Union Island – 07. Januar 2016

Von Petit St. Vincent aus mussten wir nach Clifton, der Hauptstadt von Union Island um einzuklarieren. Wir haben uns kurz an einer Boje festgemacht und Maria, Pascal und ich sind mit dem Wassertaxi an Land gefahren, während Berthold an Bord blieb. Der Wassertaxi-an-der-Boje-festmach-und-Müll-mitnehm-Onkel hat sich seine Arbeit sehr gut bezahlen lassen.

Der erste Weg führte uns zur „Customs and Immigration“ dort saß einsam und etwas gelangweilt ein Mitarbeiter und erklärte uns sofort, dass wir zum Flughafen müssten, weil die Mitarbeiter aus dem Büro gerade alle auf einem Kreuzfahrtschiff zum Klarieren seinen. Gut dass ich mich schon so gut auskenne auf Union, es ist nur ein kleiner Fußmarsch durch eine Hotelanlage, an der Startbahn vorbei und schon ist man am Flughafen. Dort ging die Warterei dann los. Die Customsdame, die ich sonst aus dem Stadtbüro kannte unterhielt sich lange und angeregt mit dem Herrn der vor mir dran war. Als ich endlich in ihr Büro konnte, rief sie eine Kollegin dazu, die mir dann das Formular zum Ausfüllen gab. Diese Kollegin klammerte dann jeweils zwei der vier Seiten zusammen und dann durfte ich wieder zu Kollegin Nr. 1. Diese unterhielt sich mittlerweile angeregt mit einem Bekannten. Warten – warten. Irgendwann wurde ich dann ins Büro gerufen. Danach noch zur Immigration, was zum Glück dann relativ schnell ging. Insgesamt kostete uns diese Aktion ca. 3/4 Stunde und mich eine Menge Nerven, denn so ein Willkürzeugs ist gar nichts für mich.

Nächste Station die Bank und der einzige ATM von Clifton. Pascal und ich versuchten jeweils mindesten 10 x Geld zu ziehen. Zweimal fragte ich in der Bank nach was denn da los ist und ob ich nicht in der Bank Geld bekommen könnte. Ging nicht – natürlich. Wir sollten es doch einfach am ATM weiter versuchen. Meine Stimmung sank gen Nullpunkt. Das Ende vom Lied war, dass Pascal nach einem seiner Versuche plötzlich Geld bekam, ich weiterhin nicht und da wir noch nicht ganz pleite waren, hatte ich auch einfach keine Lust mehr es weiter zu probieren.

Auf dem kleinen Gemüsemarkt konnten wir dann noch genügend frisches Obst und etwas Gemüse kaufen und im Französischen Cafe nebst Deli kauften wir Käse und Baguette für die nächsten Tage in den Cays und ein paar Flaschen Sprudel für Berthold.

Ich ging noch rasch zur Apotheke um mir die Ohrentropfen zu kaufen, die ich im Sommer gekauft habe, weil mir ja immer mal wieder Wasser im Ohr bleibt, nach dem Schnorcheln. Die wie im Sommer sehr unfreundliche Apothekerin erklärte mir, dass sie mir keine Ohrentropfen verkauft. Als ich ihr sagte, dass ich doch im Sommer welche gekauft hatte, sagte sie, dass da der Arzt nicht da war, jetzt sei der da. Tolle Erklärung – das Stimmungsbarometer sank und ich kam etwas in den roten Bereich.

Den Rests gab mir der Wassertaxifahrer auf dem Weg zurück zur Sempre due. Der heizte mit einem Affenzahn zwischen den Schiffen hindurch. Ich habe die Augen zu gemacht und gedacht, dass er ja schließlich mit im Boot sitzt und auch heile ankommen will. Aber als wir angekommen waren, war ich nur noch einen Millimeter von einer Explosion entfernt. Union Island werde ich nicht vermissen, da steht fest.

Dieser Beitrag wurde unter 12/2015 bis 07/2016 veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Eine Antwort zu Union Island – 07. Januar 2016

  1. Holger Ruhnau schreibt:

    Ursula und der Fluch der Karibik – Behördenwillkür, die „ATM-Schatzkiste“ lässt sich nicht öffnen, keine Ohrentropfen und schließlich die Begegnung mit einem lebensmüden Wassertaxifahrer.
    Ob dem Mann klar war, dass er nicht nur einen Zusammenstoß mit einem anderen Schiff, sondern auch eine Kollision mit Ursula riskiert?! 😉

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