Mit Krawumm dem neuen Jahr entgegen

Am 30.12. sind wir gegen 8 Uhr in der Red Frog Marina gestartet. Zunächst fuhren wir in traumhaftem Wasser durch die Mangroven- und Inselwelt von Bocas Des Toro. Wirklich wunderschön. An manchen Stellen war das Wasser so flach, dass man die Finger der Korallen zählen konnte. Das hat Spaß gemacht. Ich saß vorne auf dem Bug und wir fuhren in Schleichfahrt über die flachen Stellen.

Nach ca. 3 Stunden waren wir dann draußen auf dem Atlantik. Zunächst lief alles wie vorhergesagt. Langgestreckte Wellen von vorne, ca. 1,50 m hoch, Wind mit 10 Knoten von hinten und Strömung mit uns. Es sah aus als würde es ein guter Törn nach Shelterbay Marina werden. Die ersten zwei bis drei Squalls mit ordentlich Regen und wechselnden Windrichtungen steckten wir noch völlig gelassen weg. Wir fuhren mit Motor, mußten uns auch nicht um Segel kümmern.

Aber plötzlich änderte sich alles: Ein Squall jagte den nächsten, es schüttete wie aus Eimern. Der Wind legte zu und entschied sich, ab sofort von vorne zu wehen und zwar nicht mit den angekündigten 10-15 Knoten, sondern er spielte sich auf 25-27 Knoten ein, um in Böen auf 32 Knoten zu steigen. Und auch die Wellen bäumten sich auf 2-3 Meter auf.

Ab da war für mich Ende: ich wurde zum ersten Mal so richtig seekrank. Ich kenne es, dass ich beim ersten Törn ein wenig müde werde oder leicht schwindelig und ich mich mal zwischendurch hinlege. Aber diesmal, war alles zu spät. Ich konnte nur noch liegen und jedes Mal wenn ich den Kopf hob wurde mir übel.

Es war wirklich die schlimmste Fahrt die wir je mit unserem Schiff unternommen haben. Aus dem 24 Stunden Törn wurden dann 27 Stunden, weil auch die Strömung gegen uns war. Ich dachte, er endet nie. Berthold musste die komplette Fahrt alleine bewältigen. Ich versuchte zwischendurch einmal zu wachen, aber das ging ca. 10 Minuten. Berthold fuhr mich sicher durch Wind und Wellen bis zur Shelterbay Marina. Wenn die Müdigkeit zu stark wurde, machte er ein paar Sportübungen. Es war ansonsten kein Schiff weit und breit zu sehen. Erst kurz vor der Einfahrt zum Panamakanal lagen mehrere Containerschiffe vor Anker und eines bog direkt vor uns ein.

Kaum waren wir in die Panamakanal-Einfahrt eingebogen und sicher hinter den Wellenbrechern, war meine Seekrankheit sofort vorbei. Zwar noch ein bißchen schummrig, von der schlimmen Nacht in der ich ja auch nicht geschlafen habe, aber es ging wieder besser. Fender raushängen und  die Leinen vorbereiten,  waren kein Problem.

Bei der Einfahrt in die Marina stand Mike ganz vorne auf dem Steg und winkte uns entgegen. Wir haben uns so gefreut ihn zu sehen und dann kam auch David, den wir auch in Red Frog bereits kennengelernt haben. Die beiden und zwei Marineros halfen uns mit den Leinen und wir standen in unserer Berth und waren einfach nur glücklich. Und Berthold mein großer Held. Vielen Dank!!

Mike und David kamen noch kurz an Bord. Dann ist Berthold rasch unter die Dusche und ins Bett und schlief zwei Stunden tief und fest. Ich spülte das Salz vom Schiff und spülte das Geschirr vom Abend.

Später trafen wir uns mit Mike im Marina-Restaurant. Wir aßen zusammen eine Kleinigkeit, tranken jeder zwei frische Panama und so gegen 21 Uhr sind Berthold und ich zurück zum Schiff und auch direkt schlafen gegangen.

Silvester in Panama passierte ohne uns. Silvester in Deutschland war ja schon vorbei und in Australien schon längst. So viel Krawall kann ein Feuerwerk gar nicht machen, wie wir es die letzten Stunden des Jahres hinter uns hatten.

 

 

Dieser Beitrag wurde unter 12/2016 bis 08/2017 veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Eine Antwort zu Mit Krawumm dem neuen Jahr entgegen

  1. Roland Tennie schreibt:

    Frohes Neues Jahr

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