Zurück in der Karibik

Seit dem 17. Dezember sind Hagen und ich auf Grenada. Da sich kurz vor Abflug herausstellte, dass das von uns bestellte Antifouling nicht rechtzeitig angekommen war und ich mich kurzfristig für ein anderes Produkt entscheiden musste, hat mein Zeitplan nicht mehr ganz so funktioniert, wie geplant.

Für Nicht-Segler: Antifouling ist ein Farbanstrich des Unterwasserschiffes, dessen Chemikalien verhindern, dass sich Muscheln und Algen am Schiff festsetzen. Man sollte immer wieder das gleiche Produkt verwenden, um eine chemische Reaktion zu verhindern, die evtl. die Außenhaut des Schiffes (Gel-Coat) beschädigt. Benutzt man dennoch ein anderes Produkt muss durch eine Grundierung eine Barriere aufgestrichen werden. Das bedeutet, einen weiteren Arbeitsgang und längere Zeit = unser geplanter Kran-Termin vom 16.12. war sowieso dahin = Hagen und ich mußten uns für die erste Nacht auf Grenada noch schnell ein Hotel suchen.

Da unser Flugzeug eineinhalb Stunden zu spät gestartet und gelandet ist, kamen wir im Dunkeln an. Es war also dann nicht so schlimm, dass wir ins Hotel mussten und nicht im Dunkeln aufs Schiff kamen.

Am 18.12. wurde das Schiff dann gekrant und von einem Skipper in die Marina Port Louis gebracht. Gegen Mittag sind Hagen und ich an Bord. Danach haben wir uns erst einmal daran gemacht, das Schiff gründlich abzuspülen und innen einmal durch zu putzen. Am nächsten Tag haben wir die Vorräte gecheckt und frische Lebensmittel eingekauft. An einem anderen Tag haben wir das Dinghi auf den Steg gezogen und geschrubbt und poliert. Da die Marina nur die Hulls und „under the bridge“ und „stainless steel“ gewaschen und poliert haben, haben wir uns von Mark Adolphus helfen lassen. Hagen hat ein zwei kleinere Reparaturen gemacht und jetzt strahlt, blitzt und funkelt unsere Sempre due wie am ersten Tag. Der Skipper kann jetzt endlich bald ankommen. Wir können es kaum erwarten. Ich schaue ständig auf mein Handy, ob es eine neue Nachricht gibt. Was häufig frustrierend ist, weil ich große Probleme habe eine Internetverbindung zu bekommen.

Am 23.12. um 18.15 Uhr fuhr die Orbit in die Port Louis Marina ein. Berthold stand mit seinem nagelneuen „red Flashlight“ an der Reeling und winkte uns entgegen. An Bord der Sempre due hatten Hagen und ich gerade überlegt, ob wir uns noch eine Folge Sopranos ansehen können, bevor die Orbit eintrifft. Die SMS die mich über den genaueren Ankunftstermin informiert hätte, war mal wieder nicht angekommen. Hagen schaut auf und sagt, hey das ist doch die Lipari! Und plötzlich fuhr ein lauter Schrei durch die Marina. Ups – das war ich. HAAALOOO – JUCHUUUHH und so weiter. Ich möchte es nicht weiter ausführen, aber alle unsere Nachbarn waren doch etwas erstaunt, was da so plötzlich los ist.

Dann musste alles schnell gehen. Die gekühlten Gläser aus dem Kühlschrank, Eiswürfel hinein, guten Rum dazu und mit Punch-Saft auffüllen – Hagen trägt die Gläser, ich den Obstkorb und los gehts um zu schauen, welchen Liegeplatz die Orbit im Hafen bekommen hat. Wir haben sie schnell gefunden und es war ein großes HALLO. Die Rum-Punches waren sehr köstlich und die Atlantiküberquerer hatten dank Hagens gutem Rum-Maß und nach dreiwöchiger Enthaltsamkeit schnell einen kleinen auf dem Auge.

Wir haben noch rasch Bertholds Reisetasche an Bord der Sempre due gebracht und dann im Marina-Restaurant noch ein bißchen weiter gefeiert.

Den 24.12. haben wir dann noch zum Ausruhen und Einkaufen in der Marina verbracht. Für abends hatten wir uns einen Tisch im Restaurant gebucht und waren ganz glücklich, dass die Familie zusammen Weihnachten feiern konnte.

Seit dem 25.12. liegen wir an einer Boje in der Grand Mal Bay, direkt neben dem Skuplturenpark und kurz vor der Dragon Bay. Eigentlich wollten wir in die Dragon Bay, jedoch ist zur Zeit das Meer zu unruhig in dieser Bucht. Schade, denn dort hat es uns im Sommer so gut gefallen. Aber auch hier ist es sehr schön. Leider ist das Wetter nicht so optimal. Um genau zu sein, seit Hagen und ich hier sind. Es regnet sehr häufig, was auch die Sicht auf die Skulpturen erschwert, die Hagen und ich schon schnorchelnder Weise gesucht haben.

Heute wollte ich dann die Festmacherleinen ein wenig im Meerwasser abspülen. Sie waren voller Marinaschmodder. Also habe ich sie an einer Schlaufe festgehalten und ins Wasser geworfen und rumgewirbelt. Und vor lauter Wirbelei ist mir doch glatt eine der Leinen ins Wasser gefallen. 7 Meter Tiefe sagt unsere Anzeige an Bord. Was tun? Zum Hinuntertauchen und Hochholen zu tief. Also haben wir bei einem der Tauchboote gefragt, die Taucher zum Skulpturenpark bringen, ob sie uns nicht netterweise die Leine hoch holen könnten. Und tatsächlich, ein absolut lässiger einheimischer Tauchguide mit blond gefärbten Haaren, erklärte sich bereit. Er bekam 20 USD und die Anerkennung seiner Tauchschüler und wir alle waren glücklich und zufrieden.

Den komplett verregneten Nachmittag haben Hagen und ich dann genutzt um die letzten beiden Folgen der ersten Staffel Sopranos zu schauen und Berthold hat noch ein ausgiebiges Nachmittagsschlummerchen gemacht.

Danach gab es ein hervorragendes Schwertfisch-Gericht. Vom – ACHTUNG – auf der Überfahrt selbst geangelten Schwertfisch. Es war ein 1,60 m Brocken!!! Bild folgt.
Und eine Runde „Schlag den Raab“ als Gesellschaftsspiel beendete den Tag gestern und heute.

DSC01324

Dieser Beitrag wurde unter 12/2015 bis 07/2016 veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

3 Antworten zu Zurück in der Karibik

  1. Holger Ruhnau schreibt:

    Wow! Was für ein Prachtkerl!!
    Der bringt bestimmt einige Kilos auf die Waage …also der Fisch! (Foto 2.v.l.) 😉
    Und „bewaffnet“ ist er auch noch!

    Gratulation an Berthold!!
    Grandios, dass du nochmal den Elan und die Nerven hattest, an einer weiteren Überfahrt teilzunehmen. Langsam kommt ja Routine rein… Du solltest vielleicht einen Pendelverkehr über den Atlantik anbieten?! 😉

  2. Kerstin Enger schreibt:

    Hallo Ihr Lieben, ich freue mich für Euch mit, dass alles geklappt hat, alle wohl auf sind und Ihr zusammen Weihnachten feiern konntet. Genießt die kommende Zeit und rutscht fröhlich, gesund und munter in das Jahr 2016:)
    Liebe Ursula, Deine Berichte sind sehr schön zu lesen, und geben einem das Gefühl ganz nah dabei zu sein😘
    Herzliche Grüße, Kerstin

  3. JUNABEL schreibt:

    Hallo Ihr Reisenden
    Super zu hören das alles geklappt hat und Ihr nun zusammen weiter segelt.
    Habt eine tolle Zeit in der Karibik.
    habt einen super 2016.
    Alles Gute von der Junabel Crew

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