Landgang auf Barbuda – 16.2.2016

Um kurz nach neun holten wir Leanne und Mike mit dem Dinghy ab, um an Land zu fahren. Handys und Kamera waren in Zippertüten wasserdicht verpackt, denn es ist doch noch ziemlich windig und die Brandung nicht zu unterschätzen.

Aber die Herren Berthold und Mike haben die Damen Leanne und Ursula trocken an Land gebracht. Sie beide haben ein bißchen Wasser abbekommen, aber wie sagt Hagen immer so schön? „Segeln ist Wassersport“.

Kurz nach uns kamen dann auch Rob und Jen und Wolfgang und Anke an. Auch der Fahrer für den heutigen Tag ließ nicht lange auf sich warten.

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Der einzige Supermarkt auf Barbuda

Zuerst brachte er uns in die Hauptstadt und einzige Ortschaft von Barbados: Codrington.
Cordrington ist benannt nach der englischen Familie Codrington, die im 17. Jahrhundert hier ansiedelte zur Schaf- und wie man nachlesen kann zur Sklavenzucht. Jedoch war diese Familie so freundlich und zuvorkommend zu den Sklaven, dass es ein gutes Zusammenleben auf der Insel war. Bis heute wird die Familie geschätzt und es gibt viele Orte auf der Insel die nach der Familie benannt wurden. Codrington Lagoon, Codrington dies und Codrington das.

Auf der Fahrt zur Stadt erzählte uns der Fahrer, dass die Insel vom Verkauf des Sandes und von der Fischerei lebt. Weiterhin erfuhren wir, das die Insel allen Einwohnern von Barbuda gleichermaßen gehört. Angeblich darf kein Land verkauft werden. (Jedoch gibt es auch ein paar Hotelanlagen. Wir sind uns nicht so sicher, wie das dann vonstatten geht.) Jeder Einwohner kann sich einmalig ab seinem 18. Geburtstag ein Stück Land aussuchen und es bebauen. Es gibt Schulen hier und man muss die Insel nur verlassen um zum Beispiel in Antigua zu studieren.

Auf den Nummernschildern der Autos steht, Antigua & Barbuda – The Land of Sea & Sun.

Die sogenannten Highlands sind die höchste Erhebung auf Barbuda: ca. 60 m hoch. Aber dahin führte uns der Ausflug erst später.

Zunächst hielten wir am Fischerhafen und wurden von John herzlich begrüßt. Nachdem wir 5 ECD pro Person im Fischereihafenbüro für den Naturschutz entrichtet hatten, stiegen wir in das Boot, das uns in die Mangroven zu der Fregattvogel Kolonie brachte. John, der ein wenig wie Morgan Freeman aussah, fuhr mit ziemlichem Tempo über das flache glasklare Wasser in die Codrington Lagoon zwischen Mangroveninseln hindurch. Manche Wege waren mit weißen oder roten Bojen gekennzeichnet.

Auf einmal sahen wir in der Ferne unglaublich viele schwarze Vögel herumfliegen und die Mangroven darunter sahen aus, als wären sie mit weißen und roten Bojen über und über dekoriert. Jedoch beim Näherkommen erkannte ich, dass die vermeintlich roten Bojen nichts anderes sind, als die feuerroten aufgeblähten Kehlsäcke der Männchen und das, was ich als weiße Boje ansah waren die vielen weißen Jungtiere und die weiße Unterseite der Weibchen. Es ist ein wunderschönes Bild. Die Mangrovenbüsche sind voller Vögel, ein Fliegen und Klappern, ein Aufblähen und Brüten, ein Warten auf Futter von unglaublich putzigen flauschigen Babyfregattvögeln.

Wir waren begeistert und John erzählte uns stolz und schmunzelnd Wissenswertes über die Vögel, die Natur und wie er nach Barbuda gekommen ist.

Zurück an Land hat unser Fahrer Devin dann wieder übernommen. Er hat bei dem Imbiss am Fischereihafen schon einmal unser Essen bestellt und hat uns dann zu den Highlands gebracht. Nach einer kleinen Wanderung kamen wir am Highland House an. William Byam der die Insel nach dem Tod von Codrington übernahm wollte ein Haus an einer Stelle mit dem schönsten Ausblick von Barbuda. Der Ausblick ist wirklich sehr schön. Von den Gebäuden sind nur noch Mauerreste zu bewundern.

Zurück zum Auto. Devin brachte uns zu einem weitere Highlight der Highlands an der rauhen Atlantikküste. Auch hier wanderten wir ein Stück, vorbei an schroffen Felsen, Kakteen und Büschen zu einer „Cave“. Wir würden es wohl eher einem „Kamin“ nennen, denn es war ein sich nach oben öffnender Felsen, durch den wir nach oben steigen konnten um dann von der höchsten Stelle Barbudas über den Strand und das Meer und den Wald zu blicken. Beeindruckend!

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Liming

Danach fuhren wir wieder zurück zur Hauptstadt, Lunchtime. Dort lernten wir den jungen Amerikaner Tommy kennen, der für ein paar Monate auf der Insel bei einer Familie lebt, um mit ihnen zu Fischen und am Haus zu arbeiten. Er erzählte uns von einem riesigen Tigerhai den sie gefangen haben und er zeigte uns ein Foto auf seinem Handy. Wow. Der war wirklich extrem groß. Er mußte mit dem Bagger des Traktors hochgehoben werden, um transportiert werden zu können. Das bestätigt Bertholds Entdeckung als wir hier in die Bucht fuhren. Er sagte, er hätte eine riesige Haifinne gesehen. Das war dann wohl tatsächlich so. Ich hatte ja immer noch gehofft, dass es sich um einen großen Delfin gehandelt haben könnte.

Am Nachmittag kamen wir voller neuer Eindrücke und Geschichten zurück zu unserem Dinghy, das brav auf dem Sand auf uns gewartet hat. Wir brachten es zurück ins Wasser. Damen an Bord, die Herren ziehen es Welle für Welle weiter ins Wasser. Dann kam eine größere Welle 🙂 …

Abends kamen Leanne und Mike zu uns zum Sundowner und Abendessen. Wir haben den Rest unseres selbstgefangenen, bislang noch nicht identifzierten Fisch gegessen. Was wir wissen ist, er war sehr köstlich. Sollte also jemand mit guten Fischkenntnissen Licht ins Dunkel bringen, sind wir interessiert, einen Verdacht haben wir.

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Was für ein schöner Fisch

Dieser Beitrag wurde unter 12/2015 bis 07/2016 veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

2 Antworten zu Landgang auf Barbuda – 16.2.2016

  1. Holger Ruhnau schreibt:

    Berthold hatte recht – das blinde Huhn hat ein Korn gefunden! 😉
    Was für ein beindruckender Fang! Ich selbst habe ja überhaupt keine Ahnung und könnte nur ausschließen, dass es sich um einen der Wale handelt, die ihr gesehen habt.
    Mein Experte hier vor Ort im Internat (Tim, 11 Jahre, eine Zwei in Biologie und NULL Fehler in der Angelscheinprüfung) glaubt, dass es eine Makrele sein könnte. Seinen Schoko-Pudding vom Abendessen wollte er aber nicht darauf verwetten.
    Ansonsten hätte ich euch nur noch ein leckeres Rezept für ein „karibisches Huhn à la Jamie Oliver“ anbieten können – aber ich weiß nicht, ob das auch mit Fregattvögeln schmeckt…
    Ursula, du hast da wieder einen spannenden Bericht vorgelegt und ich musste an einigen Stellen doch sehr schmunzeln. Und die Fotos sind toll!

    Weiter gute Fahrt und liebe Grüße!

    • Sempre due schreibt:

      Tim hat die zwei verdient und ich glaube sofort dass er null Fehler in der Angelprüfung hatte! Wir glauben auch, es handelt sich um die sogenannte Spanische Makrele 😄
      Die zweite war so niedlich dass ich Berthold überredet habe sie frei zu lassen.Danach biss ein stinkiger Barracuda an. Brrrr. Der ging auch zurück ins Meer.
      Liebe Grüße Ursula

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