angekündigt. Nachdem dort niemand englisch spricht, gab es einigen Email-Verkehr von netten Menschen die uns mit spanisch aushalfen und mit immer neuen und anderen Informationen. So schrieben sie, dass Sie Fotos der Motoren und der Motornummern möchten, unsere Adresse und die Kreditkarten-Daten. Haben wir alles geschickt. Daraufhin hörten wir nichts mehr und bekamen auch keine Antworten mehr. Als wir dann, wieder nach der ein und anderen Email, jemanden baten dort anzurufen, sagten sie, wir sollten den kompletten Betrag schon einmal überweisen und ihnen den Beleg schicken, dann kämen sie am Freitag. Haben wir alles gemacht. Aber wer am Freitag nicht kam, waren die Volvo-Leute. Sie haben sich natürlich auch nicht gemeldet. Als wir dann wieder jemanden gefunden haben, der dort anrief, sagten sie, das Geld wäre noch nicht auf ihrem Konto, sie kämen Montag oder Dienstag. Völliger Quatsch, denn von unserem Konto ist der Betrag schon abgebucht. Da hatte wohl einer einfach freitags keine Lust. Heute, Samstag, haben wir wieder angerufen, schwups, das Geld ist da und jetzt kommen sie dann am Montag. Sagen sie. Wir werden sehen.

Wer jedoch da war am Freitag, ist Thorsten. Thorsten und Laura sind ein junges Paar und mit ihrem Schiff hier im Hafen. Sie planen demnächst ihre Weiterfahrt über den Pazifik. Hier hatten sie nun einen etwas längeren Aufenthalt um sich noch etwas Geld für die nächste Strecke und ihre Film- und Umweltprojekte zu verdienen. Sie sind ein sehr nettes und sympathisches Deutsch/Kanadisches Paar. Thorsten hat Naval-Architektur studiert und Laura ist Ökologin. Thorsten hat unser Rigg gecheckt und tatsächlich eine Nieten-Korrosion im Spi-Fall-Beschlag entdeckt und repariert. Vielen Dank Thorsten! Denn wir werden ja mit dem Spi-Fall den schönen neuen Wingaker segeln. Jetzt können wir das auch ohne Bedenken.

Außerdem hat er ein wunderschönes Foto aus 20 m Höhe vom Mast aus geschossen:

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Dieser Beitrag wurde unter 12/2016 bis 08/2017 veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

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