Wenn man über das Reffen nachdenkt, soll man es tun

Wie jede Abenteuer-Geschichte, endet auch die abenteuerliche Reise der Sempre due in absehbarer Zeit. Ursprünglich hatten wir ja geplant mit unserem Schiff bis Australien zu fahren, um es dort zu verkaufen. Jedoch ist es so, dass es in Australien etwas unangenehme steuerliche Bestimmungen gibt. Daraufhin planten wir über Tonga und Fidschi nach Neu Kaledonien zu fahren, dort gibt es eine Niederlassung unseres Brokers, jedoch ist es sehr schwierig einen Liegeplatz für unser Schiff in Neu Kaledonien zu bekommen.

Den Vertrag zum Verkauf des Schiffes haben wir ja bereits in Tahiti mit David Allouch von Multihull-Solutions unterschrieben.

Wir bemerken, dass das Reisen mit unserem Schiff zwar immer viele wunderschöne Seiten hat, aber doch auch sehr anstrengend für uns geworden ist. Immer die Suche nach einem sicheren Ankerplatz, oder einer Mooring. Hält die Mooring? Finden wir einen windgeschützten Platz? Ist der Wind zu stark? Ankert der Nachbar zu nahe. Was muss als nächstes gewartet oder repariert oder ausgetauscht werden? Denn an Bord eines Schiffes kann ja die kleinste Reparatur ein großes Sicherheitsrisiko bedeuten.

Zum Beispiel platzte heute der Anschuss unseres Außenduschschlauches im Motorraum. Kein Problem hier an der Mooring und am hellen Tag, jedoch auf hoher See oder in der Nacht ist es schon ein etwas größeres Problem, zumal man es dann evtl. gar nicht schnell genug mitbekommt oder der Ursprung schwieriger zu orten ist.

Desweiteren sind da die Planungen der weiteren Fahrten, die immer viel Konzentration und Vorarbeit bedeuten. Wie ist der Wind? Sind die Cyclone jetzt durch? Haben wir genug Wind oder vielleicht zu wenig? Wie sind die Wellen? Und meistens kommt es am Ende doch immer anders als erwartet.

In der Carenage erfuhren wir von Frederic den Rigger, dass unser unglaublich schwergängiger Furler, mit dem wir schon seit zwei Jahren kämpfen und immer wieder mal einen Rigger danach schauen ließen, ob er ihn gängiger bekommt, dass genau unser Facnor Furler aus dem Jahr 2013 einen Produktionsfehler hat und wir doch mal den Hersteller anschreiben sollen. Frederic wußte das, weil eine Charterfirma in Raiatea alle diese Furler kostenlos ausgetauscht bekommen hat.

Also haben wir an die Firma Facnor geschrieben und wir sind begeistert, wie unkompliziert sie uns angeboten haben uns kostenlos einen neuen Furler hierher nach Bora Bora zu schicken.

So ist neben all dem Schönen unserer Reise, immer irgendetwas und ich habe noch nicht erwähnt welche Verantwortung Berthold immer trägt, während wir segeln. Die paar Tage im Hotel haben uns nachdenklich gestimmt, da wir uns etwas schwer getan haben danach wieder in den Schiffsalltag zurück zu finden.

Unsere eiserne Regel beim Segeln passt ja auch zu allen anderen Entscheidungen im Leben:
„Wenn du darüber nachdenkst zu reffen – dann tue es.“

Jetzt sind wir ein wenig traurig, weil wir auch wirklich eine herrliche Zeit an Bord haben und weil wir jetzt schon wissen, dass wir vor allem Leanne und Mike und unsere gemeinsame Zeit und die gemeinsamen Erlebnisse vermissen werden. Jedoch hätten sich unsere Wege wahrscheinlich doch in Tonga oder spätestens Fidschi getrennt, da sie nach Neuseeland weiterfahren wollen.

Unsere Freundschaft wird das nicht trennen. Wir werden in Kontakt bleiben. Sie werden uns hoffentlich auch bald noch einmal in Deutschland besuchen und wir werden nach Australien reisen.

Aber noch sind wir hier und genießen Bora Bora. Heute bleiben wir noch eine Nacht an der Mooring vor dem Yacht Club. Zum Sundowner kommen David und Karen zu uns und vielleicht werden wir gemeinsam zu Abend essen, denn morgen Nachmittag fahren sie los in Richtung Tonga.

Wir werden morgen ein Stück weiter um die Insel herum fahren und wieder auf OOROO1 treffen.
Wir genießen jetzt jede Sekunde.

Dieser Beitrag wurde unter 12/2016 bis 08/2017 veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

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